Überflutung, Überschwemmung und andere Wasserschäden – nach der Katastrophe kommen die Langzeitprobleme

Hochwasser und Überflutung in Steyr, ÖsterreichWieder gab es in Teilen Deutschlands eine Jahrhundertflut, wieder wurden Kellerräume, Garagen, Lagerhallen und Erdgeschosse überschwemmt und mit Schlamm, Müll, Chemikalien und Fäkalien aus dem Abwasser verschmutzt und kontaminiert.

Wenn das Wasser abgeflossen ist, beginnt das Entrümpeln und Wegwerfen von aufgeweichten Möbeln und sonstigen durchnässten Materialien.

Aber danach gehen die wirklichen Probleme erst richtig los: Die Bausubstanz in den betroffenen Bereichen ist völlig durchnässt, schwimmend verlegte Estriche schwimmen jetzt tatsächlich, das Mauerwerk und die Dämmstoffe sind durchweicht.

Auch die Drainagerohre im Erdreich um die Häuserfundamente sind verschlammt und die Drainageplatten an den Kellerwänden werden ab sofort nicht mehr entwässert. Diese Schäden sind auf den ersten Blick nicht sofort erkennbar aber damit noch nicht genug:

Uwe Dippold, langjähriger Baubiologe, Schimmelsachverständiger und damit Experte für Schadstoffe und allerlei Krankheitserreger, erläutert: „In Gebäude eindringendes Überschwemmungswasser ist in der Regel stark mit Treibstoffen aus Fahrzeugen und Heizöltanks und diversen Schadstoffen aus Industrieanlagen und Haushalten belastet. Aus den Abwasserrohren und überfluteten Gülle- und Jauchegruben gelangen zusätzlich Fäkalkeime in unsere normale Lebenswelt. Selbst wenn man sofort nach der Flut alles trocknen würde, die Gifte, die Viren, Bakterien, Hefen und nach kurzer Zeit wachsenden Schimmelpilze bekommt man damit nicht in den Griff.

Sogar der bloße Umgang damit kann schon der Gesundheit schaden. Deshalb müssen oft besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden – Schutzkleidung und Atemschutz bei den Aufräumarbeiten sollten Pflicht sein. Luftfilterung und Flächendesinfektionsmaßnahmen sind eine Notwendigkeit bei allen Arbeiten in den zeitweise vorhanden gewesenen Feuchtgebieten.“

Nach den Erfahrungen des Baubiologen können alle Stoffe, die länger als drei Tage feucht bleiben, von Schimmelpilzen befallen werden. Diese beginnen bei den nachfolgenden Trocknungsmaßnahmen Sporen zu bilden, die die Luft belasten.

„Da werden schnell Sekundärkontaminationen erzeugt in Haus- und Wohnungsbereichen, die gar nicht direkt von der Überflutung betroffen waren, wenn die Trocknung nicht fachgerecht eingerichtet wird,“ so Dippold weiter, der auch Vorsitzender von BIOLYSA e.V. ist, einem bundesweiten Baubiologenverein.
Schimmelsporen und -partikel verbreiten sich bei unsachgemäßer Trocknung auch innerhalb von Hohlräumen in Leichtbauwänden, Vorwandinstallationen, abgehängten Decken, Kabel- und Rohrschächten.

Deswegen warnen Baubiologen auch vor Sanierungsarbeiten in Eigenregie, die meist mit nicht geeigneten Geräten und Verfahren durchgeführt werden.

Saniert wird in der Regel nur der sichtbare Schaden. Häufig resultieren daraus dauerhafte Schimmelprobleme bzw. es kommt bei den Bewohnern und Nutzern der Räume zu unklaren Krankheitsbeschwerden, deren Ursache nicht gefunden wird. Oft verbleibt zumindest eine starke Geruchsbelästigung.

Wenn man schnell genug fachkundige Hilfe durch Wasserschadenssanierungsfirmen holt, kann durchfeuchtetes Mauerwerk, Estrich und anderes Baumaterial recht gut getrocknet werden und die Folgen sind überschaubar. Die Arbeiten dieser Firmen sollten allerdings unabhängig überwacht werden, gerade in solchen Zeiten wie jetzt, wenn viel Nachfrage nach deren Leistungen besteht.

Eine sogenannte Freimessung nach dem Ende der Sanierung sollte das Mindeste sein, was man verlangen sollte.

Dippold dazu: „Oft ist es sinnvoll, von einem Baubiologen oder einem anderen dazu befähigten Experten nicht nur den Erfolg der Trocknungs- und Sanierungsarbeiten kontrollieren zu lassen, sondern man sollte solche Leute von Anfang an einbeziehen. Sie können durch ihre Erfahrungen und ihre Unabhängigkeit das Ausmaß des Schadens und alle notwendig werdenden Sanierungsarbeiten objektiv bestimmen und festlegen. Wenn sie frühzeitig hinzugezogen werden, können sie zudem versteckte Schäden finden und damit eine weitestgehende fachgerechte Sanierung sicherstellen.“

Quelle: openPR

geschrieben von: sascha am: 17.06.2013
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