Ist eine Abmahnung nach „Stinkefinger“ gerechtfertigt?

Rudi Ratlos fragt:
Ist eine Abnahmung nach „Stinkefinger“ gerechtfertigt?

Helmut, Rudis Freund, ist Inhaber eines mittelständischen Che­mieun­ter­nehmens. Auf seine Arbeitnehmer kann sich Helmut verlassen, auch auf Mirco, den ein­zi­­gen Hitz­­kopf in der Belegschaft, mit dem es wiederholt Ärger gab.

Um den Betriebsfrieden zu wahren, sah sich Helmut kürzlich gehalten, Mir­co ei­­ne Ab­mah­­nung auszusprechen. Mirco hatte wieder einmal eine Aus­ein­an­dersetzung mit sei­­nem Abteilungsleiter Adolph. Adolph sah seine Autorität untergraben und fühl­­te sich beleidigt, weil Mirco ihm im Streit vor den anderen Kollegen den er­ho­be­­nen Mittelfinger gezeigt hatte.

Mirco sah nicht ein, dass ihm Helmut deswegen gleich eine Abmahnung aussprach. Mir­co war der Ansicht, dass Adolph nicht so empfindlich sein solle. Das Zei­­gen des sogenannten „Stinkefingers“ sei heutzutage üblich und akzeptabel. Sei­­ne Re­ak­ti­­on sei nicht überzubewerten und stelle darüber hinaus kei­­ne Ar­beits­pflicht­ver­let­­zung dar. Er sei einer der besten und er­fah­rens­­ten Ma­schi­nen­schlos­ser in der Abteilung und habe sich über den Neuling A­dolph und dessen abwegige Ansichten begründet geärgert.
Mirco bestand daher auf Löschung der Abmahnung aus der Personalakte.

Helmut mußte mit einer Klageerhebung rechnen und besprach den Sachverhalt mit sei­­nem Freund Rudi. Rudi fand heraus, dass das Arbeitsgericht Frankfurt a.M. in ei­­nem ähnlichen Fall mit Urteil vom 26.06.2003 (Az: 6 Ca 11145/02) gegen den Ar­beit­neh­­mer entschiede hatte. Das Gericht erklärte die Ab­mahnung für wirksam, da das Zeigen des „Stinkefingers“ eine „beleidigende, vulgäre Geste“ sei, die Vor­ge­setz­­te nicht hinzunehmen hätten. Demnach hatte die Abmahnung in je­nem Fall in der Personalakte zu verbleiben.

Nachdem Helmut mit Rudis Hilfe Sicherheit erlangt hatte, führte er mit Mir­co ei­­ne weitere Aussprache, in deren Ergebnis sich Mirco einsichtig zeigte. Hel­­mut ist auch zufrieden, denn Mirco ist tatsächlich ein guter und zu­ver­läs­si­­ger Ar­beit­neh­­mer, den er nur ungern verlieren würde.
(besprochen/mitgeteilt von Rechtsanwalt Bernhard LUDWIG, Bad Langensalza und Gotha)

Quelle: openPR

geschrieben von: ralphp am: 21.09.2012
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Kommentare

Ich halte diese Rechtspraxis für völlig daneben. Gerade in emotionsgeladenen verbalen Auseinandersetzungen sind spontane Gesten und Schimpfworte ein psychologisch notwendiges Ventil, um die Gesamtkontrolle zu bewahren und auch dem Gegner seine Grenzen zu zeigen. Es ist etwas anderes, jemanden schriftlich und wohlüberlegt ein Arschloch zu nennen, obwohl ich nicht selten versucht bin, Juristen, die so wenig die menschliche Psyche und die Folgen ihrer Urteile beachten, genau dies mitzuteilen.

D.h. aber nicht das nun jeder seine Gefühle nicht unter Kontrolle haben muss. Der Chef ist immer noch der Chef- egal um wem es sich da handelt, ob Abteilungsleiter oder sonst wen. Und egal wie geladen ich auch bin. Ich kann meine Meinung sachlich vorbringen das mir dies oder jenes nicht gefällt.
Das zeigen des Mittelfingers ist kein Chavaliersdelikt und sollte auch nie einer werden.

Der Finger erfüllt den Tatbestand der Beleidigung, genauso wie jemanden ein Arschloch zu nennen. Es gibt eben Dinge, die als Grenzüberschreitung gewertet werden und soweit muss man sich beherrschen können, damit es dazu nicht kommt. Ansonsten sind wir schnell wieder bei der Diskussion, ob eine Straftat überhaupt bestraft werden kann, weil eine mangelnde Impulskontrolle familiär, genetisch oder sonstwie bedingt war und man das gar nicht zu verantworten hat.
Besser man macht die Faust in der Tasche.

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