Kampfsportler: Selbstverteidigung ein Problem?

schlaeger-boxen-boxer (6)Hallo. Ich wollte mal fragen, was genau „Selbstverteidigung“ ist. Ich mache Kampfsport (Boxen) und ich darf z.B. nicht irgendwelche Leute auf der Strasse zusammenschlagen, weil ich sonst aus meinem Verein fliege und Anzeige bekomme oder so. Aber ich wollte fragen wann ich Selbstverteidigung benutzen darf und wie, also z.b. einer beleidigt mich und ich brech ihm sein Unterkiefer(also das ist nicht selbstverteidigung) oder darf ich jemanden überhaupt boxen wenn der mir etwas tut oder wenn das sogar mehrere sind.

Ich hoffe Ihr könnt mir helfen
Selbstverteidigung (Notwehr) ist immer diejenige Verteidigung die erforderlich ist, einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff abzuwehren. Selbsthilfe (Nothilfe) ist, wenn Du einem anderen hilfst einen gegen ihn gerichteten Angriff abzuwehren.

In beiden Fällen, müssen im Grunde die gleichen Voraussetzungen erfüllt sein:
1. die Verteidigung muss erforderlich sein und
2. der Angriff muss gegenwärtig, also genau zu diesem Zeitpunkt stattfinden und
3. der Angriff muss rechtswidrig sein.

Die einzelnen Punkte erfordern eine etwas genauere Betrachtung.

Am einfachsten ist Punkt 2 – der gegenwärtige Angriff.

Ein Angriff ist immer dann gegenwärtig, wenn er gerade stattfindet oder unmittelbar bevorsteht. Der Gesetzgeber toleriert ausdrücklich auch eine vorbeugende Verteidigungshandlung, wobei es im Zweifel aber sehr schwierig sein kann nachzuweisen, dass der Angriff tatsächlich unmittelbar bevorstand und nur durch das vorbeugende eigene Handeln unterbunden werden konnte.

Nicht mehr gegenwärtig und vom Gesetz toleriert ist Gewalt gegen einen Angriff der vor Minuten, Stunden oder gar Tagen stattgefunden hat. Hier dürfte wohl regelmäßig ausschließlich der Rachegedanke im Vordergrund stehen.

Relativ einfach ist auch noch Punkt 3 – der rechtswidrige Angriff.

Ein Angriff ist immer dann rechtswidrig, wenn er die Rechte anderer verletzt. Dies dürfte bei Gewaltanwendung in der Mehrzahl der Fälle stets zu bejahen sein. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Gewaltanwendung nicht rechtswidrig sondern sogar zulässig ist. Wenn beispielsweise Polizisten eine Person unter Gewaltanwendung abführen, weil diese zuvor den Aufforderungen der Ordnungskräfte nicht nachgekommen ist, so liegt hier natürlich kein rechtswidriger Angriff durch die Polizisten vor. Etwas anderes würde gelten, wenn Polizisten übermäßig Gewalt anwenden. Doch wer will das im Zweifel gerichtsfest beweisen?

Eine Beleidigung ist auch ein Angriff. Ein Angriff auf die Ehre.

Die Hinderung, das eigene Grundstück zu betreten oder ein Fahrzeug zu besteigen, der Handtaschenraub, das absichtliche Anrempeln … all das sind weitere Beispiele für rechtswidrige Angriffe. Diese erfordern aber nicht selbst ein aktives Handeln und rechtfertigen auch keine Gewaltanwendung. Hierfür sind im Zweifel Ordnungshüter und Gerichte zuständig.

Man darf das Recht nicht immer in die eigene Hand nehmen, sondern nur in sehr wenigen, eng abgegrenzten Fällen. Diese können auch als solche Fälle umschrieben werden, in denen ein eigenes Handeln unumgänglich ist, weil die Polizei im Moment das eigene Recht nicht schützen kann.

In diesem Zusammenhang kommt unvermeidlich die Frage nach der Angemessenheit der Verteidigung auf und damit sind wir bei Punkt 1 – der Erfordernis einer Verteidigung.

Dieser Punkt ist oft der entscheidende Streitpunkt vor Gericht, denn nicht alles was ungerecht oder rechtswidrig ist, erlaubt auch mit Gewalt zu reagieren. Schließlich leben wir in einer Zivilgesellschaft und nicht im Wilden Westen.

Ganz einfach formuliert: Ein Angriff auf Leib und Leben rechtfertigt immer eine angemessene Selbstverteidigung. Niemand ist gezwungen, sich körperlich verletzen zu lassen. Zugleich aber darf man selbst niemanden über das notwendige Maß hinaus verletzen.

Eine Ohrfeige wird in der Regel keine Selbstverteidigung rechtfertigen. Natürlich schmerzt sie und verletzt auch die Seele, sie ist aber in der Regel nicht geeignet, schwerere Verletzungen hervorzurufen und stellt damit auch keine echte Gefahr dar, ebensowenig wie ein Anrempeln oder Anpöbeln.

Nur Angriffe, die wirklich gefährlich sind und potentiell geeignet sind, schwere Verletzungen hervorzurufen rechtfertigen Handlungen der Selbstverteidigung. Natürlich darf man auch gegen den Handtaschendieb Gewalt einsetzen, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen und den eignen Besitz zu sichern.

Doch es muss immer die Verteidigung eingesetzt werden, die erforderlich ist. Das bedeutet auch, dass nicht mehr Gewalt eingesetzt wird als unbedingt notwendig. Lässt der Angreifer erkennbar von seinem Vorhaben ab, ist auch die Selbstverteidigung beendet. Ist der Angreifer aufgrund einer Verteidigungshandlung nicht mehr in der Lage, seinen Angriff fortzusetzen, ist auch die Selbstverteidigung an genau dieser Stelle beendet.

Jegliches Nachschlagen oder Überschreiten der im Rahmen der Selbstverteidigung rechtlich zulässigen Gewalt ist rechtswidrig und wird regelmäßig auch strafrechtlich verfolgt.

Am Einfachsten und Sichersten ist es immer potentiell gefährlichen Situationen aus dem Weg zu gehen und anderen möglichst keinen Grund zum Angriff zu geben. Im Zweifel gilt noch immer: Der Klügere gibt nach. Es ist keine Schande, nicht zugeschlagen zu haben. Im Gegenteil: Es gehört sehr viel Mut und Kraft dazu, sich zurückzuhalten und sich vielleicht sogar einmal mehr als notwendig zu entschuldigen.

Gewalt im Rahmen der Selbstverteidigung ist nur notwendig, wenn Gefahr für Leben oder Gesundheit besteht. Man weiß nie, ob der Angreifer allein ist oder nicht sogar eine Waffe dabei hat. Wegen materiellen Dingen die körperliche Unversehrheit aufs Spiel zu setzen, ist nicht sehr klug. Ebensowenig zeugt es von Reife, wenn man auf jede Pöbelei anspringt.

geschrieben von: marco am: 11.05.2014
bisher keine Kommentare
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (6 Stimmen, Durchschnitt: 3,00 von 5)

Kommentare

Ohrfeige nicht gefährlich? Schon mal was von Trommelfell gehört?
Es wird die jenige Verteidigung gewählt die den Angriff sofort und entgültig beendet, es muss nicht experementiert werden und kucken ob ein wegschubse reichen würde.
Zusätzlich steht im Gesetz“ Das Recht muss dem Unrecht nicht weichen!“
Eine Abwegung im Notwehrparagraf zwischen Angriff und Verteidigung findet erstmal nicht statt, dies haben die meisten Gerichte in 2. Instanz festgestellt, mal bitte mit eingängigen Urteilen beschäftigen!
Also Sorry der Artikel stimmt nur zu 50%.

Interessantes Beispiel … Doch um beim Beispiel zu bleiben: Nach einer wirklich „gefährlichen Ohrfeige“ ist der Angegriffene nicht mehr in der Lage, sich zu verteidigen, da er dann mit erheblichen Gleichgewichtsproblemen zu kämpfen hat. Insofern dürfte sich in diesem Fall jegliche Diskussion über Notwehr erübrigen. Jede Tat, die der Angegriffene dann zu seiner angeblichen Verteidigung ausführt dürfte wohl überhaupt erst dann möglich sein, wenn er wieder bei Sinnen ist. Dann ist jedoch der Angriff nicht mehr gegenwärtig. Vielmehr setzt sich der sich dann „Verteidigende“ selbst ins Unrecht und riskiert ebenso wie der die Ohrfeige austeilende eine Verurteilung wegen Körperverletzung.

Soweit Sie behaupten, dass im Gesetz der Grundsatz „Das Recht muss dem Unrecht nicht weichen.“ verankert sei, so ist mir dies neu. Ich habe versucht den entsprechenden Paragraphen zu finden, wurde jedoch nirgendwo fündig. Richtig ist, dass dies ein wichtiger Rechtsgrundsatz ist, dennoch wird Ihnen jeder Anwalt bestätigen – unabhängig ob Sie im Recht oder Unrecht vor Gericht ziehen – „Vor Gericht und auf hoher See sind Sie in Gottes Hand.“ Damit soll ausgedrückt werden, dass Recht haben und Recht bekommen leider nicht das Gleiche sein.
Selbst ein gewonnener Prozess kann am Ende einen nicht unerheblichen wirtschaftlichen Verlust bedeuten. Mit anderen Worten: Hätte man den Rechtsstreit gleich sein gelassen, hätte man am Ende besser dagestanden.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Notwehrhandlung muss a) erforderlich sein und darüber hinaus b) geboten (d.h. geeignet) sein, um den gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff zu beenden.

Sie haben Recht, wenn Sie einwerfen, dass bei einer Notwehrhandlung keine Rechtsgüterabwägung durchgeführt wird. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass die Handlung auch geboten sein muss, um den rechtswidrigen Angriff zu beenden. Nicht selten wird jedoch mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Genau das ist dann das Problem, welches Gerichte beschäftigt und den in Notwehr Handelnden mit dem Gesetz in Konflikt bringt.

http://www.kampfkunst-board.info/forum/f16/beitrag-luggage-thema-recht-sv-78769/

In diesem Beitrag wird es perfekt erklärt. Bitte daran ein Beispiel nehmen.

Ich bin davon überzeugt, dass viele die sich, auf den von Dir lieber Christian, zitierten Beitrag berufen, vor Gericht erhebliche Probleme bekommen werden, denn Recht haben und Recht bekommen ist leider nicht immer das Gleiche. In dem von Dir verlinkten Beitrag zum Thema Notwehrrecht wird das Rechtskonstrukt der Notwehr m.E. sehr einseitig betrachtet, nämlich unter dem Gesichtspunkt „Was darf man alles?“ Dabei übersieht der Autor allerdings anscheinend eine allen Gesetzen immanente Schranke: Das eigene Recht, die eigene Freiheit endet dort, wo die Freiheit, die Rechte anderer beeinträchtigt werden.
Ich habe mit dem Text im Kampfkunstboard ein weiteres Problem, auch wenn er juristisch korrekt sein sollte: Wie viele Leser verstehen den Text auch wirklich? Wohl die wenigsten Leser sind Juristen und verfügen damit nicht über genügend Sachverstand um das Juristendeutsch a) richtig zu verstehen und b) daraus die richtigen Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handeln abzuleiten.
Ich stehe auf dem Standpunkt: Es schadet in der Regel nicht, sein (vermeintliches) Recht nicht mit Gewalt durchzusetzen, sondern sich und sein Ego vielleicht hin und wieder auch einmal etwas zurückzunehmen.

Bis auf einen kleinen „Fehler“ (vielleicht auch nur ungenau formuliert):

Ehrverletzende Delikte (wie die Beleidigung) ist nicht durch die Notwehr/Nothilfe gedeckt.

Danke für den Hinweis … Hier war die Formulierung tatsächlich etwas ungenau. Was wohl gesagt werden sollte ist: Eine Ehrverletzung rechtfertigt m.E. nicht den Einsatz körperlicher Gewalt.

Also Ohrfeige ist Körperverletzung
Gegen Körperverletzung darf ich mich verteidigen.
*Eine Ohrfeige wird in der Regel keine Selbstverteidigung rechtfertigen.*
Woher soll ich wissen welche intensität die Ohrfeige hat…….
In der Aussage dazu begehst du leider einen doppelten Fehler.
Ersten soll man sich nicht verteidigen weil nur geringfügig oder man kann sich nicht mehr verteidigen weil halt doch richtig ausgeführter angriff…..
Das kann ich vorher nicht beurteilen, Ohrfeige Schlag zum Kopf
Abwehr notwenidg und im Notwehrrecht erlaubt.
Dieses verflechten von Gerichtsurteilen die sein könnten, und dem Notwehrrecht und soweiter fphrt leider nur zu verwirrungen und bringen nicht wirklich klarheit.

Ich bitte zu beachten: Im Beitrag geht es speziell um Notwehrrecht für Kampfsportler und nicht allgemein um die Frage, was im Notwehrrecht erlaubt oder verboten ist. Gerade Kampfsportler (= Profis) können in der Regel schon recht gut einschätzen, wie gefährlich eine Situation wirklich ist. Um so mehr wird von einem Kampfsportler auch in einer Ausnahmesituation erwartet werden dürfen, einen kühleren Kopf zu behalten als der Normalbürger. Gerade deshalb werden Kampfsportler in einem eventuellen Gerichtsverfahren in der Regel auch anders beurteilt als ein in diesen Dingen unbedarfter Bürger.
In Japan beispielsweise wird ein Karateka einer mit einer Schusswaffe bewaffneten Person gleichgestellt.

Um bei dem Beispiel Ohrfeige zu bleiben: Eine Ohrfeige lässt sich relativ leicht abwehren und erfordert darüber hinaus keine weiteren aktiven Handlungen, die den anderen verletzen, insbesondere keine Fausthiebe oder Tritte und selbst ein Hebel dürfte aus meiner Sicht überzogen sein.

Wenn jeder sein (vermeintliches) Recht durchsetzt, befinden wir uns schnell in einer Spirale der Gewalt. Ein Kampfsportler sollte in der Lage sein auch einmal zurückzustecken und nicht die Notwehrsituation zu nutzen, um seine im Training erworbenen Kenntnisse endlich einmal in der Praxis zu erproben.

Hallo Marco
Leider springst du zwischen gesetz, wie sieht es der anwalt, täter usw ziemlich hin und her. Das ist leider nicht hilfreich.
Erklär mal einer Frau, bei ner ohrfeige brauchst du dicht nicht wehren, oder wenn du dich da wehrst, wirst du sjcherlich bestraft.
Bitte geht weg vom Täterschutz. Wenn man tätlich angegriffen wird, nimmt der Täter billigend in Kauf das die Gesundheit des Opfers eingeschränkt wird. Und dafür gibt es das Notwehr gesetz.
Oder erklär den Verwandten von Tushe warum eine Ohrfeige tötlich sein kann. Wer sagt mir das nach der Ohrfeige Schluss ist? Warum war der 16jährige so blöd einen Mann ausrauben zu wollen der mit nem Messer drohte…. übrigens wurde der Freigesprochen……

Wir müssen ganz klar Differenieren, Opfer, Täter was ist erlaubt was nicht. Das Urteile teilweise anderst ausfallen ist leider so, allerdings wurde viele Notwehrfälle erst in 2.Instanz anerkannt. Darunter stich ins herz und schuß in den rücken.

Es geht mir in dieser Sache keineswegs um Täterschutz. Da hast Du lieber Christian womöglich etwas ganz falsch verstanden.

Wenn ich in einer Notwehrsituation mein Recht einmal nicht mit Gewalt durchsetze, dann spare ich mir im Nachhinein oft viel Ärger.
Ich weiß nicht, wie oft Du bereits vor Gericht gewesen bist, Dich – obwohl unschuldig – verteidigen musstest, zunächst jede Menge Geld für Gericht und Anwalt ausgegeben hast (von den vielen dafür aufgeopferten Stunden) und dem damit verbundenen Ärger ganz zu schweigen. Schlaflose Nächte …, sich immer wieder fragen, was man falsch gemacht haben könnte, wie man sich hätte besser / richtiger verhalten können … All das zehrt an den Nerven.
Insofern ist es mitunter sinnvoller und besser, einmal nicht sein Recht im Rahmen der Notwehr oder Nothilfe mit (zulässiger) Gewalt durchzusetzen, sondern darauf zu verzichten.
Möglicherweise im Krankenhaus zu landen und zeitlebens mit den Folgen känmpfen zu müssen, nur weil man eine Ohrfeige nicht hinnehmen wollte und dem anderen zeigen musste, was für ein ganzer Kerl man ist … Naja …

Um es ganz klar und unmissverständlich zu sagen: Ja zu Selbstverteidigung / Notwehr. Aber nur dann, wenn es unvermeidlich ist, wenn Gesundheit oder Leben ernsthaft in Gefahr sind. Ansonsten ist es in der Regel besser, die körperliche Konfrontation zu vermeiden und damit die Chancen körperlich unversehrt nach hause zu kommen erheblich zu erhöhen.

Marco hat insofern recht, wenn er darauf hinweist wie belastend für die Nerven juristische Auseinandersetzungen sein können. Von den erheblichen Kosten, für die man in Vorleistung treten muss mal ganz abgesehen. Man kann noch so sehr im Recht gewesen sein, man hat sich und seine Rechte nur verteidigt, vor Gericht kann man schnell den Eindruck bekommen man sei ein Straftäter und man sei der der zu verurteilen ist. Jedes Gerichtsverfahren ist eine Verhandlung über Geschehnisse die als Einzelfall zu prüfen und zu würdigen sind. Man mag über das was passiert ist noch so sehr moralisch empört sein und auf solidarischen Bestand durch das Gericht hoffen, während der Verhandlung kann schnell der Eindruck entstehen das Verfahren diene dazu die Rechte des Anderen zu schützen. Wenn es zu einer körperlichen Auseinandersetzung kommt muss man immer darauf gefasst sein sich danach vor Gericht rechtfertigen zu müssen, selbst wenn man in Notwehr oder Nothilfe gehandelt hat. Und Marco hat recht, dass mit den Nerven und den Kosten im juristischen Streit kann einen sprachlos machen, obwohl doch alles so eindeutig schien. Und die Justiz beachtet den Umstand das man Kampfsportler ist sehr wohl. Und Anwälte wissen sehr wohl wie man manipulative Fragen stellt, irgendwelchen Zeugen, oder einem selbst weil man beteiligt war. So ein richtig guter Verteidiger kann vor Gericht plädieren, sein Mandant kann ein mehrfach vorbestraft Gewalttäter sein, dass man glauben möchte der Täter sei das Opfer. Ich meine das keineswegs ironisch! Man muss sich das bewusst machen bevor man den Kampf aufnimmt.
Der Begriff „meine Rechte“ ist juristisch „verflucht“ dehnbar, Marco hat insoweit recht das man sich gut überlegen sollte was man macht und wie „feste“. Im Recht sein und vor Gericht recht bekommen, dass sind zwei Paar Schuhe. Wie hat eine sehr gute Anwältin mal zu mir gesagt: „Vor Gericht bekommt man nicht sein Recht, man bekommt ein Urteil! “ Ein Rat? Man überlege genau um was es geht bevor man Gewalt anwendet, so sehr man sich auch im Recht glaubt. Materielle Dinge können ersetzt werden, wenn nicht, eventuelle körperliche Schäden, bei mir selbst!, rechtfertigen sie selten. Und ich kann nach Verletzungen meiner Rechte und meiner Gesundheit vor Gericht immer noch belangt werden. Weil nach Würdigung aller Umstände ich nach Meinung der Juristen ja alles falsch gemacht habe! Es gibt einen Umstand der jederzeit einen Kampf mit allen Mitteln rechtfertigt : Mein Leben und meine Gesundheit. Wenn es darum geht ist Kampf keine Überlegung mehr. Lieber gesund und munter verurteilt, sei es mit Geldstrafe oder Haft, als gesundheitlich geschädigt, vielleicht dauerhaft! , weil ich zur falschen Zeit korrekt oder verhältnismäßig sein wollte. Ein langer Rat mit vielen Ecken und Kanten, ich weiß, aber ihr könnt meine Meinung ja überprüfen. Fragt Leute vom Fach, Juristen, Polizei oder Angehörige der Justiz/des Strafvollzuges. Kommt eine Sache vor Gericht ist das immer eine erhebliche Belastung.

Danke Frank. Du hast das, was ich zum Ausdruck bringen wollte, noch einmal sehr schön verdeutlicht.

Gern geschehen, Marco. Dieses Thema ist ein Dauerbrenner, gerade für ernsthafte Kampfsportler die sich mit Selbstverteidigung und Situationen die damit zu tun haben beschäftigen. Ich selbst als Kampfsportler und Bediensteter der Justiz habe ja nun Erfahrungen in mehreren Bereichen dieses Themas. Nein, ich bin kein Jurist und würde mich auch hüten womöglich Rechtsberatungen zu machen.Aber was abläuft, angefangen von einer „handfesten“ Auseinandersetzung über Ermittlungen und Befragung durch die Polizei und Verfahren bei Gericht, da habe ich mittlerweile praktische Erfahrungen. Mein Beruf kreuzt all diese Dinge, man bekommt halt Einblicke und gewinnt Kenntnisse dadurch. Es ist gut wenn Menschen ans System glauben, aber es ist wie mit den vielen Köchen die den Brei verderben, Recht haben und Recht bekommen, dass sind zwei Paar Schuhe. Du hattest mit Deinen Kommentaren auch recht und hast gut argumentiert. Das Problem ist immer das Rechtsempfinden der Leute und die kalte, knallharte Realität die einer bei Vernehmungen und Gerichtsverfahren anschließend erwarten können. Da prallen Welten aufeinander. Manch ein Opfer von Vergewaltigung kann das bestätigen. Aber, und jetzt spricht ausschließlich der langjährige Kampfsportler, nicht den Glauben an die Gerechtigkeit verlieren! Wenn man seine Kampfkunst/seinen Kampfsport richtig gut trainiert und im Falle einer Verteidigungssituation effektiv einsetzt und möglichst heil dabei raus kommt, dann ist das Beste an dem Ganzen schon passiert. Heile raus kommen, gesund bleiben, nichts, absolut nichts ist wichtiger. Egal was hinterher dabei vor Gericht rauskommt. Und wie ich bei einem anderen Thema zur Selbstverteidigung hier im Budoten Blog schon mal geäußert habe, es kann negativ gesehen werden das man Kampfsportler ist, es kann aber auch äußerst positiv gesehen werden! Das Gericht kann Argumente zum eigenen Handeln viel glaubwürdiger ansehen. Immer positiv eingestellt bleiben und den Glauben an das Gute nicht verlieren. Das ist wichtig. Und, immer schön weiter trainieren. Kampfkunst /Kampfsport ist eine großartige Sache und darf neben Aspekten der Selbstverteidigung auch einfach nur großen Spaß machen.

Thema war eigendlich Kampfsportler und Gericht(Notwehr)
Das hab ich eine sehr interessante Aussage einer Staatsanwältin aus unserem Verband.
Sie hat sich Notwehrfälle rausgesucht an denen Kampfsportler beteiligt waren.
Ergebniss: In der Würdigung der Notwehr wurde nie Berücksichtigt das der Notwehr Übende Kampfsportler war.
Genauso verhält es sich mit der Beleidigung und Beamtenbeleidigung.
Das letztere gibt es nicht, es gibt nur den Bestand der Beleidigung.

Lieber Christian, schön für den Kampfsportler, wenn die befragte Staatsanwältin den nicht unerheblichen Umstand, dass der Notwehrausübende Kampfsportler ist, völlig außer Betracht gelassen hat. Allerdings sollte man nicht den Fehler begehen, die Meinung einer Staatsanwältin als für alle Staatsanwälte gültig anzusehen. Je nach zuständigem Staatsanwalt, Gericht und Richter kann ein und derselbe Fall am Ende ganz anders ausgehen.
Ob jemand sowohl die Nerven als auch das Geld und die Geduld hat, seinen Fall bis zur letzten Instanz zu verfolgen, weiß ich nicht. Wenn sich ein Gerichtsverfahren über mehr als ein Jahrzehnt hinzieht und keine Ruhe einkehrt, bedeutet das für den Betroffenen (gleich ob im Recht oder Unrecht) eine erhebliche psychische Belastung. Ich rate daher auch weiterhin zur Vorsicht, um im Nachhinein weniger Ärger zu haben.
In Bezug auf die sog. „Beamtenbeleidigung“ haben Sie recht: Die gibt es nicht. Allerdings gibt es bei der Beleidigung eines Amtsträgers, der auch Beamter sein kann, eine verfahrensrechtliche Besonderheit. Wenn ein Amtsträger in Ausübung seines Dienstes beleidigt wird, kann er sowohl privat gegen den Beleidiger vorgehen, doch ebenso kann auch sein Dienstvorgesetzter Anzeige wegen Beleidigung erstatten. – Doch das wäre ein anderes Thema.

Also das das es unerheblich sein soll bei Verhandlungen ob jemand Kampfsportler ist oder nicht, da muss ich aus Erfahrung widersprechen. Ich war bei Gerichtsverhandlungen aus dienstlichen Gründen mit anwesend, bei denen der Sachstand der Körperverletzung, Gewalt in welchem Umfang auch immer, näher beleuchtet werden sollte. Die Befragung der Zeugen hatte zum Inhalt Dinge wie: „Hatten Sie den Eindruck der Angeklagte sei Kampfsportler? “ , „Sah das was der Angeklagte da machte nach Karate/Kickboxen /Wing Tsun aus?“ , “ Glauben Sie die Verletzungen des Nebenklägers sind so erheblich weil der Angeklagte Techniken aus dem Kampfsport gemacht hatte? “ , und so weiter. Ich weiß das es regionale Unterschiede bei Verfahren geben kann, aber die Umstände einer Tat werden in aller Regel genau geprüft. Ob jemand Kampfsportler ist oder nicht, kann Einfluss auf das Urteil haben. Der Umstand ob ein Täter besonders groß und/oder stark ist wird ja auch berücksichtigt. Der Umstand der Beleidigung von Beamten ist zwar tatsächlich wohl nur ein Wort , die Tatsache an sich aber kann rechtlich Konsequenzen haben.

Ok Ok hab die Aussage vielleicht nicht ganz konkretisiert.
DIe Staatsanwätin hat sich alle Urteile in einem bestimmten Zeitraum vorgenommen. Nicht ihre eigenen, nicht nur von ihrem Gericht.
Und es wurde kein Kampfsportler verurteilt, weil er Kampfsportler war!

Aber mal die Frage: Du gehst davon aus das ein Kampfsportler in einem Notwehrverfahren grundsätzlich schlechter gestellt ist, weil von ihm Sachen erwartet werden die 99% der Kampfsportler nie geübt haben und dann unter Stress abwägen sollen……..
Das heißt ein Polizist darf sich nicht mit aller Konsequenz verteidigen, ein vielleicht ehmaliger Soldat darf sich nicht verteidigen, die haben ja alle geübt! …… Ich glaube und ich hoffe das eine solche Diskriminierung sich nicht vor Gericht durchsetzen wird.
Scheinbar tut es ja das auch nicht, da ja die Urteile eine eindeutige Sprache sprechen zumindest die geprüften.
Und ja ich weis es gibt auch Querschläger in den Urteilen, die dann in 2. Instanz richtig geurteilt wurden, zu Gunsten des Notwehrübenden.

Hallo Christian,

ich habe den Eindruck, Du verkürzt den Schluss, der sich aus dem Umstand ergibt, ob jemand im Kampfsport erfahren ist oder nicht.

Meiner Erfahrung nach ist es in einem Gerichtsverfahren sehr wohl von Interesse, ob jemand Kampferfahrung hat oder nicht. Von geübten Kampfsportlern wird einfach erwartet, dass sie in einer konkreten Gefahrensituation korrekter handeln.

Es geht hier im Letzten nicht um die Frage, ob sich ein Kampfsportler oder eine andere kampferfahrene Person verteidigen darf oder nicht. Natürlich dürfen sie sich im Ernstfall verteidigen. Das wird auch kein Gericht ernsthaft in Frage stellen.

Problematisch wird es aber bei sogenannten „Notwehrexzessen“, einer Überschreitung dessen, was im Rahmen einer Notwehrhandlung als zulässig angesehen wird. Hier wird bei einem Kampfsportler einfach mehr Professionalität vorausgesetzt mit der Folge, dass ihm im Ergebnis ein Notwehrexzess wohl kaum zugebilligt wird, denn er hätte aufgrund seiner Erfahrung wissen müssen, wann es genug war, wann er hätte aufhören müssen. Eine unerfahrene Person, die einen Notwehrexzess begeht, den Angreifer beispielsweise im Extremfall tötet, wird damit in der Regel eher davon kommen, da dieser Person eine psychische Ausnahmesituation eher zugestanden wird, als einem Kampfsportler oder beispielsweise einem Bodyguard, die aufgrund ihrer Ausbildung mit ähnlichen Situationen konfrontiert waren und daher (so die Sicht der Gerichte) weitaus gelassener („kaltblütiger“) mit solchen Situationen umgehen können.

Dass Gerichte die Fähigkeiten eines Kampfsportlers korrekt beurteilen können, wage ich im Übrigen zu bezweifeln. Oft wird mangels geeigneter Vergleichsmöglichkeiten allein von der erreichten Graduierung oder von der Dauer des Kampfsporttrainings auf die Fähigkeiten geschlossen. Dass jedoch Graduierungen selbst innerhalb eines Verbandes nicht wirklich miteinander vergleichbar sind, dürfte Eingeweihten ein offenes Geheimnis sein.
Bei Soldaten werden die Gerichte schon unterscheiden, ob der Betreffende Mitglied einer Spezialeinheit oder „normaler“ Soldat war, denn den Gerichten ist oft sehr wohl aus eigener Erfahrung bekannt, dass die im Rahmen der normalen Grundausbildung vermittelten Kampftechniken im Ernstfall wohl kaum derart verinnerlicht sind, um jederzeit abgerufen werden zu können.

Um die aufgeworfene Frage zu beantworten: Wenn Sie mit „sich mit aller Konsequenz verteidigen“ meinen, dass der Angreifer mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln kampfunfähig gemacht werden darf, was auch den Tod des Angreifers bedeuten kann, so muss die Antwort für versierte Kampfsportler, erfahrene Polizisten und Mitglieder von Spezialeinheiten „JAIN“ lauten. Dieser Personenkreis wird in Abhängigkeit vom Angriff das jeweils mildeste Mittel der Verteidigung wählen können, um das Ziel den Angriff zu beenden zu erreichen. Dies kann situationsabhängig auch bedeuten, dass der Angreifer schwer verletzt wird, für den Rest seines Lebens behindert ist oder sogar getötet wird, jedoch sind die rechtlich zulässigen Grenzen sicherlich deutlich enger gesteckt, als dies für Personen gilt, die über keinerlei Kampferfahrung verfügen und sich in einer entsprechenden Situation zur Wehr setzen. D.h., dass unerfahrenen Personen eine Überschreitung der im Rahmen der Notwehr zulässigen Gewalt eher zugebilligt wird.

Letztlich darf nicht vergessen werden, dass jede Gerichtsentscheidung eine Einzelfallentscheidung ist. Insofern ist es schwierig, einen Einzelfall als allgemeinverbindlich anzusehen und umgekehrt.

Wer sich in Kampfsportarten auskennt, wer weiß, wie man kämpft, trägt eine höhere Verantwortung. Er ist im Zweifel der Erfahrenere, derjenige, der den Kampf ohnehin beherrscht. Wer sich in einer solchen Situation zu Exzessen hinreißen lässt, um dem Angreifer zu zeigen, wie stark man ist oder das er ja nichts drauf hat, wer kein Ende findet, der ist dieser seiner Verantwortung nicht gerecht geworden und verdient es aus meiner Sicht auch, vor Gericht zur Verantwortung gezogen zu werden.

zu Frank Brauckmann
Der Umstand bei einer Straftat Kampfsportler ja oder nein , klar muss der einfliessen.
Aber bei der Feststellung war es Notwehr oder Nicht hat dieser Umstand nix zu suchen und ist einfach falsch.
Nochmal als eindeutige wiederholung.
Staatsanwältin nimmer ALLE Notwehrprozesse eines Landes eines Zeitraumes an denen Kampfsportler beteiligt waren.
Würde dieser Umstand einfliessen, dürfte sich ein Kamfpsportler nie wehren.
In keinem Fall wurde der Umstand Kamfpsportler in Notwehr zu ungunsten des Kamfpsportler entschieden, weil er Kampfsportler war.
Wenn einer seie Fhigkeiten eines Kampfsportes auf der Strasse für Straftaten einsetzt ja dann muss das berücksichtig werden, Hat aber nix mit Notwehr zu tun.

Auch über die Dosierung eines Gegenschlages ….. wie soll das funktionieren???
Keiner Übt ich schlag jetzt nur ein bißchen KO, auch ein normaler Boxer probiert nicht ein bißschen…. er fintet er jabt er hat nen ko schlag, und bei manchen ist der Jab nen Ko. und selbst wenn ich sowas trainieren könnte ist die Anatomie des gegenüber jedesmal anderst und kann nicht in die Rechnung einfliessen.

Und ja ich war auch in Situationen, wo es mein gesunder Menschenverstand mir geboten hat nicht zuzuschlagen.
Anderseits trainieren wir Reflexe an die wichtig sind und sollen die auf einmal erstmal überdenken, darf ich darf ich nicht wie doll darf ich…. wenn ich damit fertig bin ist die Notwehr situation vorbei und ich werde im schlimmsten fall von 6 getragen.
Es ist keinem zuzumuten in einer Notwehrsituation und laut gesetz auch nicht vorgesehen, über die Folgen für den Angreifer nachzudenken. Der einzigste Gedanke muss sein wie komm ich hier so heil wie möglich raus.

@Christian
Du hast Recht: Soweit es um die Frage geht, ob es sich um Notwehr handelte, ist es völlig unerheblich, ob jemand Kampfsportler war oder ist.
Gewalt, die im Rahmen der Notwehr zulässigerweise angewendet wird, ist ausnahmsweise erlaubt.
Gelangt der Staatsanwalt jedoch zu der Überzeugung, dass die im Rahmen der Notwehr zulässige Gewalt überschritten wurde (Notwehrexzess), kommt es zu einer Untersuchung und möglicherweise auch zur Anklage. In diesem Zusammenhang wiederum wird erwartet, dass im Kampfsport ausgebildete / geschulte Personen nur die wirklich notwendige Gewalt eingesetzt wird und es so gerade bei diesem Personenkreis zu keinem Notwehrexzess kommen darf. Insofern ist es schon von einem gewissen Interesse, ob Kampfsportkenntnisse vorhanden sind.

In einem Punkt hast Du allerdings Unrecht: Du darfst im Rahmen der Notwehr nur die Gewalt einsetzen, die erforderlich ist, den gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff abzuwenden. Das Notwehrrecht beinhaltet nicht das Recht, jede Gewalt einzusetzen. Das Überschreiten der erforderlichen Gewalt ist von Gesetzes wegen nicht mehr erlaubt und auch strafbar. Ein Notwehrexzess (Überschreiten der zulässigen Gewalt bei Notwehr) kann bei Beurteilung aller Gesamtumstände straffrei bleiben, kann aber ebenso zu einer Verurteilung wegen (gefährlicher) Körperverletzung führen.

Soweit Du die „Dosierung“ der Gewalt ansprichst, so kenne ich Deinen Kampfsport-Hintergrund nicht, lieber Christian. Ich kann Dir jedenfalls versichern, dass jeder Kampfkünstler der klassischen asiatischen Kampfkünste sehr wohl in der Lage ist, seinen Schlag oder Tritt zu kontrollieren und somit auch die letztlich im Ziel ankommende Kraft zu dosieren. Nicht zuletzt ist auch entscheidend, wo (an welcher Körperstelle) man mit welcher Technik trifft. Auch dies ist eine Form der Dosierung der Gewalt.
Mir ist bekannt, dass manche Kampfsportschulen nur auf eines Wert legen: Möglichst hart zuschlagen. Dabei ist es egal, wo getroffen wird. Hauptsache, es wird getroffen. Doch genau das ist aus meiner Sicht ein Problem. Ein Kampfsportler sollte seine Technik kontrollieren können. Das beinhaltet nicht nur die eingesetzte Kraft sondern auch und vor allem wie und wo die Technik den Gegner trifft. Wer seine Technik nicht kontrollieren kann, ist radikal ausgedrückt nichts anderes als ein besserer Schläger: Er versteht es zuzuschlagen. Mehr aber auch nicht.

Richtig, das Überschreiten der erforderlichen Gewalt bei Notwehr. Es gibt dafür nur eine Rechtfertigung : Die Überschreitungekürzte der erforderlichen Gewalt aus Furcht, Verwirrung und Schrecken. Ist auch im StGB zu finden. Auch da wird genauestens geprüft, der Umstand Kampfsportler zu sein kann auch hier Würdigung finden.
Ich wollte übrigens nicht andeuten das man als Kampfsportler sich nicht wehren sollte, weil daß vor Gericht positiv oder negativ gesehen werden könnte. Ich wollte ausdrücken das es halt berücksichtigt werden kann und das ich das schon erlebt habe.
Man sollte sich immer wehren und „Verhältnismäßigkeit“ wahren zu können, dass kann je nach Gefährlichkeit meines Angreifers quasi unmöglich sein. Vielleicht kämpft man um sein Leben und wird verurteilt weil das Gericht befindet man habe „überzogen „. Ist nicht gut, aber lieber so gesund und heile wie möglich gewonnen und vielleicht verurteilt, als wegen falscher Zurückhaltung vielleicht für den Rest ein Pflegefall. Die meisten Fälle wo es richtig „knallt“, da ließ sich für die Beteiligten irgendwann gar nichts mehr regeln oder kontrollieren. Es ging nur noch darum „da raus zu kommen „. Das hinterher vor Gericht? Immer eine Entscheidung des Einzelfalls. Alles ist möglich. Und wie gesagt, ich habe mehr als nur einmal erlebt das bei Verhandlungen nach sogenannten Kampfsport-Techniken gefragt wurde. Je länger so eine Sache zurück liegt umso eher kann es passieren das versucht wird einen Vergleich zu schließen. Mitunter wird so ein Verfahren auch eingestellt. Auf keinen Fall, egal wie so etwas ausgehen kann, wollte ich jemanden, Kampfsportler oder nicht, davon abhalten sich mit allen Mitteln zu wehren um so gut wie möglich aus so einer Situation raus zu kommen.

Kurz zu mir
Graduierungen in Judo, BJJ, Ju-Jutsu, Jiu-.Jitsu und einiges an Erfahrung im Boxen über 30 Jahre Mattenerfahrung und Wettkampferfahrung und auch die eine oder andere Sv Situation

Altes Sprichwort:
In einer Sv Situation muss der erste Schlag so hart wie möglich treffen und der zweite noch Härter! (Karate Trainer)

Ich glaube Marko das du einem Irrtum erliegst.
Nehmen wir mal wirklich ganz klassisch Karate, nehm wir mal Stilrichtung Shotokan.
Ja du hast Recht unter Laborbedingungen kann jeder seine Kraft richtig einteilen.
Großes ABER:
– SV Situation ?
– Adrenalinpegel (kontrollierte Techniken aufs i Tüpfelchen (Dynamik und Punktgenau)?
– Unkontrolliertes Anggreifen
– Physiologie des Angreifers

In dieser Situation zusätzlich ohne wirkliche Kenntnisse über den Angreifer, wie willst du da eine Technik 100% kontrollieren, um nur die eine gewünschte Teilwirkung zu erzielen?

Wenn ich jetzt zusätzlich zu deiner Aussag noch in die Klassischen Jap KK reingeh. Sind noch schlechtere Vorrausetzungen, kein Strestraining kein Szenariotraining …….

Unter diesen Vorrausetzungen:
Wie willst du das machen, das die Teilwirkung (Dosierung) ausreicht, um den Angriff sofort und entgültig zu beenden`?

Ich kenn es von mir, manche Druckpunkte funktionieren nicht bei mir durch die Anatomie bestimmt, Erwachsene bei mir im Training null gefühl im Ellbogengelenk dafür überempfindlich am Schienbein…..

Dies alles Spricht gegen eine leichte Dosierung (Ausnahmen Kind Frau wirklich absehbaren Ausgang).

Kann man weiter gerne fortführen, Dan Trägerin wird überfallen Kampfsportart fast egal, da soll sie sich gedanken machen, während sie rückwärts ins Gebüsch gezerrt wird, wie stark sie zuhauen darf?????

Hallo Christian,
ich stimme mit Dir überein, dass der „normale“ Kampfsportler (ca. 4-8 Jahre Kampfsport-Erfahrung bei 1-2 Mal Training pro Woche) in einer Ausnahme-Situation völlig überfordert und damit nicht mehr in der Lage ist, tatsächlich die einzusetzenden Kräfte zu dosieren.
Soweit Du einen nicht namentlich genannten Karate-Trainer zitierst, so ist diesem Zitat zu entnehmen, dass auch jener Karate-Trainer eine Dosierung der Schlagkraft fordert, konkret in diesem Fall eine Steigerung der Kraft.

Ich selbst komme aus dem traditionellen Karate und bin seit etwas mehr als 25 Jahren auch als Trainer tätig.

Was „traditionell“ ist, mag sehr differenziert definiert werden, ebenso die Realitätsnähe des Trainings. Mir ist durchaus bewusst, dass sich viele Vereine über ihren Wettkampferfolg definieren. Ein Wettkampf, ein Kampf nach Regeln, hat aber nichts mit Selbstverteidigung zu tun. „Traditionelles“ Karate, in dem Techniken mystifiziert, den Kata geheimnisvolle Kräfte zugeschrieben und durch Meditation innere Energien gebündelt werden … Ja, auch solche Vereine gibt es und auch dies bereitet wohl kaum auf Selbstverteidigungssituationen vor.

Ich bin davon überzeugt, dass ernsthaft, mit voller Kraft ausgeführte Angriffe im Training, den Verteidiger dazu zwingen, effektiv zu handeln.
Um ehrlich zu sein, mag ich das Wort „Verteidiger“ nicht, denn dies beschreibt zugleich etwas Passives, jemanden der nur reagiert. Der Verteidiger ist ebenfalls Angreifer, nur der zweite Angreifer. Wenn ich mich meiner Möglichkeiten berauben lasse, nur noch reagieren aber nicht mehr handeln kann, habe ich bereits verloren.

Niemand befindet sich plötzlich und völlig unvorbereitet in einer Selbstverteidigungssituation – vorausgesetzt man geht aufmerksam durch die Welt und achtet auf mögliche Gefahren. Genau das erwarte ich von einem Kampfsport-Experten. Er geht mit offenen Augen durch die Welt und ist bereit, auf erkannte Gefahren zu reagieren. So wird er kaum zu überraschen sein. Dies wiederum ermöglicht auch in Extrem-Situationen einen kühlen Kopf zu behalten und sehr wohl dosiert zu handeln.

Um unkontrolliert um sich zu schlagen, bedarf es keines Trainings im Kampfsport. Das kann jeder. Kontrolliert zuzuschlagen ist nach meinem Verständis das Ziel eines Kampfsporttrainings. Das bedeutet sowohl sich selektiv für ein Ziel zu entscheiden und zugleich auch zu wissen, mit welcher Kraft er dieses konkrete Ziel angreifen muss, um sein Ziel zu erreichen.

Gerade im klassischen (traditionellen) Karate wird dieser Ansatz im Kampftraining verfolgt, denn der Kampf wird durch eine einzige Technik entschieden, welche ihr Ziel gerade nicht durch Zufall erreicht, sondern durch die bewusste Entscheidung des Kämpfers. Das Kampftraining im klassischen Karate hat aus Sicht des Angreifers zum Ziel die Lücke in der Deckung des Gegners zu erkennen und sofort mit einer entscheidenden Technik anzugreifen und den Kampf damit zu beenden. Aus Sicht des Verteidigers geht es gerade nicht darum, sich gegen den Angriff zu verteidigen (wobei auch das ein Ziel sein kann). Vielmehr geht es darum, dem bevorstehenden Angriff des Angreifers zuvorzukommen und so den Kampf für sich zu entscheiden.

Ein Situationstraining wie es in spezialisierten Selbstverteidigungskünsten vorkommt, gibt es im Karate nicht – soweit richtig. Andererseits ist aber ein realistisches Kampftraining dem mindestens ebenbürtig.

Es gibt in der Selbstverteidigung keinen zweiten Sieger und auch nicht im klassischen (traditionellen) Karate. Wer tot ist, kann kein Sieger sein. Das unterscheidet Wettkampf und Kampfkunst. Im Kampf geht es nicht zwangsläufig darum, um jeden Preis zu gewinnen. Es genügt, den Kampf nicht zu verlieren. Dieses Konzept im Detail zu erläutern, dürfte ein wenig zu weit gehen, beinhaltet aber im Wesentlichen eben gerade nicht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln das Gegenüber mit Techniken einzudecken, sondern nur so lange zu kämpfen, bis es genug ist. Im Kampf muss man natürlich alles geben, doch alles zu geben bedeutet nicht, Beherrschung und Kontrolle zu verlieren. Unbeherrscht und unkontrolliert zu kämpfen ist nicht das, was einen guten Kampfsportler auszeichnet.

Deine Beispiele, lieber Christian, sind von mir in ähnlicher Form bereits angesprochen worden: Ein Dan in der Kampfsport A ist nicht vergleichbar mit einem Dan im Kampfsport B und selbst innerhalb des gleichen Verbandes kann es gewaltige Unterschiede zwischen den Fähigkeiten der einzelnen Dan-Träger geben. Ich kann nur für mich und das klassische Karate sprechen, wie ich es von meinen Lehrern in Deutschland und Japan vermittelt bekommen habe. Wettkämpfe sind eine schöne Sache, um Kampfsportarten populär zu machen und zu verbreiten. Zugleich beschränken Wettkämpfe aber auch das Technik-Repertoire in nicht unerheblichen Maße. Nicht selten sind erfolgreiche Wettkämpfer in Selbstverteidigungssituationen völlig überfordert, gerade weil es im Ernstfall eben keine Regeln gibt. Dem kann nur durch ein entsprechend ausgerichtetes Training entgegengewirkt werden. Doch nur wenige Vereine und Schulen vermitteln ihre Kampfkunst unter dem Gesichtspunkt der Effizienz der eingesetzten Taktiken und Techniken. Vielmehr richten sie ihr Programm nach den Wettkampfregeln aus, um im Wettkampf erfolgreich zu sein.

Letztlich muss jeder Kampfsportler in einer Selbstverteidigungssituation für sich entscheiden, wie er im Ernstfall reagieren und handeln will. Ebenso muss er auch die Konsequenzen seines Handelns tragen.

Budoten Budoshop und Kampfsportversand

Letzte Kommentare

LINKS

  • Kendo24 Unser Name ist Programm. Alles für den Kendoka. Preiswerte Artikel
  • Kampfsport-Specials Kräftig sparen: Sonderangebote zu kleinen Preisen
  • Partner-Programm Budoten PartnerNet – Einfach so mit links Geld verdienen
  • Budo1 Die Nummer 1 für Kampfsportartikel

Produkt-Vorstellungen

Produktsuche bei Budoten

Produktvorstellungen

Budoten Karate Shop