Jährlich viele Todesfälle durch Judo – Eltern in Japan sind alarmiert

Judo Todesfälle alarmieren japanische Eltern

Untersuchungen zufolge sterben in Japan jährlich im Durchschnitt vier Kinder während des Judo-Unterrichts. Dies hat nun einige Eltern alarmiert, denn Japan ist bestrebt, Kampfsport als obligatorischen Schulsport einzuführen.

Yoshihiro Murakawa gehört zu jenen, die den Plänen der Regierung kritisch gegenüber stehen, denn er ist davon überzeugt, dass sein 12 Jahre alter Neffe durch eine gefährliche Judo-Übung zu Tode kam.

Die Japan Judo Accident Victims Association (Japanische Vereinigung der Opfer von Judo-Unfällen), die Murakawa zusammen mit anderen Familien im letzten März gegründet hat, richtet die dringende Bitte an die Regierung, Sicherheits-Richtlinien für Judo an den Schulen zu erlassen.

“Viele Faktoren spielen hier eine Rolle,” sagte Murakawa in Bezug auf den Tod seines Neffen Koji während des Training im Judo-Club.

“Zunächst einmal wissen viele Judo-Instructoren an japanischen Schulen überhaupt nicht, was sie tun sollen, wenn es wirklich einmal zu einem ernsthaften Zwischenfall kommt,” sagte er AFP.

Murakawa kritisierte auch, dass einige Instruktoren an Judo-Clubs Sicherheits-Maßnahmen vernachlässigen, wie zum Beispiel den Kindern ausreichend Ruhepausen zu gönnen.

Koji’s Mutter hatte darum gebeten, auf ihren Sohn besonderes aufzupassen als er in den Judo Club an der Mittelschule in der Präfektur Shiga eintrat, da er an Asthma litt.

Aber eines Nachmittags im Juli 2009, kämpfte Koji obwohl schon erschöpft immer noch mit älteren Schülern und dem Instruktor im freien Übungskampf „Randori“, erzählt Murakwa unter Berufung auf Berichte anderer Schüler.

Nach einem letzten Wurf wurde Koji bewusstlos und fiel ins Koma woraufhin er einen Monat später starb, sagte Murakawa.

Seit 1983 sind in den vergangenen 27 mindestens 110 Kinder während Judo-Übungen in der Schule gestorben wie eine Untersuchung von Ryo Uchida, Assistant Professor an der Aichi University of Education, ergab.

“Im Judo ist die Zahl der Fälle bei denen Sportler aufgrund der im Sport vorkommenden Techniken wie zum Beispiel Würfen zu Tode kommen signifikant hoch,“ sagte Uchida.

Allein in 2009 und 2010 alone, starben 13 Kinder und der letzte Fall, einen 6-jährigen Jungen betreffend, ereignete sich erst im November, wie lokale Zeitungen berichteten.

Eltern sind von diesen Zahlen alarmiert, da Japan plant traditionelle Kampfkünste, einschließlich Judo, ab 2012 als Pflichtfach für Jungen und Mädchen gleichermaßen an Mittelschulen einzuführen. Die Schüler an den Mittelschulen sind zwischen 12 und 15 Jahren alt.

Yasuhiko und Keiko Kobayashi, deren jüngster Sohn im Alter von 15 eine schwere Hirnverletzung erlitt, werfen auch die Frage auf, ob die Regierung wirklich richtig vorbereitet ist. Sie werfen der Regierung vor, die Fälle von schweren Judo-Verletzungen nicht ausreichend untersucht zu haben.

“Obwohl so viele Kinder gestorben sind, wurde nicht ein einziger Fall zur Anklage vor Gericht gebracht,” sagte der Vater. “Niemand hat die Verantwortung übernommen.”

Uchida vertritt die Auffassung dass Intruktoren keine Sicherheits-Maßnahmen getroffen haben und vermutet “gelegentliche Verletzungen oder Todesfälle sind bedauerliche Vorfälle, können jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden.”

Judo, das seit den olympischen Spielen von Tokyo in 1964 ein offizieller olympischer Sport ist, wird seit langem als ein Mittel zur Erziehung von Körper und Geist junger Japaner angesehen und nimmt einen wichtigen Platz in der Ausbildung von Polizei und Militär ein..

Murakawa kritisierte eine wie er es nennt “military-like” Judo Kultur, welche auch “Schlagen und Treten” im Namen der Disziplinierung jüngerer Trainingsteilnehmer toleriert.

“Kinder, die Angst haben verprügelt zu werden, müssen den Forderungen des Coach Folge leisten und können nicht nach einer Pause fragen – aus welchem Grund auch immer,” sagte er.

Der Vorsitzende des Französischen Judo Verbands, Jean-Luc Rouge, sagte er habe in Frankreich noch von keinen Toten durch Judo gehört. Er vertritt den weltgrößten Verband mit 600.000 Judoka, von denen 75 Prozent Kinder unter 14 sind.

“Natürlich gibt es einige Verletzungen, denn es ist ein Sport. Aber in Frankreich können alle Familienmitglieder Judo machen,” sagte Rouge AFP bei einem Telefonat.

Einige japanische Judo-Sportler sind “wie Mitglieder einer Spezialeinheit”, ergänzte er.

Der Sportarzt Yuzo Shinbara, der Mitglied des Medizinischen Wissenschaftsrats innerhalb der All Japan Judo Federation ist, wies den Vorwurf zurück, dass Judo Trainer aufgrund ihrer Mentalität harte Aufnahmepraktiken rechtfertigen würden.

“Wir in der Judo Federation fühlen großen Schmerz, wenn wir wissen, dass Kinder im Judo sterben,” sagte er.

Die Sports Association, welche 56 schwere Unfälle in sechs Jahren bis 2009 bestätigt, hat eigene Sicherheits-Richtlinien veröffentlicht und untersucht, wie er weiter ausführt, das Risiko von Kopfverletzungen durch medizinische Experten.

Anders jedoch die japanische Regierung, die keine offiziellen Sicherheits-Richtlinien für den Judo-Unterricht an den Schulen herausgegeben hat.

“Die Regierung hat keine sportartspezifischen Richtlinien in Hinblick auf Verletzungsrisiken oder Sicherheitsmaßnahmen,” sagte ein Beamter des Erziehungsministreriums, der anmerkte, dass die meisten Judo-Verletzungen während der zusätzlichen Club-Activities (Schul-Arbeitsgemeinschaften) auftreten.

Uchida warnte, dass mehr Kinder dem Risiko schwerer Verletzungen ausgesetzt würden, wenn Judo Teil des offiziellen Lehrplans wird.

“Judo ist ein inspiriender Sport und zudem sehr förderlich für die geistige Leistungsfähigkeit,” sagte Uchida. “Aber Schulen müssen Sicherheits-Richtlinien haben.”

Quelle: Yu’s Blog / AFP

geschrieben von: ralphp am: 16.01.2011
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