Das Schweigen der Betroffenen

kopfschmerzen-stress-problemeWas in vielen Suchtberichten untergeht: die Glücksspielsucht. Sie ist eine anerkannte Krankheit, mit furchterregenden Folgen. Niemand kennt die Zahl der Betroffenen. Zugleich wird der Markt überschwemmt mit einer Flut neuer „Suchtmittel“, die oft nicht kontrolliert werden können: Spielcasinos im Internet.

Immer mehr Menschen verfallen der Glücksspielsucht. Damit unterscheidet sich pathologisches Spielen zum Beispiel von der Alkoholsucht, die – auf gefährlich hohem Niveau – aber konstant bleibt. Trotz der riskanten Entwicklung spielte die Glücksspielsucht in dem jüngst vorgestellten Suchtbericht 2013 nur eine Nebenrolle. „Dabei ist pathologisches Spielen wie auch Alkoholsucht eine von der Medizin, den Kassen und Rentenversicherungsträgern anerkannte eigenständige Krankheit“, sagt Timo Bell.

„Ist die Alkoholsucht denn die einzige unterschätzte Sucht?“, fragt Timo Bell. Der Recklinghäuser hat jetzt sein Buch die „Think-Right-Methode Spielsucht – Hilfe zur Selbsthilfe oder auch die Selbsthilfe-Therapie!“ abgeschlossen. Es ist das Ergebnis seiner über 5 Jahre andauernden intensiven Recherche zum Thema Glücksspielsucht. Sein Fazit: „Jede Suchtkrankheit muss ernst genommen werden. Keine Frage. Gleichwohl zählt im Unterschied zur Alkoholsucht das pathologische Glücksspiel zu den Erkrankungen, die wenig erforscht sind. Außerdem finden Glücksspiele in zunehmendem Maße in quasi rechtsfreien Räumen statt: in Online Casinos im Internet. Viele der Anbieter haben sich in Ländern niedergelassen, die sich jedem juristischen oder regulierenden Zugriff entziehen.“

Anders als beim Alkoholismus etwa existierten für die Glücksspielsucht kaum zuverlässige Zahlen: „Wir wissen gar nicht, wie viele Menschen betroffen sind.“ Die Europäische Kommission beispielsweise geht davon aus, dass zwischen 0,5 und 3 Prozent der Bevölkerung an der Glücksspielsucht erkrankt seien. Also könnten in Deutschland bis zu 2,4 Millionen Menschen betroffen sein. In dem jetzt von der DHS vorgestellten Suchtbericht 2013 heißt es: „Die DHS schätzt die Zahl der pathologischen Glücksspieler auf rund 200.000 Personen und geht von annähernd 300.000 Personen mit einem problematischen Spielverhalten aus.“

Auch bei der Therapie der Erkrankung gibt es weitreichende Unsicherheiten. So schrieben Dr. Beate Erbas und Ursula Buchner von der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen: In der Behandlung der pathologischen Glücksspielsucht gebe es „bislang weder eine eindeutige Präferenz für eine bestimmte psychotherapeutische Therapierichtung (…), noch ein Therapieprogramm, das hinsichtlich des Wirksamkeitsnachweises den momentanen Standards genügt.“ (aus: Deutsches Ärzteblatt, 10/2012).

Pathologische Glücksspielsucht ist eine eigenständige Erkrankung. Sie ist von der Weltgesundheitsorganisation WHO anerkannt und klassifiziert (CD-10-Diagnose „Pathologisches Spielen“, F63.0). In Deutschland werden die Therapie-Kosten grundsätzlich von den Kassen bzw. Rentenversicherungsträgern übernommen.

Timo Bell: „Die Glücksspielsucht ist eine Erkrankung, die die Betroffenen sozial verwahrlosen lässt, die Familien zerrüttet, das Berufsleben gefährdet und in den wirtschaftlichen Ruin führt. Im übrigen ist die Todesrate erschreckend hoch: Immer wieder sehen Betroffene als einzigen Ausweg die Selbsttötung.“ Außerdem weist Bell darauf hin, dass in vielen Fällen mit der Erkrankung weitere psychische oder Verhaltens-Störungen einhergehen. Das besondere an der der pathologischen Spielsucht sei aber: „Das Schweigen der Betroffenen.“

Quelle: openPR

geschrieben von: sascha am: 4.09.2013
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