Geiz ist geil – oder warum eine gleichmäßigere Einkommens- und Vermögensverteilung vernünftig wäre

Clever sparen! IconDas Leben besteht aus Wechselbeziehungen. Wer wenig Geld hat, kann nur wenig ausgeben. Die Anbieter von Waren und Diensten erzielen dadurch weniger Einnahmen, können deshalb weniger investieren und verdienen auch weniger Geld. Deshalb können ihre Eigentümer ebenfalls weniger ausgeben, was wiederum die Einnahmen der Waren- und Diensteanbieter schmälert, bei denen sie Kunden sind.

Wenn es wie derzeit gängige Praxis ist, Mitarbeitern möglichst wenig Geld zu zahlen, um den Geschäftsprofit zu steigern, sinkt auch deren Kaufkraft und sie haben keine andere Wahl als möglichst billig einzukaufen. Das mindert die möglichen Einnahmen der Waren- und Diensteanbeiter noch weiter und regt sie an, bei Löhnen und Investitionen noch mehr zu sparen.

Geiz ist geil, weil er – kurzfristig – einen relativen Vorteil hinsichtlich der verfügbaren Geldmittel verschafft. Aber da der Geiz sich allgemein verbreitet, ist letztlich jeder zugleich Täter und Opfer. Ausgenommen natürlich diejenigen, die sich – allein oder in Zusammenarbeit mit gleichgesinnten – einfach nehmen (können), was sie wollen, Vorstände und Aufsichtsräte großer Publikumsaktiengsellschaften zum Beispiel.

Auf der einen Seite Millionengehälter und entsprechende Ruhegeldbezüge, auf der anderen Seite Millionen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die nicht mehr das Nötigste haben, um angemessen am sozial-kulturellen Leben teilzunehmen. Die einen, die ohne Not geizen, die anderen, die aus Not geizen. Aus dieser Perspektive ist Geiz schon weniger geil.

Und die Zusammenhänge reichen noch weiter. Wer keine einigermaßen gesicherte Lebensperspektive hat, weil er sich von einem zum nächsten schlecht bezahlten Teilzeitjob hangeln oder mit Werkverträgen als Scheinselbständiger sein Dasein fristen muß, der kann sein Leben überhaupt nicht planen. Eine ordentliche Wohnung einrichten, eine Familie gründen, für das Alter vorsorgen – Fehlanzeige.

Apropos: Altersvorsorge: Altersarmut ist für Millionen bereits programmiert. Geiz wird deshalb für immer mehr Menschen dauerhaft geil sein, weil ihre Not es gebietet.

Waren- und Diensteanbieter, die an ihre eigenen Landsleute nicht genug verkaufen können, suchen im Export ihr Heil und machen sich dadurch von ausländischer Nachfrage abhängig. Wenn viele es tun, wird die ganze Volkswirtschaft von – nicht selten politisch verursachten – weltwirtschaftlichen Strömungen und Ereignissen abhängig – wie schon seit langer Zeit Deutschland. Da umgekehrt auch ausländische Waren- und Diensteanbieter, die infolge weniger entwickelter sozialer und infrastruktureller Standards in ihren Ländern geringere Kosten haben, hierzulande billiger verkaufen können als ihre inländischen Konkurrenten, vergrößert sich der Preisdruck für diese. Das facht die Geiz-ist-geil-Haltung weiter an und drückt zusätzlich auf die Erträge der Produzenten und Händler sowie auf die Einkommen der Konsumenten.

Gravierende Folgen für die gesellschaftliche Integrität und den sozialen Frieden sind absehbar. Der Entwurf des auf Betreiben der FDP geschönte 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung vermerkt, die Lohnentwicklung sei „im oberen Bereich in Deutschland positiv steigend“ gewesen. Die unteren 40 Prozent der Vollzeitbeschäftigten hätten jedoch nach Abzug der Inflation Verluste bei der Bezahlung hinnehmen müssen. „Eine solche Einkommensentwicklung verletzt das Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung“ Daß sich Millionen Menschenschafe aber auf Dauer von einigen hunderttausend Menschenwölfen ausbeuten und vom Wohlstand ausschließen lassen werden, ist unwahrscheinlich.

Alles zu tun, um jedem Mitbürger lebenslang eine angemessene Teilhabe am sozial-kulturellen Leben zu ermöglichen, ist sowohl gesellschaftspolitisch und moralisch wie auch wirtschaftlich geboten. Dazu müßte nur die von Lobbys innerhalb und außerhalb der Parlamente gesteuerte klientelorientierte Politik durch eine strikt an den Erfordernissen des Allgemeinwohls ausgerichtete Politik abgelöst werden. Daß es dazu kommen wird, ist unwahrscheinlich. Kein Hund, der eine dicke Wurst geschnappt hat, teilt diese freiwillig mit einem anderen.

Um in Zukunft erhebliche soziale Verwerfungen mit unfriedlichen Auswirkungen zu verhindern, könnte aber wenigstens mit Mindesteinkommen in Form von Mindestlöhnen und Mindestrenten gegengesteuert werden, die allerdings so hoch sein müßten, daß sie eine angemessene Teilhabe am sozial-kulturellen Leben ermöglichen. Daß dies möglich wäre läßt sich aus einer Machbarkeitsstudie für ein unbedingtes individuelles Grundeinkommen schließen, die sich vor allem durch sehr vorsichtige Annahmen auf der Finanzierungsseite auszeichnet. So wurde kaum die Streichung von Subventionen unterstellt und so unsinnige Maßnahmen wie das Betreuungsgeld und das Mehrwertsteuergeschenk für Hoteliers waren zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Studie noch gar nicht bekannt. Obwohl die statistischen Grundlagen der Untersuchung aus 2005/06 stammen, sind ihre Aussagen und Schlußfolgerungen nach wie vor aktuell.

Daß allen Bürgerinnen und Bürgern eines Landes ein angemessener, ihre Teilnahme am sozial-kulturellen Leben ermöglichender Anteil am gemeinsam erwirtschafteten Volkseinkommen zusteht, mag für den konventionellen Durchschnittsmenschen noch ein revolutionärer Gedanke sein. Für den Menschen aber, der unter den technologischen und wirtschaftlichen Bedingungen der Welt, die er sich geschaffen hat, seine Chance wahren möchte, auch in Zukunft ein Leben in Frieden, Freiheit und Wohlstand zu genießen, ist dieser Gedanke nicht mehr als eine Zwangsläufigkeit.

Quelle: openPR

geschrieben von: sascha am: 11.02.2013
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Kategorien: Freizeit, Buntes
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