Jedes zweite Paar nutzt Handschellen beim Liebesspiel

Umfrage: Zwei Drittel der Deutschen haben schon einmal Fesselspiele ausprobiert / Brandenburg und Niedersachsen sind Hochburgen

Bondage (engl. für Fesselspiele) sei nur etwas für Hartgesottene – diese Annahme ist mehr als veraltet. Eine Umfrage unter 5.000 Internet-Nutzern der Online-Community JOYclub.de zeigt, gut drei Viertel der Deutschen haben das Fesseln bereits einmal in ihr Liebesspiel eingebunden und nur acht Prozent wollen es gar nicht ausprobieren. Dabei zeigt sich: Handschellen sind bei Weitem das beliebteste Utensil.

Das Spiel mit Unterwerfung erregt

Den Partner oder sich selbst durch Fesseln zu unterwerfen ist für die meisten Deutschen eine sehr erregende Vorstellung. Insgesamt 73 Prozent aller Befragten haben es bereits einmal ausprobiert und 60 Prozent nutzen diese Form der Erotik „ab und zu“, um ihr Liebesspiel anzuheizen. Immerhin 19 Prozent wollen diese Erfahrung noch machen, haben jedoch Angst sich zu verletzen (4 Prozent) oder sind noch auf der Suche nach dem passenden Partner dafür (15 Prozent).

Dabei steht jedoch nicht die kunstvolle Art des Fesselns im Vordergrund, sondern eher das erotische Spiel mit der Dominanz. Gut ein Drittel gibt an, es erregend zu finden, den Partner zu dominieren. Beinahe ebenso viele finden die Devotion erotisch. Nur acht Prozent der Befragten erregt die kunstvolle Form der Knoten und Fesseln.

Ältere setzen auf Seil, Jüngere auf Handschellen

Am liebsten und häufigsten genutzt werden übrigens Handschellen. Mit 55 Prozent führen sie das Ranking der beliebtesten Fesselwerkzeuge an, gefolgt von Seilen (48 Prozent) und Seidenbändern (33 Prozent). Vor allem bei der jüngeren Generation von 18 bis 25 Jahren scheinen Handschellen unersetzlich zu sein. Über 70 Prozent nutzen sie beim Sex. Währenddessen die über 50-Jährigen eher auf Seile setzen (48 Prozent) – bei ihnen belegen die Handschellen mit 38 Prozent nur Platz zwei.

Männer sind gerne dominant, Frauen lieber devot

Auffallend sind die geschlechterspezifischen Unterschiede beim Fesseln. 44 Prozent der befragten Männer finden es erotisch, ihre Partnerin kontrollieren zu können. Im Gegenzug ist für 55 Prozent der Frauen die Machtlosigkeit das Erregende beim Fesselspiel. Generell scheint die Faszination bei Frauen für diese Art der Erotik höher zu sein als bei den männlichen Befragten. Insgesamt 81 Prozent haben bereits Bondage-Erfahrungen gemacht und über 50 Prozent geben an, dies „sehr erregend“ zu finden. Bei den Männern haben bisher nur 69 Prozent Fesselspiele in der Praxis ausprobiert. Einigkeit herrscht jedoch bei der Frage „Gehört Bondage für dich zum Sex dazu?“. Hier ist eine deutliche Tendenz zu erkennen: 58 Prozent der Männer und 65 Prozent der Frauen greifen „je nach Stimmung“ gerne mal zu Handschellen und Seilen.

Fesselhochburgen Brandenburg und Niedersachsen

Im bundesweiten Vergleich der Länder belegen Brandenburg und Niedersachsen den ersten Platz. Mit 77 Prozent gaben hier die meisten Befragten an, Bondage bereits ausprobiert zu haben. Damit liegen sie über dem Bundesdurchschnitt, gefolgt von Hessen, Berlin, Rheinland-Pfalz und Bremen (mit je 75 Prozent). Mit immerhin 74 Prozent liegt auch das als konservativ verschriene Bayern weit vorn. Das Schlusslicht bildet Sachsen-Anhalt, dort haben nur 63 Prozent der Befragten bisher schon einmal gefesselt. Mit 30 Prozent hat das Bundesland aber auch die meisten Befragten, die Bondage gerne einmal ausprobieren würden.

Die Fesselerfahrungen in den einzelnen Bundesländern sagen jedoch nichts darüber aus, ob Fesselwerkzeuge dann auch tatsächlich in das Liebesspiel mit eingebunden werden. Hier liegt die Hauptstadt klar vorn. Dort geben 65 Prozent an, damit „ab und zu“ die Stimmung anzuheizen. Reservierter geht es da im Saarland zu: Nur 43 Prozent gaben hier an, Handschellen oder andere Fesseln „ab und zu“ in ihr Liebesspiel einzubeziehen. Damit liegen die Saarländer weiter unter dem Bundesdurchschnitt.

Kein Trend zum professionellen Bondage

Interesse am professionellen und kunstvollen Fesseln ist bei der Mehrheit der Befragten jedoch nicht vorhanden. Fast 60 Prozent beantworteten die Frage, ob sie gerne an einem Bondage-Workshop teilnehmen würden mit „Nein, danke“. Das Fixieren während des Liebesaktes hat vor allem einen erotischen Charakter und weniger einen künstlerischen. Nur 19 Prozent geben an, dass „Bondage einen künstlerischen/ästhetischen Anspruch“ hat. Und auch im Bereich „Self-Bondage“, welches die künstlerische Selbstfesselung meint, halten sich die Erfahrungen in Grenzen. Ein Drittel der Deutschen weiß mit dem Begriff gar nichts anzufangen und nur ein Prozent ist „ein großer Verfechter von Self-Bondage“.

Quelle: openPR

geschrieben von: sascha am: 21.11.2012
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