Burnout rechtzeitig erkennen – auf diese Warnsignale sollte man achten

stress-burnout-kopfschmerzen-probleme-arbeitStändige Überbelastung am Arbeitsplatz, verminderte Leistungsfähigkeit und Rückzug aus Freizeitaktivitäten. Treten diese Zustände vermehrt auf, sollte dies als ernstes Warnsignal gesehen werden, dass die eigenen Grenzen überschritten worden sind. Ein Burnout droht. Laut Studie „Bleib locker, Deutschland!“ der Techniker Krankenkasse mit 1.000 Befragten fühlt sich jeder Dritte erschöpft und ausgebrannt. Durch ein frühzeitiges Erkennen der typischen Anzeichen lässt sich Burnout frühzeitig erkennen und somit gut behandeln oder sogar vermeiden.

Was ist das Burnout-Syndrom?
Ein Burnout kommt nicht von heute auf morgen. Es handelt sich um einen stetig wachsenden Prozess, der sich über Wochen und Monate, manchmal über Jahre hin, erstreckt und durch Dauerstress ausgelöst wird. Wenn Mediziner von einem „Syndrom“ sprechen, ist damit eine Vielzahl von körperlichen und seelischen Störungen gemeint, die sich zu einem typischen Krankheitsbild zusammenfinden. Diese Symptome können von Fall zu Fall variieren, doch ihre hauptsächlichen Auswirkungen sind stets die gleichen. Dabei sind der Verlust der Leistungsfähigkeit und die emotionale Erschöpfung die augenfälligsten Symptome des Burnout-Syndroms.

Anzeichen von Burnout
1. Der Drang sich zu beweisen
Am Anfang eines Burnout-Syndroms wird die ganze Energie dazu aufwendet, ein berufliches Ziel zu erreichen. Für dieses Ziel werden enorme Anstrengungen unternommen und erhöhte Erwartungen an sich selbst gestellt. Das Übertreten der eigenen Grenzen und Vernachlässigen der eigenen Bedürfnisse bleibt dabei unbemerkt.

2. Verstärkte Leistungsbereitschaft
Um den eigenen Ansprüchen zu genügen, wird noch mehr Energie aufgebracht. Der Drang zum Perfektionismus und ein übertriebener Leistungsanspruch sind die wesentlichen Antriebsfaktoren. Das Gefühl, unersetzbar zu sein, sowie die Unfähigkeit, Aufgaben zu delegieren, steigen und eine Arbeitsentlastung findet kaum mehr statt.

3. Ausblenden der eigenen Bedürfnisse
Diese Phase wird von chronischer Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse beherrscht. Das Verlangen nach Ruhe, Schlaf und Regeneration rückt immer weiter in den Hintergrund. Häufig nimmt parallel der Konsum von Alkohol, Nikotin oder Kaffee zu.

4. Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen
Um weiterhin leistungsstark zu funktionieren werden alle Warnsignale und Anzeichen des eigenen Körpers ausgeblendet. Unzuverlässigkeit und Fehler, wie z.B.: Vergessen von Terminen, Nichterledigen von versprochenen Aufgaben, Ungenauigkeit, Energiemangel und Schwächegefühl, häufen sich im Arbeitsalltag.

Verzerrte Wahrnehmung der Realität
5. Alte Grundsätze verlieren an Wert, Freundschaften und berufliche Kontakte, die vorher eher Entlastung und Unterstützung waren, werden nun mehr als Belastung empfunden. Die Wahrnehmung wird reduziert auf ein Minimum, so dass Wichtiges von Unwichtigem nicht mehr zu unterscheiden ist.

Verstärkte Verleugnung auftretender Probleme
6. Der Verzicht von eigenen Bedürfnissen wird häufig gar nicht mehr wahrgenommen. Für Freunde oder Freizeitaktivitäten bleibt immer weniger Zeit und kaum noch Aufmerksamkeit übrig. Die Überarbeitung und Überlastung wird zunehmend verleugnet und ignoriert.

7. Rückzugsphase
Hoffnungslosigkeit breitet sich aus und verdrängt alle positiven Gefühle. Alkohol und Medikamente dienen häufig zur Ablenkung oder Ersatzbefriedigung. Das soziale Umfeld wird als Bedrohung angesehen und als überfordernd empfunden.

8. Deutliche Verhaltensänderung
Der Betroffene wird unflexibel im Denken und schränkt sich immer mehr ein, was sein eigenes Verhalten anbelangt. Kritik wird komplett zurückgewiesen und als Angriff auf die eigene Persönlichkeit empfunden. Der Rückzug verstärkt sich.

9. Entfremdung
In dieser Phase entsteht ein Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit und eine innere Leere. Der Betroffene funktioniert wie ferngesteuert, ohne freien Willen.

10. Innere Leere
Prägend für dieses Stadium ist ein Wechsel zwischen starken schmerzhaften Emotionen mit dem Gefühl des inneren Abgestorbenseins. Mutlos und erschöpft bezwingt der Betroffene seinen Alltag. Häufig entstehen schwere Angst- und Panikattacken. Es wird versucht, die Probleme mit Kauftouren, Fressorgien und nicht zuletzt mit Drogen zu bewältigen.

11. Depression
An diesem Punkt stellt sich dauerhafte Verzweiflung und Niedergeschlagenheit ein. Die körperliche und seelische Erschöpfung hat sich zu einer Krankheit entwickelt. Der Wunsch nach einem Dauerschlaf ist stark ausgeprägt und wird von Selbstmordgedanken und –absichten begleitet.

12. Völlige Burnout-Erschöpfung
Die geistige, körperliche und emotionale Erschöpfung hat sich zu einer lebensgefährlichen Bedrohung entwickelt. Das Immunsystem ist dauerhaft geschwächt, die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Magen-Darm-Leiden steigt erheblich. Die Suizidgefahr ist in diesem Stadium am höchsten. Spätestens jetzt sollte der Betroffene erkennen, dass er professionelle Hilfe benötigt.

Burnout-Prävention
Um aus der Burnout-Spirale wieder herauszufinden bzw. dem „Ausbrennen“ vorzubeugen, ist es wichtig, mögliche Stressfaktoren für sich selbst zu identifizieren. „Zum einen enthalten unsere Arbeit, die Gesellschaft und die Familie vielzählige Faktoren die Stress verursachen können. Das Entstehen eines Burnouts wird aber auch durch unsere eigene Persönlichkeit beeinflusst.“, meint Norbert Hüge, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Bundesverbandes für Burnout-Prophylaxe und Prävention e.V. (DBVB). Weil Burnout ein Prozess ist, muss jeder für sich selbst aktiv Prävention betreiben.

Zur Vorbeugung eines Burnouts können folgende Maßnahmen helfen wie z.B.:
– Erkenntnis und Bereitschaft an sich zu arbeiten
– Identifikation und Verringerung von Stressquellen am Arbeitsplatz
– Gezielte Entspannung (PMR, Autogenes Training, Yoga, Tai Chi, Qi Gong, usw.)
– Regelmäßige Bewegung
– Ausreichend Schlaf
– Auszeiten nehmen (Handy, Laptop, Tablet ausschalten)
– Gesunde Ernährung
– uvm.

Quelle: openPR

geschrieben von: marco am: 6.03.2015
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