Diese Kampfsportart ist für dich nicht geeignet!

Gute Ratschläge gibt es viele doch selten sind diese guten Ratschläge auch fundiert sondern basieren auf Halbwissen und falschen Annahmen. Gerade wenn es un die Frage geht, welche Kampfsportart bei der und der Statur empfehlenswert sei, hört man gleich, dass diese und jene Kampfsportart überhaupt nicht in Frage käme weil …

Nehmen wir als Beispiel Aikido. Aikido ist eine gänzlich defensiv ausgerichtete Kampfkunst, die es insbesondere Schwächeren ermöglichen soll auch im Kampf gegen starke Gegner zu bestehen. Der bekannte Schauspieler Steven Seagal ist von stattlichen Aussehen und sollte daher wenn man auf Äußerlichkeiten wert legt am besten zum MMA oder Boxen gehen. Brazilian Jiu jitsu wäre vielleicht auch noch was für ihn … Aber Steven Seagal hat sich dem Aikido verschrieben und ist mit 7. Dan Aikido sogar einer der am höchsten dekorierten Nicht-Japaner überhaupt.

Ich wäre immer vorsichtig mit Empfehlungen der Art „bei deiner Statur wäre das oder das besser geeignet“ …

Die Kampfsportart muss in erster Linie zum Charakter des Übenden passen. Ob groß oder klein, dick oder dünn, stark oder schwach ist dabei m.E. von völlig untergeordneter Bedeutung.

Wer sich nicht gern werfen lässt, für den scheiden natürlich Judo, Jiu Jitsu und Aikido von vornherein aus. Wer keine brasilianische Musik mag, wird mit Capoeira seine Schwierigkeiten haben, wer Hebeltechniken bevorzugt, wird mit Karate unzufrieden sein, wer keine Fußtechniken mag kommt mit Taekwondo ganz bestimmt nicht klar, wer sich ausschließlich für Selbstverteidigung interessiert, wird im Boxen kaum glücklich werden, wer ungern in chinesischer Kampfsport-Kleidung trainiert, für den wird Kung-Fu keine echte Erfüllung sein …

Diese Aufzählung ließe sich noch beliebig fortführen, aber es wird doch im Grunde schon recht schnell klar, dass der Körperbau eher von untergeordneter Bedeutung ist.

Über Erfolg oder Misserfolg in einer Kampfsportart entscheidet weniger der Körperbau als vielmehr die Erfahrung oder besser noch der Fleiß, den jemand in das Erlernen einer Kampfsportart legt.

Sicher hat der Körperbau auch Auswirkungen auf die Effektivität und überhaupt die technischen Möglichkeiten, jedoch ist dies eher von untergeordneter Bedeutung. Natürlich haben Schwergewichte im Sumo deutliche Vorteile, ebenso wie Kämpfer mit langen Armen oder Beinen den Anrgeifer leichter auf Distanz halten können.

Aber seien wir mal ehrlich: Wer entscheidet sich denn wirklich für nur deshalb für einen bestimmten Kampfsport, weil er sich in dieser Kampfsportart die größten Chancen verspricht? Dies dürfte wenn überhaupt nur auf eine sehr kleine Gruppe zutreffen, welche praktisch zumeist noch aus einem anderen Grund völlig vernachlässigt werden kann: aus mangelndem Durchhaltevermögen.

Leute die fragen, welche Kampfsportart für sie bei einem bestimmten Körperbau am geeignetsten sei sind mehrheitlich der Gruppe der unentschlossenen, ja vielleicht sogar sehr unsicheren Menschen zuzuordnen. Sie wollen nichts falsch machen und auf Nummer sicher gehen. Deshalb fragen sie andere. Dabei vergessen sie aber das Wichtigste: Die eigentliche Entscheidung müssen sie dennoch selbst, ganz allein, nur für sich treffen. Andere können ihnen die Entscheidung selbst nicht abnehmen. Sie sollten sich zunächst überlegen, was ihnen gefällt, was ihnen vielleicht weniger liegt und was überhaupt nicht in Frage kommt. Auf dieser Grundlage können dann Empfehlungen ausgesprochen werden.

Es gibt noch eine weitere Gruppe von Leuten die diese Frage aufwerfen. Es sind jene, die möglichst schnell und ohne große Mühen ihr Ziel erreichen wollen. Sie vergessen dabei, dass das alte Sprichwort „Ohne Fleiß kein Preis,“ nicht nur im Alltag sondern erst recht im Kampfsport gilt. Es ist zwar richtig, dass man mit gewissen Grundvoraussetzungen eine bessere Ausgangsposition hat, wenn man nach seine Auswahl nach Erfolgsaussichten trifft – aber dies gilt nur für den Anfang. Diese bessere Startposition wird in der Regel ganz schnell durch größeren Trainingsfleiß derjenigen wieder ausgeglichen, die keine so guten „Veranlagungen“ mitbringen. Letztlich ist jedes Erlernte eine erworbene Fähigkeit. Wer ein gewisses Talent mitbringt wird oft gewissermaßen vom Erfolg verwöhnt und hat gerade deshalb nicht der erforderliche Ausdauer sowie überhaupt die Fähigkeit mit Misserfolgen umzugehen, wie dies andere können, die sich alles von grundauf schwer erarbeiten mussten.

Aber um nicht allzusehr abzuschweifen, so stellt sich doch die Frage, was überhaupt das Ziel dieser zweiten Gruppe ist, warum sie nach dem kürzesten Weg zum Erfolg suchen und wie sie für sich selbst Erfolg definieren.

Im Kampfsport gibt es im Grunde immer zwei Ziele. Das eine sind kurzfristige, leichter erreichbare Ziele und das andere ist das große in weiter Ferne liegende Ziel der Perfektion.

Auf diesem Weg zum Erfolg gibt es keine Abkürzung. Nur den Schweiß und die Schmerzen.

Kurzfristige Ziele wie das Meistern einer bestimmte komplizierten Technik steht für die meisten Schüler des Kampfsports an erster Stelle. Jene aber, die nach schnellen Erfolgen suchen, haben nur das große Ziel im Blick so wie unerfahrene Bergsteiger, die den Gipfel schon zum Greifen nah vor sich sehen. In ihrem Eifer stürmen sie voran und es dauert nicht lange bis ihnen aufgrund der Höhe, wegen der schwierigen Strecke oder der steilen Felswand nicht nur die Luft sondern auch die Kräfte ausgehen. Ihnen geht es enenso wie denen, die im Kampfsport auf rasche Erfolge hoffen, um sich und vor allem anderen ihre Fähigkeiten zu beweisen. Dies mag im Anfang gut gehen, aber es kommt bald der Punkt, wo sie keine Fortschritte mehr machen, wo sie sogar von jenen, die sie am Anfang noch belächelt und im Übungskampf mit Leichtigkeit besiegt hatten nicht nur ein- sondern sogar überholt werden.

Wer im Leben immer nur nach den leichtesten Wegen Ausschau hält wird anfangs viele Erfolge haben, danach aber herbe Niederlagen einstecken und zudem in der Regel sein großes Ziel nie erreichen.

Deshalb sollte man die Frage nach einer „Erfolg versprechenden“ Kampfsportart besser gleich sein lassen und sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Das wären die persönlichen Vorlieben in Bezug auf die in der Kampfsportart enthaltenen Techniken, die Kampfdistanz, und die der Kampfsportart eigene Kampftaktik. Natürlich kann und darf auch der Körperbau eine Rolle spielen. Dies um so mehr dann, wenn beispielsweise aufgrund gesundheitlicher oder körperlicher Beeinträchtigungen bestimmte Techniken von vornherein ausgeschlossen sind – allerdings sollten derartige Überlegungen nur ergänzend mit einbezogen werden und schon gar nicht die Grundlage der Entscheidung für oder gegen eine Kampfsport bilden.

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Kampfsportart könnte dann schon eher das Trainingsumfeld – also die Entfernung, die Frage ob man sich in der Gruppe wohlfühlt, wie man mit den Trainingskameraden und dem Trainer zurechtkommt, wie der Trainingsraum ausgestattet ist und sicher auch die Höhe der Gebühren und Entgelte eine entscheidendere Rolle spielen. Doch gerade in Hinblick auf das Geld gilt: Billig ist nicht automatisch schlecht und teuer ist umgekehrt auch nicht automatisch gut.

Die Entscheidung für oder gegen eine Kampfsportart ist eine wichtige Entscheidung, die man selbst treffen muss und die einem keiner abnehmen kann. Diese Entscheidung will wohlüberlegt sein. Dabei sollte die Kampfsportart zum eigenen Charakter passen. Ganz besonders muss auch das Trainingsumfeld stimmen. Wenn man sich in der Gruppe oder dem Raum oder der Umgebung des Trainingsortes nicht wohlfühlt oder mit dem Trainer nicht klar kommt, so ist man mit der gewählten Kampfsportart oder besser dem Ort wo diese praktiziert wird, nicht glücklich und wird auch kaum lange bleiben. Der erste Eindruck sollte entscheidend sein. Wenn schon beim ersten Mal ein unangenehmes Gefühl aufkeimt, so wird dieses auch nicht ohne Weiteres vergehen. In diesem Fall sollte man sich entweder nach einer anderen Trainingsmöglichkeit oder notfalls gar nach einer anderen Kampfsportart umsehen.

geschrieben von: ralphp am: 22.12.2011
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