Scherben auf dem Boden: Glück oder Haftung?

AnwaltskanzleiDas ähnliche Sachverhalte bei Gericht durchaus unterschiedlich beurteilt werden, liegt in der Natur der Sache: Dies musste nun auch eine verletzte Diskobesucherin erfahren, deren Klage auf Schadenersatz abgewiesen wurde, nachdem sie in Glasscherben getreten war.

Was war passiert: Die Tanzfläche der Diskothek war mit Diskonebel zugenebelt. Eine Besucherin tanzte auf der Tanzfläche und trat dabei in Glasscherben, durch die sie sich schwer verletzte. Sie verklagte daraufhin den Diskobetreiber, weil er hätte dafür sorgen müssen, dass die Tanzfläche regelmäßig auf Scherben kontrolliert werden würde.

Das Amtsgericht Heinsberg (NRW) wies die Klage nun ab; der Betreiber hätte seine Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt:
Es sei dem Betreiber nicht zuzumuten, Personal allein für die Bodenkontrolle vorzuhalten.
Eine Kontrolle sei gar nicht möglich, da die Tanzfläche zu dunkel und mit künstlichem Nebel die Sicht beeinträchtigt sei, außerdem würden sich zu viele tanzende Gäste auf der Tanzfläche aufhalten.
Und: Die Gäste würden wissen, dass die Tanzfläche nicht kontrollierbar sei und andere Gäste ihre Gläser auf die Tanzfläche mitnehmen würden.

Nach Auffassung des Amtsgerichts ging die Besucherin damit das Risiko eigenverantwortlich ein, auf der Tanzfläche in Scherben zu treten.

Unsere Meinung:
Klar ist, dass der verkehrssicherungspflichtige Diskobetreiber nicht alles machen muss, um Schäden von den Besuchern fernzuhalten, denn das wäre zu viel verlangt: Dann müsste er seine Besucher auch vor einem Flugzeugabsturz oder einem Terrorangriff schützen.
Der Verkehrssicherungspflichtige muss aber zumindest das Erforderliche und Zumutbare unternehmen: Dabei ist natürlich fraglich, was erforderlich und was zumutbar ist.

Zur Frage, ob und wie der Boden zu kontrollieren ist, hatte bspw. das Oberlandesgericht Karlsruhe entschieden, dass es dem Veranstalter durchaus zuzumuten sei, den Boden in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren.

Man kann nun nicht sagen: Amtsgericht auf der einen, Oberlandesgericht auf der anderen Seite, also hat das höhere Gericht Recht – solange der Bundesgerichtshof diese Frage nicht abschließend entschieden hat, gibt es insoweit kein „falsch“ oder „richtig“.

Sicherlich verlangt das Oberlandesgericht Karlsruhe vom Veranstalter viel. Auf der anderen Seite macht es sich das Amtsgericht Heinsberg aber auch etwas leicht, wenn es sagt: Aufgrund des Nebels (der ja vom Betreiber reingepustet wird) kann nicht mehr kontrolliert werden…? Dann könnte man umgekehrt sagen: Dann darf der Betreiber halt keinen Nebel einsetzen, denn: Dadurch wird es dem Besucher ja auch unmöglich gemacht, sich selbst zu vergewissern, wo er hineintritt. Wenn aber eine Gefahr für den Besucher nicht beherrschbar ist, müsste der Verkehrssicherungspflichtige umso mehr Maßnahmen treffen, um Schäden zu verhindern. Insoweit könnte man also, gerade mit Blick auf die Rechtsprechung des OLG Karlsruhe, vom Betreiber verlangen, bspw. den Zugang zur Tanzfläche durch bauliche Maßnahmen einzugrenzen und mithilfe von Ordnern am Zugang zur Tanzfläche die Mitnahme von Gläsern zu verhindern. Das Amtsgericht Heinsberg hat sich leider mit solcherlei Fragen nicht auseinandergesetzt.

Thomas Waetke
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht
Autor www.eventfaq.de

Quelle: openPR

geschrieben von: sascha am: 28.02.2013
bisher keine Kommentare
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (noch keine Bewertungen)
Budoten Budoshop und Kampfsportversand

Letzte Kommentare

LINKS

  • Stickservice Budoten – individuelle Bestickungen zum kleinen Preis. Asiatische Bestickungen in chinesischen, japanischen oder koreanischen Schriftzeichen.
  • Karate24 Alles für Karate
  • Asiatische Waffen Katana, Wakizashi, Sai, Tonfa, Kobudo, Schwerter für Kung-Fu und Tai-Chi (Taiji) und mehr
  • Budoshop

Produkt-Vorstellungen

Produktsuche bei Budoten

Samuraischwerter bei Budoten

 
John Lee Fuchi & Kashira abgeflacht
Passend zu allen Schwertern der John-Lee-Reihe

Hergestellt in China.
 
MAGNUM Akito
Gesamtlänge: 102,0 cm, Klingenlänge: 72,5 cm, Klingenstärke: 7,6 mm, Klingenmaterial: Kohlenstoffstahl Echtes Funktionsschwert. Gut geeignet nicht nur für Katas (Übungsformen) oder für Iaito (Ziehübungen), sondern auch für Temeshigiri (Schnitttests).

Um Schnitttest durchführen zu können, bedarf es einer besonders hochwertigen, scharfen und schnitthaltigen Klinge. Die Klinge des Akito ist aus l...
 
Kogai bronze
Einzelteil für Samuraischwert ca. 20 cm lang Kogai ist die japanische Bezeichnung für ein Beimesser. Das kleine ca. 20 cm lange Messer befindet sich bei einigen Katanas an der Scheide bzw. in Griffnähe.

Hergestellt in Spanien.
 
Fudoshin Practical Katana Last Samurai - rot
1095 Kohlenstoffstahl, Klingentyp: Maru, Länge der Klinge: 73 cm, Gesamtlänge: 105 cm, Gewicht Katana: 1000 g, Gewicht Saya: 330g, lackierte Holz-Saya, Griff ist mit echter Rochenhaut belegt, Griffumwicklung aus Baumwolle ist traditionell angebracht, das Schwert ist scharf geschliffen Nachbildung aus dem Film The Last Samurai.

Scharf angeschliffen daher zum praktischen Gebrauch/Schnittübung im Training konzipiert.

Im Lieferumfang enthalten: Katana, Scheide (Saya), Baumwollstoffhülle und Echtheitszertifikat.

- von Hand geschmiedeter 1045 Kohlenstoffstahl
 
Baumwollband, Tsuka-Ito, in schwarz
Griffwickelband (Tsuka-Ito) für Samuraischwerter, Preis je laufenden Meter, Breite ca. 15 mm Hergestellt in Spanien.
 
John Lee Dragon Wakizashi
Grifflänge ca.: 25,0 cm, Klingenlänge ca.: 51,0 cm, Gesamtlänge (ohne Scheide) ca.: 76,5 cm Die Tsuba dieses bemerkenswerten Schwertes formt einen Drachen, der das Schwert umringt. Auch die anderen Zierrate zeigen das mystische Fabelwesen.

-scharfe Klinge im Shinogi-Zukuri-Stil mit Hohlkehle (Bo-Hi), handgeschmiedet aus 1045 Kohlenstoffstahl
- Griffwicklung aus schwarzer Baumwol...
 
Jean Fuentes Katana Megumi Rot
Edelstahlklinge, Klingenlänge: 65,5 cm, Gesamtlänge: 103 cm, Gewicht Katana: 650 g, Gewicht Saya: 250 g, weinrot lackierte Holz Saya mit Drachenmotiv, Griff mit Rochenhautimitat belegt, Griffumwicklung aus weinroter Baumwolle, die Klinge ist nicht scharf Die Klinge des Katana Megami ist aus Edelstahl. Der Griff ist mit einer Rochenhaut-Nachahmung bedeckt und besitzt die traditionelle Wicklung mit weinroter Baumwolle. Die Tsuba sind optisch sehr ansprechend. Die Scheide ist aus Holz, weinrot lackiert und mit einem farbigen Drachenmotiv versehen.
 
ONIKIRI Katana Practical Bamboo
hergestellt aus 1045er Kohlenstoffstahl, Klingenlänge: 71,75 cm, Gesamtlänge: 104 cm, scharf angeschliffen Hier finden Sie das handgeschmiedete Katana Bamboo, die Klinge des Schwertes wurde aus differenziell gehärtetem 1045 Kohlenstoffstahl hergestellt. Die Hamon des Schwertes ist authentisch. Die Klinge hat eine Blutrille und ist scharf geschliffen. Dieses Katana kann für Schnittübungen eingesetzt werde...
 
John Lee Handgefertigte Musashi Tsuba
Tsuba aus Messing, passend zu den Schwertern der John-Lee-Reihe Eines der wohl bekanntesten Stichblätter überhaupt präsentiert sich nun in einem neuen, edlen Design. Handgearbeitet mit einer feinen Drachen-Gravur, mit echtem Gold veredelt. Vom Meister persönlich signiert.

Hergestellt in China.