Ich brauche Hilfe … Wing Tsun oder Taekwondo?

Also ich kann mich einfach nicht entscheiden was soll ich denn machen eigentlich will ich nur selbstverteidigung lernen vorallem auf der Straße. Was mir noch wichtig ist sind die Kicks lernt man bei Wing tsun auch Kicks? Lernt man bei Taekwondo auch bestimmte sachen für selbstverteidigung die mir was auf der Straße helfen? Wenn es um reine Selbstverteidigung geht, dann wäre wohl ein Selbstverteidigungskurs das Beste. Wing Tsun ist voll auf Selbstverteidigung ausgerichtet. Ebenso Krav Maga. Gerade in der Selbstverteidigung gilt: Effektiv ist, was leicht ist. Spektakuläre Techniken sind im Ernstfall meist fehl am Platze. Der Grund dafür ist einfach und naheliegend: Erstens erfordern derartige Techniken viel Körperbeherrschung und damit natürlich auch entsprechend viel Training, zum anderen sind spektakuläre Techniken auch für den Ausführenden nicht ganz ungefährlich. In gefährlichen Situationen sollte man auf das zurückgreifen, was einfach aber effektiv ist. Natürlich gibt es beim Wing Tsun auch Kicks. Fußtechniken sind Bestandteil nahezu aller asiatischen Kampfsportarten. Gleich ob im Taekwondo oder anderen Kampfsportarten: Alles was man erlernt, ist grundsätzlich auch in der Selbstverteidigung einsetzbar. Wer meint: Es gäbe Kampfsport für Selbstverteidigung und Kampfsport für den Ring und Kampfsport für das Training, der hat m.E. etwas ganz Grundsätzliches nicht verstanden. Es gibt im Kampfsport keine Grenzen. Grenzen setzen Menschen - gleich ob Trainer oder Schüler. Wenn Du Dir sicher bist, was Du willst ... dann solltest Du beides einfach ausprobieren. Dass, was Dir am meisten liegt, dabei solltest Du bleiben. Taekwondo ist für Fußtechniken bekannt; Wing Tsun eher für die Einfachheit der Techniken. Im Taekwondo gibt es (auch) Wettkämpfe; im Wing Tsun nicht. Letzteres ist ausschließlich für die Selbstverteidigung konzipiert.
geschrieben von: ralphp am: 1.03.2012
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Kommentare

Geeignet ist eigentlich jede Kampfkunst, jede Kampfsportart. Da Problem ist nur, viele Stile werden als reiner Kampfsport gelehrt. Das heißt, man lernt zwar die ganzen Techniken des Stiles, in der Anwendung, bzw. als „Mittel zum Kampf“ lernt man nur die Kampftechniken, die nach den Turniersportregeln des jeweiligen Stiles zugelassen sind. Der Ausübenden des Stiles kann im Fall einer echten Auseinandersetzung auf der Straße also arg in Schwierigkeiten geraten, wenn er mit Angriffen konfrontiert wird, deren Abwehr er nie trainiert hat. Sollte man deswegen keine Kampfsportarten lernen? Nein, aber man sollte sich mit Selbstverteidigung intensiv befassen, auf Lehrgängen, dass Angebot diesbezüglich ist gewaltig. Durch Training mit anderen Stilen, auch mit welchen, die den eigenen Stil sogar in Frage stellen. Selbstverteidigung an sich ist im wahren Kern der Sache absolut „Stil-los“! Es gibt halt nur verschiedene Stile und Verbände, die einen trainieren mehr Sport, die anderen trainieren tatsächlich echte Funktion für den Fall das „es richtig knallt“. Bevor ich jetzt auf die Frage eingehe, Wing Tsun und/oder Taekwon-Do, sei mir noch ein Hinweis gestattet. Drei Dinge sind zu beachten , wenn ich mir einen Stil suche. 1. Was für ein Typ Kämpfer bin/wäre ich eigentlich? Stehe ich mehr auf Boxen, Stile mit Schlägen und Tritten, oder neige ich mehr zu Grappling , Stile wie Judo, Ju Jutsu / Jiu Jitsu oder Ringen?
2. Was will ich wirklich? Selbstverteidigung? Turniersport? Ein bisschen Action in Gesellschaft? Womöglich nur ein bisschen Bewegung? Bin ich bereit ein richtiger Kämpfer zu werden? Gerade wenn man wie hier tatsächlich an Selbstverteidigung interessiert ist. Denn um wirklich sich adäquat wehren zu können, muss man lernen zu kämpfen. Das heißt Sparring und Kampf, vor allem auch auf Kontakt. Das heißt Krafttraining , dass heißt Laufen gehen, diese Dinge tun Kämpfer und „Krieger“ seit wer weiß wie lange. Nur war sich selbst besiegt, seine Grenzen überschreitet, kann andere besiegen, also sich wirklich verteidigen.
3. Der letzte Punkt befasst sich mit der Frage wo ich trainiere. Nein, jetzt meine ich nicht den Stil. Ich muss mir eine Schule, ein Studio, eine Örtlichkeit suchen, wo ich mich wohl fühle. Wer unterrichtet dort, wer ist der Sensei /SiFu/Sabumnim – der Lehrer/die Lehrerin? Habe ich da Vertrauen? Kann ich da Unterricht annehmen? Kann ich mir vorstellen dort Geld für die Trainingsgebühren auf längere Sicht zu bezahlen? Was schaffe ich mir an Equipment an? Auch eine Frage der Kosten.
Lassen Sie sich ja nichts von wegen schnelle Erfolge erzählen! Wenn man wie in Thailand in einem Muay Thai-Gym lebt und trainiert, Tagaus und Tagein, von morgens bis abends, ja dann lernt man schnell zu kämpfen. Generell aber gilt: Alles braucht seine Zeit und kann nicht erzwungen werden. Konstantes und beständiges Training ist angesagt.
Nun aber zu der Frage, Wing Tsun oder Taekwon-Do, was soll
man machen? Hier antworte ich aus eigener Erfahrung, so wie ich selbst es gemacht habe: Machen Sie beide Stile. Obwohl ich von Haus aus das alte klassische Taekwon-Do gelernt habe und dies für Selbstverteidigung auch gut gebrauchen konnte, hat Wing Tsun mich immer fasziniert. Ich habe es nebenher sehr intensiv und begierig trainiert und halte nach wie vor meine Kontakte zu dieser Kampfkunst, deren Bestrebungen wirklich an effektive Kampf- und Selbstverteidigungskunst festhalten.
Definieren wird beiden Stile kurz. Beides sind von den Verbänden und den verschiedenen Systemen her, recht komplizierte Stile. Die Verzweigungen im Wing Tsun sind deutlich noch vielfältiger, es gibt WT, VT, WTEO, WC, VC, WTz und noch eine Form die sich Jue Yen (sprich: Dschü Yen) nennt. Gesprochen wird normalerweise die Kampfkunst eigentlich immer „Wing Tschun“, aber die unterschiedlichen Schreibweisen definieren verschiedene Verbände und Stile, die sich zum Teil auch überhaupt nicht mögen und sich gegenseitig die Kompetenz absprechen. Sachlich definiert ist Wing Tsun ein raffiniertes Kampfsystem mit schnellen kurzen und sehr direkten Kampftechniken. Es werden alle Techniken auf der körpereigenen Mittellinie durchgeführt und die Abwehren sind so beschaffen, dass die Angriffe eines Gegners, auch wenn er größer und kräftiger ist, weich abgelenkt und quasi im Ansatz schon gestört werden. Gleichzeitig greift ein Stilist des Wing Tsun unentwegt an, die einzelne Technik ist gar nichts, gesamtheitliche und fließende Durchführung der Kampftechniken ist alles. Das Prinzip des „Abwehrens und gleichzeitigem Ausholens zum Gegenangriff sind eins“ wird hier voll praktiziert. Leute, die gegen Wing Tsun Kämpfer gekämpft haben, beschreiben das häufig als ein Gefühl, als habe ihr Gegner 8 Arme, oder sie hätten sich in einem Spinnnennetz verfangen. Wing Tsun benutzt keine schwierigen oder spektakulären Techniken, aber Vorsicht : Man lernt diesen Stil nicht einfach so. Er ist klasse und funktionell, aber es ist eine Kampfkunst, für die auch nicht jeder geeignet ist. Auch hier ist intensives Lernen, Hingabe und beständiges Training erforderlich. Die Tritte im Wing Tsun sind pragmatisch praktisch und auf reine Funktion ausgelegt. Sie sind tief bis etwa hüfthoch in der Ausführung.
Das Taekwon-Do teilt sich grob gesagt in vornehmlich zwei Stile auf. Es gibt mehr Stile und mehrere Verbände, aber das würde jetzt zu weit führen. Der eine Stil, das sogenannte WTF-Taekwondo, ist eigentlich der Stil den man meint, wenn man von Taekwon-Do spricht. Man beachte aber die andere Schreibweise. Es ist mittlerweile eine olympisch anerkannte Sportart, hier wird vornehmlich nur noch getreten, mittelhoch bis ganz hoch und es gibt noch sehr begrenzt Handtechniken. Es ist für Selbstverteidigung nicht mehr so geeignet und das ist dort auch gar nicht mehr das Bestreben dieses Stiles. Die extreme Auslegung auf die olympischen Turniersportregeln machen dieses „Taekwondo“ als Kampfstil ziemlich einseitig. Das Potential wird nicht mehr richtig ausgeschöpft, spektakuläre Kicks, auch gesprungene, gibt es natürlich ohne Ende.
Das andere Taekwon-Do, man spricht vom alten oder klassischen System, begründet durch General Choi, Hong-Hi, ist dem Karate sehr ähnlich, abgesehen von der größeren Vielfalt an Tritten und gesprungene Tritten. Es gibt Formen, den Katas recht ähnlich, hier heißen sie aber „Hyong“, manchmal auch „Tul“. Kampftechnisch ist dieser Stil recht vielseitig, man kämpft klassisch wie im Karate und im sogenannten Leichtkontakt-Kickboxen. Viele Vertreter dieser Stilrichtung orientieren sich zur Verbesserung ihrer kämpferischen Fähigkeiten auch im Vollkontakt-Stil des Kickboxens oder sogar beim Thaiboxen. Hier werden jedenfalls deutlich mehr Handtechniken praktiziert und der Bereich „Hosinsul“, steht für Selbstverteidigung, hat auch einen höheren Stellenwert. Dieses Taekwon-Do ist von den Verbänden her schlechter organisiert, hier in Deutschland findet man es deutlich weniger als den WTF-Stil. Es wird insgesamt auch nicht mehr so in seiner kompletten Bandbreite seiner Techniken trainiert. Viele kennen es gar nicht mehr. Wie schon erwähnt, bei der Bezeichnung Taekwon-Do ist fast nur noch der WTF-Stil geht gemeint. Die Tritte für die sich viele Leute interessieren gibt es auch hier. Wer sich für dieses System interessiert, es aber nicht mehr findet, dem würde ich ansonsten zum sehr ähnlichen Tang Soo Do raten. Das ist der klassische Stil den Chuck Norris zuerst gelernt hatte. Die Tritte kann man aber auch beim Karate und beim Kickboxen lernen, falls man sich dafür interessiert. Abschließend kann ich nur empfehlen sich gut umzusehen und mehrere Schulen/Vereine auszuprobieren. Wenn man sein System gefunden hat heißt es trainieren und sich für die Selbstverteidigung soviel Kenntnisse anzueignen wie nur eben möglich. Beim Wing Tsun ist die Selbstverteidigung generell das Ziel bei allem was trainiert wird. Wichtig ist ein System richtig und vollständig zu erlernen.

also ich habe auch wt und taekwondo trainiert der unterschied im wt ist die schreib weise sonst nichts ein bong sao wird immer ein bong sao bleiben ein lap sao immer ein lap sao egal ob man wc vt wt vc trainiert

ja ich habe das so gemacht das ich die taekwondo tritte mit wt kombiniert habe der effektivste tritt den ich im wt sparring gemacht habe und den kaum einer abwehren konnte war der dyt chagi also der rückwärts tritt wie er im taekwon do praktiziert wird dieser tritt habe ich festgestellt ist auch gegen kokushinkai karate sehr wirksam die kommen mit dem tritt nicht zurecht wenn er so gemacht wird wie im taekwondo

also mein tipp entweder beides trainieren und dann kombinieren oder wt das wtf taekwondo halte auch ich nicht für wirksam da der aspekt der hand technicken fehlt

Insgesamt stimme ich Dir bei allem zu igor46. Mein einziger Einwand wäre, das wir früher im klassischen Taekwon-Do die gleichen Handtechniken hatten wie das klassische Karate, von geringen Unterschieden mal abgesehen. Und da wir beim Sparring sowieso Kickboxen gemacht haben, konnten wir auch „einfach Boxen“. Nicht das wir bei anderen Stilen nicht noch was hätten lernen können, doch natürlich, auch, oder gerade beim Boxen. Aber wir mussten nicht extra wegen „Handtechniken“ andere Stile aufsuchen.
Und ich sehe es genau wie Du, der Dyt Chagi/Toras Yop Chagi ist einer der besten und schnellsten Tritte überhaupt. Besonders gesprungen, die meisten haben Probleme den abzuwehren wenn er im richtigen Moment kommt. Er funktioniert in enger und langer Distanz.
Und wenn man WT und Taekwon-Do trainiert und beides anwenden kann ohne „hin und her springen zu müssen“ bei den Techniken, dann hat man einen echt gut einsetzbaren Stil, einen der noch dazu enorm viel Spaß macht. Ich möchte beide Stile nicht missen.

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