Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich

angry businessman„Man sollte immer mit dem Schlimmsten rechnen, wenn Verantwortliche nicht die Folgen ihres Handelns selbst zu tragen haben“, mahnt uns Prof. Querulix.

Leider ist das in der Politik und in großen Aktiengesellschaften der Regelfall. Die Folgen ihrer Entscheidungen tragen nicht die Verantwortlichen, sondern die Betroffenen – Bürgerinnen und Bürger, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter…

Als „Lösung“ für die Bankenkrise werden hunderte Milliarden frisch gedruckten Geldes in Umlauf gebracht. Das Geld landet jedoch nicht bei Unternehmen, die damit Investitionen finanzieren, und auch nicht bei den Konsumenten, die damit für Nachfrage sorgen, nicht einmal bei den Staaten, die damit zum Beispiel Zukunftsprojekte der Infrastruktur, der Energieversorgung und der Bildung finanzieren könnten. Nein, es landet bei Banken, die damit spekulieren und Aktienkurse hochtreiben dürfen. Die Ursachen der Bankenkrise werden dadurch nicht einmal ansatzweise beseitigt. Dafür wird das Wirtschaftswachstum abgewürgt. In den Südländern der Währungsunion ist das bereits geschehen und für Deutschland zeichnet es sich bereits ab.

Die Gesellschaften brechen infolge der sich schnell verbreiternden Kluft zwischen einer immens reichen Minderheit und einer schnell wachsenden armen Mehrheit auseinander. Die politischen Folgen werden verheerend sein. Aber das scheint die Politiker, die sich für das allgemeine Wohl verantwortlich fühlen sollten, nicht zu interessieren.

Die braven Bürgerinnen und Bürger, die nichts weiter wollen als ihr gutes Auskommen haben, ohne Ausbeutung durch Arbeitgeber, die den Hals nicht voll bekommen können, ohne Hartz-IV-Streß und ohne Altersarmut, reiben sich angesichts der unverhohlenen Raffgier so mancher Privilegierter verwundert die Augen. Sie fragen sich, wie viele Millionen diese ohnehin schon Bevorzugten eigentlich brauchen, um endlich zufrieden zu sein? Die überwältigende Mehrheit der Deutschen verdient in ihrem ganzen Leben nicht einmal eine einzige.

Maßlos überzogene Bezüge von Vorständen und Aufsichtsräten in Großunternehmen, ein Kanzlerkandidat, der seine vom Steuerzahler finanzierte Arbeitszeit als Abgeordneter mit Redenhalten gegen hohes Honorar verbringt und das Gehalt der Bundeskanzlerin für zu gering hält, ein Funktionär des Fußballgeschäfts, der Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet hat, Bundestagsabgeordnete, die ihre Nebeneinkünfte gern verschleiern möchten, um nicht offenbaren zu müssen, wessen Brot sie außer dem des Steuerzahlers noch essen, Abgeordnete des Bayerischen Landtags, darunter der Fraktionsvorsitzende, die Verwandte – darunter auch Minderjährige – auf Kosten des Steuerzahlers beschäftigen … Die Spitze des Eisbergs wird allmählich breiter und dem staunenden Bürger wird noch so manches geboten werden.

„Maßlosigkeit verwandelt Segen in Fluch“, lautet ein chinesisches Sprichwort. „Der Maßlose gleicht einem Piloten, der ohne Instrumente im Nebel fliegt.“ (Prof. Querulix) Er bringt sich und andere in Gefahr, können wir ergänzen. Das braucht ihn aber nicht zu interessieren, daß er längst seinen Fallschirm umgeschnallt hat und bereit zum Absprung ist, wenn seine Maschine ins Trudeln gerät.

Vielleicht ist die Maßlosigkeit eine Wohlstandskrankheit, die Menschen befällt, denen es relativ zu ihren Landsleuten zu gut geht. Davon gibt es nach drei Generationen Frieden eine ganze Menge. Vor allem unter denen, die nicht durch eigene Leistung, sondern durch glückliche Umstände in privilegierte Positionen oder zu materiellem Reichtum gelangt sind.

Das Gute an den skandalösen Vorfällen ist, daß sie Aufmerksamkeit auf die Problematik lenken und Anlaß geben, offen über die Moral bei den Privilegierten zu sprechen, über die Ursachen ihres Verfalls, über die schlechten Vorbilder der in den Reihen der polit-ökonomischen Klasse, und über die fortschreitende soziale Desintegration unserer Gesellschaft. Auch darüber, weshalb Anständigkeit und gute Arbeit immer weniger zählen, immer öfter nicht einmal genügen, um sein gutes Auskommen und einen von finanzieller Not freien Lebensabend zu sichern, während Tricksen, Gebecoen und Mitmenschen für dumm verkaufen und Betrügen als scheinbar lohnendere Alternative wie ein Buschfeuer um sich greifen.

Vor Maßlosigkeit schützt Bescheidenheit. „Bescheidenheit ist die Mäßigung seiner Ansprüche durch billigere Ansprüche anderer“, definiert Immanuel Kant. Aber wer vermag sich zu bescheiden? „Bescheidenheit ist eine Tugend, die man vor allem an anderen schätzt“, meint Francois de La Rochefoucauld. Mit der Reife wächst (aber) die Bescheidenheit, lautet ein deutsches Sprichwort.

Nicht nur das Großprojekt „Lösung der Banken- und Staatsschuldenkrise“, sondern auch das Schicksal der überschaubaren Projekte wie „Hamburger Elbphilharmonie“, „Stuttgart 21“ und „Flughafen Berlin-Brandenburg“ und neuerdings die Aufklärungs-Drohne „Euro Hawk“ zeigen, daß die Politiker offensichtlich überfordert sind. Das gilt für alle Parteien. Ganz gleich welche Regierung aus den Wahlen im September hervorgehen wird: Wir Bürgerinnen und Bürger sollten deshalb mit unserer Hoffnung auf Besserung der Verhältnisse maßhalten.

Leute, die gern gegen gute Bezahlung und Privilegien Verantwortung übernehmen, wohl wissend, daß sowieso andere sie tragen müssen, gibt es genug. Doch wo sind die, die konsequent aus tiefempfundener Verantwortung für das allgemeine Wohl handeln? Parteigänger und Lobbyisten bestimmen heutzutage die Politik und führen uns in ein für die große Mehrheit der Menschen verlorenes Zeitalter, indem sie das allgemeine Wohl den Individual- und Gruppenegoismen von Minderheiten opfern.

Es scheint, als ob sich das politisch-kulturelle Geschehen in Zyklen entwickelt und notwendig auf das Erblühen und die Reife der Verfall folgt.

Quelle: openPR

geschrieben von: sascha am: 25.07.2013
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Kategorien: Freizeit, Buntes
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