Sportärzte besorgt, weil Patienten zunehmend in Online-Apotheken Clomifen bestellen

Doctor performing an EKG test on young male patient.Um die Folge- und Nebenwirkungen von anabolen Steroiden abzumildern, greifen Sportler häufig zu Hormonpräparaten, die eigentlich zur Behandlung von Unfruchtbarkeit bei Frauen entwickelt wurden. Anbieter wie alles-rezeptfrei.net melden Monat für Monat eine wachsende Nachfrage nach derartigen Wirkstoffen. Die Zahl derer, die zusätzlich zu Testosteron-Präparaten Tamoxifen oder Clomifen bestellen, wächst um rund 20 % pro Jahr.

Die exogene Zufuhr von anabolen Steroiden stellt einen gravierenden Eingriff in den natürlichen Hormonhaushalt dar. Die Hoden eines gesunden Mannes produzieren im Normalfall etwa fünf bis sieben Milligramm Testosteron täglich. Durch die Injektion von 250 Milligramm Testosteron Enantat einmal pro Woche (eine in der Kraftsportszene häufig empfohlene Dosierung) führt sich ein Sportler nach Abzug des Enantat-Esters rund 180 Milligramm pures Testosteron zu. Das entspricht 26 Milligramm pro Tag oder dem vier- bis fünffachen der natürlichen Testosteronproduktion. Da der Körper den unnatürlichen Testosteronüberschuss rasch erkennt, führt dies zur Einstellung der Eigenproduktion.

Sobald die Testosteronkur abgesetzt wird, dauert die Wiederaufnahme der körpereigenen Testosteronproduktion wesentlich länger als zuvor deren Einstellung. Der Testosteronspiegel sinkt rapide ab. Um das zu verhindern, wurden verschiedene Absetzschemata entwickelt, die meist ein langsames Ausschleichen aus der exogenen Testosteronzufuhr vorsehen. Nach der Kur wird häufig das weibliche Schwangerschaftshormon HCG verabreicht, welches bei Männern die Testosteronproduktion anregt. Gleichzeitig kommt oft Clomifen zum Einsatz, ein weiteres weibliches Schwangerschaftshormon, das ebenfalls zur Anregung der natürlichen Testosteronproduktion dient. Als Ersatz von oder in Kombination mit Clomifen kommt außerdem in vielen Fällen Tamoxifen zum Einsatz.

Durch die strikte Anti-Doping-Politik der großen Sportverbände hat der Einsatz von Clomifen im Profisport heute keine praktische Bedeutung mehr. Neben Clomifen, Cyclofenil und Fulvestrant sind auch die selektiven Östrogen-Rezeptor-Modulatoren Raloxifen, Tamixofen und Toremifen sowie die Aromatasehemmer Aminoglutethimid, Anastrozol, Exemestan, Formestan, Letrozol und Testolacton verboten. Verstöße werden mit dem Ausschluss aus Wettbewerben, langfristigen Sperren und empfindlichen Geldstrafen geahndet.

Anders als die Profis haben Hobby- und Breitensportler keine Sanktionen zu befürchten. Besitz und Erwerb von Dopingmitteln in geringen Mengen werden nicht strafrechtlich verfolgt. Personen, die beispielsweise im Internet für den Eigenbedarf Clomifen bestellen, begehen nur eine Ordnungswidrigkeit. Somit ist die Nachfrage in diesem Bereich noch immer ungebrochen. Im Gegensatz zu Profisportlern fehlt jedoch bei der oben genannten Gruppe oft eine ausreichende ärztliche Betreuung. Viele Athleten hegen die Befürchtung, dass ihr Arzt die Anwendung der verbotenen Substanzen anzeigen müsste und verzichten daher lieber ganz auf medizinische Begleitung. Diese Angst ist jedoch unbegründet. Ein Arzt ist auch in solchen Fällen an seine Schweigepflicht gebunden.

Wer sich zu einer Steroid-Kur entschlossen hat und die Nachwirkungen mit Clomifen abmildern möchte, sollte sich schon vorab gründlich untersuchen lassen. Auch während der Kur ist eine ärztliche Betreuung erforderlich und ebenso sollte eine gründliche Nachbetreuung in Anspruch genommen werden. Zwar können auch dadurch nicht alle Risiken ausgeschlossen werden, doch immerhin werden Komplikationen so schneller erkannt und es kann angemessen darauf reagiert werden.

Quelle: openPR

geschrieben von: sascha am: 28.04.2016
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