Macht abends essen dick? – Zehn Fakten zum Thema Ernährung

Ob mittags mit den Arbeitskollegen oder abends auf dem Sofa mit Freunden: Das Thema Ernährung begleitet uns durch den Tag. Nicht verwunderlich also, dass sich im Internet und in Büchern eine Vielzahl von Informationen zu Lebensmitteln und deren Bedeutung für einen gesunden Lebensstil finden lassen. „Vor allem Menschen mit Übergewicht fühlen sich bei der Vielzahl an Auskünften jedoch oftmals überfordert“, weiß GewichtsCoach Reza Hojati aus Kiel. „Oftmals widersprechen sich die Belehrungen dann auch noch.“ Er zeigt zehn Fakten auf, die dabei helfen, sich im Ernährungswirrwarr zurechtzufinden.

1. Verdauung beginnt im Mund

Beim Kauen filtert der Körper bereits Nährstoffe aus der Mahlzeit heraus. Zusätzlich steigt der Blutzuckerspiegel an, der die Bauchspeicheldrüse zur Insulinproduktion anregt. Dadurch setzt das Sättigungsgefühl ein. Gründliches Kauen entlastet somit Organe wie die Leber, macht eher satt und unterstützt dabei, das Wunschgewicht zu erreichen.

2. Emotionen bestimmen das Essverhalten

Viele Menschen nehmen Nahrung zu sich, um ein bestimmtes Gefühl hervorzurufen. Um Sicherheit zu spüren, Geltungsansprüche zu stellen oder sich einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe zuzuordnen, liegen dann auch ohne echten Hungerreiz Schokolade, warme Milch, Scampi oder aber Fast-Food-Essen auf dem Teller. „Damit sich tatsächlich ein Sättigungsgefühl einstellt, sollten Betroffene sich von diesen Zwängen lösen und beim Essen nur auf ihren Magen hören“, weiß Reza Hojati.

3. Durst unterscheidet sich kaum von Hunger

Nicht immer stellt ein kleines Magenrumoren ein Hungergefühl dar. Oftmals zeigt der Körper damit Durst an und nach einem Schluck Wasser verschwindet das flaue Gefühl. Erst nach mehreren Stunden ohne Nahrung entsteht in der Regel ein wirkliches Hungergefühl, das zumeist mit einem Knurren einhergeht.

4. Der Körper weiß am besten, was er benötigt

Neben dem Kopfhirn gibt es im Magen das so genannte Bauchhirn, das alle Informationen über Nahrungsmittel abspeichert und an das Gehirn weitergibt. Unser Körper sorgt so automatisch dafür, dass wir alle nötigen Lebensmittel aufnehmen. „Wer verstärkt auf seinen Bauch hört und nur isst, wenn dieser Hunger anzeigt, führt dem Organismus also genau die richtigen Nährstoffe zu“, erläutert der GewichtsCoach.

5. Geiz beeinflusst Essverhalten negativ

Jeder, der im Restaurant das All-you-can-eat-Angebot bestellt, versucht beim Essen mehr Nahrung zu sich zu nehmen, als ein Gericht kostet. Auf diese Weise essen Betroffene zumeist mehr, als der Körper eigentlich benötigt. Viele liegen hinterher mit Magenkrämpfen im Bett und ärgern sich.

6. Nahrung besser gleichmäßig zuführen

Jeder Mensch benötigt eine kontinuierliche Energiezufuhr, um den Tag mit genügend Kraft zu durchlaufen. „Wer trotz Hungergefühl den ganzen Tag nichts isst, um am Nachmittag ein Stück mehr Torte zu genießen, durchbricht die Energiebilanz“, sagt Reza Hojati. „So steht dem Körper in der ersten Tageshälfte zu wenig und in der zweiten Tageshälfte zu viel Energie zur Verfügung.“

7. Verbote erhöhen die Neugier

Legt man sich selbst bestimmte Essensregeln auf und verzichtet bewusst auf Nahrungsmittel, weckt die Neugier Lust auf das Verbotene. Stehen dann gar keine Süßigkeiten mehr auf dem Plan, lockt die Versuchung stärker als zuvor.

8. Genuss fördert das Wohlbefinden

Wen bei jeder Pommes zu viel gleich ein schlechtes Gewissen überkommt, der verbindet Mahlzeiten schnell mit einem negativen Gefühl. Dann entwickeln sich Essstörungen und die alltägliche Nahrungsaufnahme stellt nicht Genuss, sondern Frust dar.

9. Stoffwechsel lässt sich nicht austricksen

Kurzfristige Gewichtsreduktion wirkt sich negativ auf den Stoffwechsel aus, da dieser die verminderte Nahrungszufuhr als Hungersnot wahrnimmt. „Nach einer strengen Diät nehmen Betroffene dann schnell wieder an Gewicht zu, da der Körper Fett für schlechte Zeiten speichert“, weiß der Experte. „Es zeigt sich der bekannte Jo-Jo-Effekt.“

10. Essverhalten oft schon in jungen Jahren erlernt

Bereits in frühester Kindheit erlernen wir Essgewohnheiten, die sich langfristig bis ins hohe Alter festsetzen. Wenn ein Kind also immer den Satz „Iss deinen Teller leer, sonst gibt es morgen schlechtes Wetter“ hört, entwickelt sich ein gewisser Zwang, immer aufessen zu müssen. Daher sollten Eltern so früh wie möglich den Grundstein für einen natürlichen Umgang mit Nahrungsmitteln legen. Beruhigend: Auch im Alter lässt sich dieser Umgang wieder erlernen, indem Betroffene schlechte Gepflogenheiten aus dem Kopf streichen.

Abnehmen ohne Verbote

All diese Fakten zeigen, dass der Ursprung für Übergewicht nicht in der Auswahl von Lebensmitteln, sondern vor allem im Essverhalten selbst liegt. Falsch erlernte Gewohnheiten führen über lange Jahre zu einer negativen Wahrnehmung von Nahrungsmitteln und überschüssigen Pfunden. Um abzunehmen, eignen sich daher weder strikte Regeln noch selbst auferlegte Verbote. „Vielmehr sollten Abnehmwillige wieder auf ihr Bauchgefühl vertrauen und essen, worauf gerade Lust besteht“, sagt Reza Hojati. „Auf diese Weise purzeln langfristig Pfunde.“

Quelle: openPR

geschrieben von: sascha am: 29.10.2012
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