Ist Alice Schwarzer Opfer oder Täter?

business womanEs ist soweit. Jede große deutsche Institution scheint momentan in sich zusammenzubrechen. Letzte Woche war es noch der ADAC, heute ist es Alice Schwarzer. Alice Schwarzer, die bekannte feministische Zeigefingerin der Nation, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, hat im großen Stil Steuern hinterzogen mit einem Konto in der Schweiz – und das seit den 80er Jahren, ganze 30 Jahre lang. Auf ihrem Blog www.aliceschwarzer.de gibt sie sich reuig, stellt sich gar als Opfer dar, denn eigentlich hätte diese Information gar nicht an die Öffentlichkeit gelangen dürfen, denn vor einem Jahr hat sich Schwarzer selbst beim Finanzamt angezeigt. Sie hat 200.000 Euro Steuern nachgezahlt, außerdem noch einiges an Säumniszinsen blechen müssen. Nach ihren eigenen Aussagen ist der Fall „damit auch aus Sicht der Steuerbehörde bereinigt. Mit welchem Recht also jetzt die Denunzierung?“

Steuerhinterziehung vs. Rufmord

Dafür mag es mehrere Gründe geben. Vielleicht haben sich einige darüber gefreut, dass die große Kritikerin und Feministin Schwarzer endlich selbst einen Fehler begeht. Hatte sie doch gerne, und nicht nur im Kachelmannprozess, wertend mit dem Finger auf andere Menschen gezeigt – nun beschwert sie sich selbst über „Rufmord“. Vielleicht waren andere der Meinung, dass sie doch nicht ungestraft davon kommen sollte, denn obwohl sie für die letzten zehn Jahre ihre Steuern nachgezahlt hat, sind zwanzig Jahre vorangegangen und verjährt und mit welchem Selbstverständnis – zwanzig Jahre hat sie also ungestraft Steuern hinterzogen und damit gerade als Großverdienerin jeden einzelnen Steuerzahler betrogen und bestohlen und dabei selbst ihr Vermögen vergrößert. Sie selbst sagt dazu: „Auch mein persönliches Unrechtsbewusstsein hat sich an dem Punkt erst in den letzten Jahren geschärft.“ Damit gibt sie indirekt zu: Die ganzen Jahre davor, dachte ich Steuerhinterziehung ist total ok. Dass Schwarzer kein großer Fan des deutschen Steuersystems ist, ist spätestens seit ihrer Hetzaktion gegen das Ehegattensplitting bekannt. Ihrer Meinung nach subventioniert der Staat damit die Hausfrauenehe und so die staatliche Unterdrückung der Frau. Wollte sie es so dem Staat heimzahlen?

„In all der Zeit habe ich nie einen Cent von dem Konto abgehoben“

Schwarzer selbst legitimiert ihr Handeln, in dem sie sagt, dass sie das Konto nie angerührt (schön gespart…) und es nur für den „Notfall“ geführt hätte, da sie eine Zeitlang Angst hatte ins Ausland gehen zu müssen, da die „Hatz“ gegen sie so groß war. Zudem vermutet sie politische Absichten hinter der Veröffentlichung ihrer Steuerhinterziehung, da sie aktuell viele politische Aktionen zum Beispiel gegen Prostitution in den Startlöchern stehen hat, aber auch sie selbst sieht eine Verbindung zum Fall Kachelmann. Alice Schwarzer fühlt sich als Opfer der Politik und als Opfer der Medien, die sich einfach über Gesetze hinwegsetzen und sie damit schädigen. Dass sie vielleicht selbst auch in dieser Aktion Täter war und es den Journalisten einfach darum ging zu zeigen, dass auch Gutmenschen, die sich gegen alle Arten von Ungerechtigkeiten einsetzen, nicht immer eine weiße Weste haben und selbst unterdrücken, leuchtet ihr nicht ein. Die normalverdienenden Steuerzahler sind hier die Unterdrückten, die so eine größere Last tragen, damit Schwarzer sich selbst noch weiter bereichern kann. Schwarzer lässt die Nation bei ihrem Handeln außen vor und fühlt sich verraten, denunziert.

Selbstgerechtigkeit und Ungerechtigkeit liegen nah beieinander

Dabei denunziert sie selbst ganz gerne, so wie zum Beispiel im Jahr 1993 den Künstler Helmut Newton. Ihm warf sie in der Emma vor, dass seine Bilder sexistisch, rassistisch und faschistisch seien. Als Beleg druckte sie einfach 19 Bilder des Künstlers ab, um ihre These zu belegen – natürlich ohne je nach dem Urheberrecht zu fragen. Die Schadensersatzklage folgte auf dem Fuß, genau wie bei der Nonne, die sie damals, ohne deren Einwilligung, auf dem Titel der Emma in einer Fotomontage als Werberin für Kondome abbildete. Den Rufmord an diesen beiden Personen nahm sie für ihre „Mission“ in Kauf. Nun scheint es doch selbstgerecht, wenn sie laut aufschreit, dass auch sie nun getroffen ist, durch die „Mission“ anderer, die Ungerechtigkeiten und Betrug aufzeigen wollen. Die große Moralapostelin ist gefallen und sollte sich an die eigene Nase greifen. Alice Schwarzer ist ein Opfer ihres eigenen Handels: Sie hat bewusst jahrelang betrogen und fühlt sich nun hintergangen, weil andere, genau wie sie selbst auch, entschlossen Fehler und Diskriminierungen aufdecken und dann letztendlich publik machen.

Quelle: openPR

geschrieben von: sascha am: 27.05.2014
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