Psychische Belastung am Arbeitsplatz

stress-kaputt-krank-kopfschmerz-arbeitGanz allgemein werden alle Einflüsse als psychische Belastungen bezeichnet, die aus der Umwelt auf den Menschen einwirken. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Belastungen im Arbeitsleben auftreten oder im häuslichen Umfeld. Bezieht man sich jedoch auf die berufliche Belastung, kommen neben den eigentlichen Arbeitsbedingungen hauptsächlich die Umgebung, die Arbeitsorganisation und die Aufgaben in Frage. Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sind psychische Belastungen neutral: sie dienen zur Anregung und Aktivierung der Mitarbeiter, gleichzeitig haben sie Auswirkungen, die unter Umständen zu Beeinträchtigungen führen; Ermüdung, Eintönigkeit oder Überdruss können die Folge sein.

Die Wahrnehmung und Beurteilung der Belastung sind individuell sehr unterschiedlich. Während der junge Mitarbeiter in völlige Panik verfällt, lässt sich der ältere Kollege nicht durch hinzukommende Aufgaben aus der Ruhe bringen. Geht es um Lärm am Arbeitsplatz tauschen die Kollegen die Rollen: der jüngere Kollege kann unter steigendem Lärmpegel seine Talente entfalten, der ältere dreht innerlich am Rad. Um die Mitarbeiter eines Unternehmens also vor den unerwünschten und krankmachenden Folgen der Belastungen zu bewahren, bedarf es neben den vier Haupteinflussfaktoren für Auslöser von Stressreaktionen des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, einen weiteren: die Persönlichkeit des einzelnen Mitarbeiters. „Neben den „offiziellen“ Einflussgrößen Arbeitsaufgaben, Umgebungsbedingungen, Organisation im Betrieb und den sozialen Verhältnissen ist es ausschlagenden, den „Faktor Mensch“ mit einzubeziehen“, beschreibt Dr. med. Kathrin Munaretto die aktuelle Situation. Sie betreute jahrelang Patienten in einer psychosomatischen Klinik und hat die Erfahrung gemacht, dass es in der Vermeidung von stressbedingten psychischen Krankheiten ausschlaggebend ist, die individuelle Persönlichkeit eines betroffenen Mitarbeiters mit einzubeziehen.

Zeit- und Termindruck, Lärm und mangelhafte ergonomische Verhältnisse sind sicher für die meisten Angestellten unangenehm. Auch strukturelle Veränderungen und ein schlechtes Betriebsklima stehen bei niemand auf dem Wunschzettel. Gerade in Hinblick auf diese Faktoren ist es jedoch erstaunlich, wie unterschiedlich der Umgang mit den Stressoren erfolgt. „Ein wichtiges Kriterium, ob sich ein Mitarbeiter belastet fühlt, ist die Bewertung der vorliegenden Situation“, sagt Munaretto und zielt in Richtung Betriebliches Gesundheitsmanagement, das leider oft nur auf die Rahmenbedingungen eines Unternehmens ausgerichtet ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterteilt Stress am Arbeitsplatz in zwei Kategorien: zum einen in Stress auf Grund von Arbeitsinhalten, zum anderen in Stress, der aus dem Arbeitskontext hervorgeht. „Arbeitsinhalte, wie Arbeitszeiten oder Aufgaben, sind messbar und demnach einfacher anzupassen“, berichtet Munaretto, „der Arbeitskontext, sprich soziale Beziehungen, sind nicht objektivierbar“. Demnach ist es an dieser Stelle schwierig, durch Veränderungen im Betrieb das subjektive Stressempfinden eines Einzelnen zu beheben. Oft resultiert das Gefühl von Überforderung nicht aus den äußeren Arbeitsbedingungen, sondern findet ihren Ursprung im betroffenen Mitarbeiter begründet: Menschen, die sich generell nicht gemocht oder übergangen werden, fühlen sich dementsprechend gestresst am Arbeitsplatz. Doch wie sollen betriebsinterne Strukturen an dieser Stelle greifen?

Um gegen Belastungen am Arbeitsplatz vorzugehen, zielen zentrale Maßnahmen auf eine Verbesserung von Arbeitsbedingungen, Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsorganisation und Führungsverhalten ab. Schulungen für Mitarbeiter zur Stressvermeidung sollen ein Übriges erledigen. Ist aber ein Mitarbeiter von seiner Persönlichkeit her so gestrickt, dass er auf Grund negativer Denkmuster gar keine Verbesserung wahrnimmt, nützen auch die besten betrieblichen Veränderungen nichts: der subjektive Stress des betroffenen Mitarbeiters wird bleiben oder steigen. Wird Stress zu einer chronischen Belastung, kann dies zu psychischen Erkrankungen wie Burnout oder Depression führen. Auch Angststörungen und psychosomatische bzw. Suchterkrankungen stehen mittlerweile hoch im Kurs. Die Prognose der WHO lautet, dass bis 2020 psychische Erkrankungen auf Nummer zwei der „Weltrangliste“ stehen werden.

Neben dem persönlichen Stress und den Auswirkungen auf die direkten Kollegen, ist es der wirtschaftliche Schaden, der enorm ist. Die Kosten für psychische Erkrankungen liegen in Deutschland bei knapp 27 Milliarden Euro pro Jahr, der volkswirtschaftliche Produktionsausfall bei rund 4 Milliarden (Barmer GEK Gesundheitsreport 2009). Besonders stark betroffen sind akademische Berufe und Führungskräfte sowie ältere Arbeitsnehmer zwischen 60 und 64 Jahren. Im Schnitt entstehen ca. 50 Fehltage im Jahr.

Neben der Einteilung von Stress durch die WHO können Belastungen auch nach Art und Weise eingeteilt werden, wie sie auf den Menschen wirken: negativer Stress, der als unangenehm empfunden wird und positiver Stress, der lebensnotwendig ist und Leistungsfähigkeit fördert. Um nicht unter gefühlt negativer Beanspruchung arbeiten zu müssen, empfiehlt Dr. Munaretto einen Ansatzpunkt an der betroffenen Person selbst. Frühzeitiges Erkennen und ein Entgegenwirken können in vielen Bereichen ein Abgleiten in psychische Erkrankung verhindern. Durch korrigierende Maßnahmen wie Coaching ist es meist möglich, eine Stress-Chronifizierung zu vermeiden. Teure Umstrukturierungen von betriebsinternen Rahmenbedingungen sind unnötig, wenn die betroffene Person ihre innere Einstellung ändert.

Quelle: openPR

geschrieben von: sascha am: 23.07.2014
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