Kampfsport zur Selbstverteidigung

Ich habe in letzter Zeit über einen Selbstverteidigungskurs nachgedacht. Nachdem ein Mitstudierender meiner Schule von einer Gruppe Jugendlicher getötet wurde mache ich mir intensiv Gedanken wie man aus so prekären Situationen ohne Gewaltanwendung herauskommt. Es geht mir darum geistig wie auch körperlich solchen Situationen standhalten zu können und als Frau keine Angst haben zu müssen abends alleine über die Strasse laufen zu können. Ich bin 24 Jahre alt weiblich gehe gerne Schwimmen und mach Ausdauertraining. Ich habe noch keine Erfahrungen mit SV und wollte euch um eure Tipps bitten. Danke schonmal im vorraus!

Die beste Selbstverteidigung ist eine gute 100-Meter-Zeit pflegte einer meiner Trainer immer zu sagen … Nein im Ernst, Selbstverteidigung ist nicht etwas, was man mal einfach so schnell übt und dann kann … Lesen und Schreiben hat man auch nicht an einem Tag gelernt, sondern über einen Zeitraum von vielen Jahren.

Jeder Konflikt der vermieden werden kann ist ein Sieg. Ob der Konflikt durch Anti-Gewalt-Strategien vermieden wird oder durch Weglaufen ist im Grunde egal. Das Entscheidende ist: Du bist noch gesund. Die Gesundheit auf’s Spiel zu setzen ist höchst unklug. Wer sich auf eine Kampf einlässt – gleich ob mit Worten oder körperlich – der riskiert seine Gesundheit. Dauerhafte Schädigungen nicht ausgeschlossen.

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an eine Situation in der mir – den wirklichen Anlass kenne ich nicht – ein Jugendlicher, der zusammen mit einigen Freunden unterwegs war plötzlich hinterherkam und auf mich sehr aggressiv einredete. Zunächst beachtete ich seine Worte nicht. Irgendwann jedoch tippte er mich unsanft an und fragte ob ich nicht mit ihm reden wolle, ob wir vielleicht „hinausgehen“ wollten. Ich erwiderte ruhig, dass ich aber nicht mit ihm rede und wenn er hinausgehen wolle, dies gern tun könne. Ich jedenfalls würde nicht mitkommen… Von dieser Reaktion war er sehr überrascht und trollte sich. Nicht immer geht alles so glimpflich ab.

Wer Kampfsport lernen will um sich selbst verteidigen zu können, muss auch bereit sein, seine Fähigkeiten einzusetzen – mit aller Konsequenz. Das ist hart und nicht jeder will das. Im Ernstfall ist die Situation zudem eine völlig andere als im Training. Nicht selten stellt sich da ein Blackout ein. Man weiß einfach nicht mehr, was man nun tun soll.

Um dies zu vermeiden, ist jahrelanges intensives Training erforderlich. – Aber wie oft kommt man in seinem Leben wirklich in die Situation sich ernsthaft verteidigen zu müssen? Die meisten Menschen wahrscheinlich nie. Wäre die Selbstverteidigung die einzige Motivation, wäre das Training wohl unter rein ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet völlig überflüssig.

Ein kurzer Selbstverteidigungskurs hilft nicht wirklich weiter.

Ich denke, dass Kampfsporttraining viele positive Aspekte hat und auch in der hoffentlich nie eintretenden Ernstsituation von hohem Nutzen sein wird.

Im Kampfsporttraining lernt man sich mit Gewalt auseinander zu setzen. Natürlich in Form von Übungen … Man lernt, Angriffe abzuwehren, die Kraft des Gegners zu neutralisieren, auszuweichen, Situationen richtig einzuschätzen, selbst effektive Techniken einzusetzen. Wichtiger noch als all das ist jedoch der Umstand, dass man zugleich sich selbst und seine eigenen Fähigkeiten besser einzuschätzen lernt und damit eher in die Lage versetzt wird, richtig zu handeln. Da Angriffe im Training tausendfach geübt werden ist ein Angriff keine gänzlich unbekannte Situation und damit ist es erheblich leichter, die richtige Antwort zu finden.

Natürlich ist das Wichtigste, eine Eskalation der Gewalt zu vermeiden. Die Selbstverteidigung beginnt also im Grunde bereits viel früher, noch bevor es eigentlich zur Konfrontation kommt. Es geht darum, Gefahrensituationen zu erkennen und zu meiden, zu sprechen, denn wer redet schlägt nicht … All dies kann man in Selbstverteidigungskursen ganz gut lernen. Um diese Fähigkeiten dann jedoch auch abrufen zu können, muss man es oft genug üben. Wie heißt es doch so schön? Wiederholung ist die Mutter des Erfolgs.

Wenn es um die Frage der Kampfsportart geht … da wäre eigentlich jede Kampfsportart gleichermaßen geeignet. Es gibt keine, die besser oder schlechter wäre. Das einzige Problem ist: Du musst eine Kampfsportart finden, die Dir gefällt und Deinen persönlichen Vorlieben und Fähigkeiten am nächsten kommt und auch das Verhältnis zwischen Trainer und Dir sowie der Gruppe und Dir muss passen. Dann wirst Du auch Spaß und Freude haben, dann wird Dir das Training auch wirklich etwas bringen.

geschrieben von: ralphp am: 8.04.2012
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Kommentare

Kampfsport ist keine SV und umgekehrt. Sport funktioniert nach Regeln und mit Partnern, SV bereitet auf den Kampf ohne Regeln gegen Gegner vor. Natürlich gibt es Überschneidungen und manche Kampfsportvereine haben auch SV-Abteilungen. Dass alle Kampfsportarten für die SV gleich gut geeignet sind, ist ebenfalls ein Gerücht. Die Kampfsportart sollte möglichst alle Distanzbereiche umfassen – Trittdistanz, Mitteldistanz, Nahkampf stehend und Bodenkampf.

Sicherlich kann man über Begrifflichkeiten geteilter Meinung sein. Dass reine Selbstverteidigung nicht als „Sport“ betrieben wird steht außer Frage. Dennoch ist jegliche Form der körperlichen Ertüchtigung (Selbstverteidigungs-Training gehört aus meiner Sicht dazu) per Definition Sport und gehört damit m.E. zum Bereich Kampfsport.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass grundsätzlich jede Kampfsportart dazu geeignet ist, den sie Ausübenden mit den nötigen Grundlagen für den Ernstfall auszurüsten. Wie bereits im Text erwähnt, geht es in der Selbstverteidigung erst zu allerletzt um die körperliche Auseinandersetzung. Viel wichtiger ist die mentale Vorbereitung und die kann durch jede Kampfsportart geschult werden. So lange man nicht von Berufs wegen Selbstverteidigungs-Kenntnisse benötigt, ist eine spezielle Vorbereitung für den wahrscheinlich nie eintretenden Ernstfall vom Aspekt der Selbstverteidigung her betrachtet ohnehin wenig sinnvoll.

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