Viel Aufregung um nichts

karateJeder Schüler der Kampfkunst muss lernen, nicht die Probleme zu sehen, sondern die Lösungen zu erkennen. Natürlich ist beispielsweise ein Angriff auch eine potentielle Gefahr, doch zugleich muss sich der Gegner öffnen. Dies ist die Gelegenheit, die nur genutzt werden muss. Wer sich nur auf das Problem konzentriert, wird niemals wirkliche Fortschritte machen können. Probleme sind keine Probleme sondern lediglich Herausforderungen, die gemeistert, die gelöst werden wollen. Dies gilt im Kampf mit dem Gegner ebenso wie mit den Widrigkeiten des Lebens.

Ich denke an eine erst Begebenheit zurück, die sich erst jüngst zutrug. Viele Touristen waren aufgrund eines technischen Fehlers rund eine Woche auf einem großen Kreuzfahrtschiff auf sich gestellt. Kein Strom, kein warmes Wasser, keine Heizung, keine Kühlung, kein warmes Essen, kein Kontakt zur Außenwelt.

Zwei sehr unterschiedliche Reaktionen zeigen, die beiden Extreme, wie Leute mit der Situation umgehen. Die einen beklagen sich über die Situation. „Schrecklich, … der schlimmste Urlaub …, grauenhaft, … unglaublich …,“ die einen. „Wunderbar! … noch nie soviel Kaviar gegessen … Ein großes Lob an die Besatzung, die alles nur erdenklich mögliche getan hat, um die Situation erträglich zu machen …,“ die anderen.

Während die einen mit ihrem Schicksal hadern, welches sie ja doch nicht ändern können, machen die anderen das Beste aus der Lage und beklagen sich nicht über das unabwendbare Schicksal, sondern fügen sich einfach. Mehr noch: Sie gewinnen der Situation auch Positives ab, denn jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Man muss nicht immer nur das Schlechte sehen. Es gibt zumindest eben soviel Positives wie Negatives. Warum sollte man sich ausschließlich auf die eine Seite fokussieren und die Augen vor den sich daraus ergebenden Möglichkeiten verschließen?

Immer wieder erleben wir Situationen in unserem Leben, die uns ärgern. Doch muss man sich dann immer gleich aufregen, sich in etwas hineinsteigern?

Wieviel Zeit verwenden wir darauf, nur um es uns und den anderen wieder einmal zu beweisen? Wieviel Zeit haben wir eigentlich?

Unsere Zeit ist endlich. Jede Minute, die wir im Ärger verbracht haben, sind verschenkte glückliche 60 Sekunden.

Ich in immer wieder aufs Neue fasziniert, wie einfach das Miteinander in Japan ist. Deutlich weniger Streit und Aggression in der Öffentlichkeit und das bei deutlich mehr Einwohnern, die sich zudem noch einen um vieles kleineren Lebensraum teilen müssen.

Lieber entschuldigt sich ein Japaner einmal zu viel als einmal zu wenig. Anstatt anderen Vorhaltungen zu machen, entschuldigt man sich für mögliche eigene Fehler. Wie oft ist alles wirklich nur ein Missverständnis? Jeder geht von einer anderen Annahme aus und verteidigt seinen Standpunkt bis zum Äußersten, nur um am Ende festzustellen, dass man von ganz anderen Voraussetzungen ausgegangen ist.

Wer sich entschuldigt ist nicht automatisch schuldig. Ebensowenig bedeutet dies, dass man damit einen nicht begangenen Fehler eingestehen muss. Vielmehr bereitet die vorsorgliche Entschuldigung den Boden für eine Einigung und hilft Konfrontationen vermeiden.

Die gekränkte Eitelkeit ist es letztlich die uns jedes Maß vergessen lässt. Es ist ja auch so wichtig, unbedingt Recht zu behalten und den anderen vorzuführen. Es tut unserem Ego gut, wieder einmal die Oberhand behalten zu haben. Dabei gehen wir teils sogar so weit, die offensichtliche Wahrheit zu negieren und Tatsachen abzustreiten … Und das alles nur, um nicht zugebende müssen, dass man einem Irrtum aufgesessen ist. So erwächst aus einem kleinen Problem eine Vielzahl weiterer Probleme.

Ist uns eigentlich schon einmal aufgefallen, wieviel Energie wir für Ärger um Nichtigkeiten aufwenden, wieviel Zeit wir dabei verschwenden? Was hätten wir in dieser Zeit nicht alles erledigen können …

Es ist um so vieles einfacher, sich zurück zu lehnen und zu entspannen. Schwamm drüber und die Sache ist vergessen. Einfach einmal einen Seitenhieb der anderen Seite übergehen und sich den eigentlichen Problemen zuwenden, anstatt sich in Nichtigkeiten und Nebensächlichkeiten zu verlieren.

Sich aufzuregen kostet nicht nur viel Energie, es ist auch einfach Zeitverschwendung und Zeit steht uns in unserem Leben nicht unbegrenzt zur Verfügung, ja mehr noch – und das kann nicht oft genug wiederholt werden: Jede Minute, die wir im Ärger verbringen, sind verschenkte glückliche 60 Sekunden.

Versuchen wir doch einfach einmal unser Verhalten und unsere Reaktion auf unerfüllte Wünsche, Hoffnungen und Träume, unvorhergesehene Schwierigkeiten bis hin zu direkten Angriffen auf unsere Person zu überdenken und u ändern.

Versuchen wir doch einfach einmal in allem das Gute zu erkennen, anstatt überall zunächst das Schlechte zu suchen.

Wir werden schnell feststellen, dass wir auf diese Weise nicht nur viel ruhiger leben, sondern uns auch gleich viel besser fühlen. Wer mit sich selbst im Reinen ist, kann das Leben in vollen Zügen genießen.

geschrieben von: sascha am: 4.11.2013
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