Prüfungen sind reine Geldmache

judo gi with black beltEin weit verbreitetes Argument gegen Prüfungen und damit gegen Graduierungssysteme überhaupt ist, dass Prüfungen nichts anderes als Geldschneiderei sind. Um es kurz zu machen: Diese Aussage ist im Grunde richtig, jedoch mit einem großen ABER zu versehen.

Natürlich kosten Prüfungen Geld. Dafür kommt ein mehr oder weniger anerkannter Prüfer und prüft das Wissen und Können des Kandidaten und der Prüfling erhält eine Urkunde und die Erlaubnis sich mit seiner neuen Graduierung – also dem neuen Gürtel zu schmücken. Soweit so gut.

Aber ist es das wirklich wert? Müssen Prüfungen denn unbedingt sein, wo man doch selbst am besten weiß wo man steht …?

Was einem eine Prüfung wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Anders als in alten Zeiten, in denen die Rangordnung einfach ausgekämpft wurde, sind Prüfungen eine zivilisierte Form des Umgangs und der Einstufung von Menschen innerhalb dieser Rangordnung.

Dass Prüfungen im Kampfsport Geld kosten ist an sich auch nicht verwerflich. Alles im Leben kostet Geld und von den Abschlussprüfungen in der Schule einmal abgesehen muss auch in alle anderen Prüfungen investiert werden.

In vielen Fällen ist bei den Menschen etwas Eigenartiges zu bemerken. Alles was sie im Leben umsonst erhalten ist im wahrsten Sinne des Wortes umsonst gewesen. Sie wissen es einfach nicht richtig zu schätzen. Nur was sie teuer erworben haben, hat für sie einen gewissen Wert. Insofern sind besonders teure Prüfungen für sie besonders wertvoll. Dies mag eigenartig klingen, ist aber ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Man denke nur an ein Geschenk. Wenn man den Preis kennt fällt oder steigt es augenblicklich in seiner Wertigkeit.

Dies gilt auch für Prüfungen im Kampfsport. Schwer zu erreichende Graduierungen oder Graduierungen auf die man besonders viel Mühe verwendet hat, gewinnen durch die unternommenen Anstrengungen eine besondere persönliche Bedeutung. Sie stellen die herausragenden Meilensteine auf dem Weg zur Meisterschaft in einer Kampfkunst dar.

Was eine Prüfung wirklich wert ist, vermag ein Außenstehender ohnehin nicht zu beurteilen. Der Prüfling weiß im Grunde selbst am besten, wie gut oder schlecht seine Prüfung war. Man vermag vielleicht den Prüfer oder seine Trainingskameraden über die eigenen Fertigkeiten zu täuschen. Sich selbst kann man nicht täuschen.

Gegen Geld erkaufte oder aus verschiedenen Gründen heraus geschenkte hohe Graduierungen mögen für den Träger dieser Graduierung eine gewisse Bedeutung haben und den einen oder anderen auch beeindrucken. Sie können aber nicht vorhandene Fertigkeiten oder fehlendes Wissen nicht ersetzen.

Eine Graduierung rechtfertigt sich in erster Linie durch das Wissen, die technischen Fertigkeiten und das beispielhafte Verhalten des Trägers der jeweiligen Graduierung. Sie rechtfertigt ihre Stellung nicht aus der Graduierung selbst.

geschrieben von: sascha am: 21.07.2013
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