Kampfsport und Wachstum

karate kidHey Leute, ich bin jetzt 14 Jahre alt. Ich weiß ja das Kraftsport wie Hanteln heben als Jugendlicher das Wachstum stört, stört Kampfsport dann auch das Wachstum? Ich mache Aikido und boxe zuhause am Boxsack, in Aikido machen wir auch Liegestützen, Sit-Ups und Kniebeugen stört das auch dem Wachstum? Und stört Boxen auch dem Wachstum?

Selbstverständlich stört Kampfsport (gleich ob Aikido oder ein anderer Kampfsport) für sich genommen das Wachstum nicht. Wäre dies tatsächlich der Fall, hätte die Öffentlichkeit auch schon längst von den Gesundheitsgefahren erfahren.

Dennoch ist natürlich anzumerken, dass dies immer voraussetzt, dass der Kampfsport gesund und unter fachlicher Anleitung betrieben wird, denn die falsche Ausführung von Techniken und Bewegungen birgt immer Gefahren. Einmal falsch eingeschliffene Bewegungen sind nur sehr schwer wieder zu korrigieren. Deshalb ist es von Anbeginn an besonders wichtig, richtig zu üben.

Im Aikido ergeben sich mögliche Verletzungsrisiken durch eine unzureichende Fallschule, also die Kunst, Würfe in ihrer Wirkung möglichst zu neutralisieren und sich richtig abzufangen. Ferner werden im Aikido oft auch Hebel eingesetzt, die gleichfalls Risiken bergen. Aber korrekt geübt, ist dass Risiko beherrschbar. Jedenfalls sind keine im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen signifikant höher ausfallenden Wachstumstörungen bekannt geworden, so dass davon auszugehen ist, dass Kampfsport für sich keine negativen Auswirkungen auf das Wachstum hat.

Die im Training ausgeführten Kräftigungsübungen sind in gesundem Maße ausgeführt gleichfalls nicht geeignet, das Wachstum negativ zu beeinträchtigen. Von leider immer noch in einigen Vereinen beliebten Liegestützen auf den Fingerknöcheln ist allerdings bei Kindern und Jugendlichen dringend abzuraten. Ansonsten zählen ja Liegestütze, Sit-Ups und Kniebeuge nach meinem Kenntnisstand noch immer zum regulären Bestandteil des Sportunterrichts an den Schulen.

Übrigens: In Bezug auf Kraftsport ergeben sich ebenfalls nur dann gesundheitliche Gefahren, wenn falsch oder mit zu hohen Gewichten geübt wird. Kraftsport an sich ist nicht gefährlich.

Kommen wir zu den von dir genannten Übungen am Boxsack. Das „Bearbeiten“ des Boxsacks ohne fachliche Anleitung kann zu Verletzungen der Hand, der Hand-, Ellbogen- und Schultergelenke führen. An dieser Stelle sehe ich persönlich die größten Gefahren.

Ein letzter Punkt: Aikido und Boxen eignen sich aus meiner Sicht in der Kombination nicht wirklich. Weder ergänzen sich beide Kampfsportarten sinnvoll, noch profitiert Aikido vom Boxen oder Boxen vom Aikido. Aikido ist eine „sanfte“ Kunst, die die Kraft des Gegners ausnutzt und gegen ihn selbst richtet, während beim Boxen direkte Kraft gegen den Gegner gerichtet wird. Dies wird dir früher oder später zum „Verhängnis“ werden, denn du die im Aikido erforderlichen geschmeidigen Bewegungen harmonieren nun einmal nicht mit den harten Aktionen im Boxen. Das bedeutet, entweder wird den Aikido hart und kantig und damit ineffektiv oder aber du verweichlichst deinen Boxstil.

Du solltest dich daher besser für Aikido oder Boxen entscheiden. Beides zusammen bringt nichts, oder um ein Sprichwort zu bemühen: Wer zwei Hasen gleichzeitig nachjagt, wird am Ende keinen fangen.

geschrieben von: marco am: 9.03.2014
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Kommentare

„Von leider immer noch in einigen Vereinen beliebten Liegestützen auf den Fingerknöcheln ist allerdings bei Kindern und Jugendlichen dringend anzuraten. “ Anzuraten? Sicher, dass das so gemeint ist?

Danke für den Hinweis. Es sollte natürlich „abzuraten“ heißen.

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