Mythen über Hämorrhoiden – Fünf hartnäckige Irrtümer über Ursache, Diagnose und Behandlung

Smiling senior doctor with stethoscopeMehr als 50 Prozent aller Menschen über 30 Jahren leiden an vergrößerten Schleimhautpolstern des Afters, den Hämorrhoiden. Doch nur die wenigsten wissen die Anzeichen richtig zu deuten und riskieren so durch falsches Verhalten eine Verschlimmerung des Leidens. Prof. (Univ. Chisinau) Dr. Dr. Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe von der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover und Vorsitzender des Berufsverbands Qualifizierter Medizinischer Sachverständiger Deutschlands, klärt die hartnäckigsten Irrtümer über das lästige Volksleiden auf.

Mythos 1: Hämorrhoiden entstehen aufgrund mangelnder Hygiene

Falsch. Mögliche Ursachen liegen hauptsächlich in falscher Ernährung und verkehrtem Stuhlverhalten. „Liegt jedoch bereits ein Hämorrhoidalleiden vor, sollten Betroffene besonders auf sorgfältige Hygiene im Analbereich achten, um wunde Stellen und Entzündungen zu vermeiden“, rät der Experte.

Mythos 2: Hämorrhoiden betreffen nur ältere Menschen

Falsch. Natürlich liegt der Anteil der Betroffenen bei der über 50-jährigen Bevölkerung nachweislich höher, jedoch können auch junge Menschen an Hämorrhoiden erkranken. Ballaststoffarme Ernährung, mangelnde Bewegung sowie Übergewicht stellen in ihrer Gruppe die häufigsten Ursachen dar.

Mythos 3: Abführmittel beugen Hämorrhoidalleiden vor

Stimmt nicht. Zwar wirken Abführmittel einer der Hauptursachen für Hämorrhoiden, nämlich hartem Stuhl, entgegen, stören aber über einen längeren Zeitraum die Darmfunktion und Schließmuskeltätigkeit. „So kann die regelmäßige Einnahme zu einem Erschlaffen des Muskels und sogar zu einer Darminkontinenz führen“, warnt Prof. Hillejan.

Mythos 4: Hämorrhoiden erkennen Betroffene immer an Blutspuren im Stuhl

Nicht immer. Erste Anzeichen von vergrößerten Schleimhautpolstern stellen in der Regel Juckreiz und Brennen im Bereich der Analhaut dar. Befinden sich die Hämorrhoiden bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, kann es zudem zu Blutungen kommen. Sie alleine stellen jedoch noch kein eindeutiges Indiz für eine Hämorrhoidalerkrankung dar. In jedem Fall sollten Betroffene zur genaueren Diagnose einen Facharzt aufsuchen.

Mythos 5: Hämorrhoiden-Behandlungen sind schmerzhaft und aufwendig

Heutzutage nicht mehr. Neueste medizinische Therapien wie etwa die Laserhämorrhoidoplastie ermöglichen Patienten eine ambulante und schmerzarme Lösung. „Hierbei führe ich die Lasersonde in das Schleimhautpolster ein und verschließe die erweiterte Hämorrhoidalarterie durch gezielte Wärmeabgabe“, erklärt Prof. Hillejan. In der Folge sinkt der Druck und die erweiterten Gefäße bilden sich von alleine zurück. Kurz nach dem 20-minütigen Eingriff können die Patienten in ihren Alltag zurückkehren.

Quelle: openPR

geschrieben von: sascha am: 9.05.2013
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