Vorteile von Kampfsport

karate-kinderWelche Vorteile hat Kampfsport gegenüber anderen Sportarten aufzuweisen? Was zeichnet den Kampfsport vor anderen Sportarten aus? Warum kämpft Kampfsport oft mit einem schlechten Image? Warum nimmt traditionelles Kampfsport-Training in anderen Ländern einen wichtigen Platz ein und ist sogar Pflichtfach an Schulen?

Welche Vorteile hat Kampfsport gegenüber anderen Sportarten aufzuweisen?

Die körperliche Fitness – man könnte auch vom Gesundheitszustand sprechen – wird im Wesentlichen durch vier Faktoren bestimmt: Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Flexibilität (Beweglichkeit).

Kraft und Ausdauer werden in nahezu jeder Sportart trainiert und entwickelt. Doch gibt es bereits hier ein kleines Problem: Viele Sportarten sind jedoch recht einseitig ausgelegt. Während die „gute“ Seite gefördert wird, wird die „schlechte“ Seite in gleichen Maße vernachlässigt. Gleiches gilt für die im Sport nicht benutzten Gliedmaßen. Der Fußballer legt den Schwerpunkt auf die Beinarbeit, der Kugelstoßer auf die Arme …

Die Folgen der einseitigen Trainingsbelastung sind körperliche Ungleichgewichte, die durch Ausgleichstraining korrigiert werden sollen. Muskuläre Defizite und Ungleichgewichte führen zu Krankheiten und Leiden. Deshalb sind Sportarten, die alle Muskelgruppen gleichermaßen beanspruchen, die linke ebenso wie die rechte Körperseite fördern und Arme und Beine ausgewogen nutzen die bessere Wahl, da Ausgleichstraining a) nicht erforderlich ist und b) die gesamte Trainingszeit direkt für die Sportart selbst genutzt werden kann ohne zusätzliche Zeit investieren zu müssen, um durch den Sport möglicherweise auftretenden Problemen durch Ausgleichstraining begegnen zu können.

Schnelligkeit ist bei vielen Ausdauersportarten nicht unbedingt gefragt. Hier steht die Kraft im Vordergrund. Im Kampfsport ist Schnelligkeit neben der Kraft von essentieller Bedeutung, denn mit Kraft allein kann man keinen Gegner bezwingen. Im Kampfsport werden Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit in gleichen Maße trainiert und entwickelt, da jede dieser Qualitäten für sich allein genommen nicht ausreicht, um im Kampf erfolgreich zu sein.

Der letzte Punkt, die Flexibilität, wird in nahezu allen „normalen“ Sportarten völlig vernachlässigt. Im Kampfsport wird der Beweglichkeit ein großer Stellenwert eingeräumt. Jeder Kampfsportler weiß, dass mangelnde Beweglichkeit ein Nachteil ist, der unbedingt ausgeglichen werden sollte. Fußtechniken erfordern eine große Beweglichkeit. Auch der unterstützende Einsatz der Hüfte erfordert Flexibilität.

Alles in allem gibt es (Turnen einmal ausgenommen) keine andere Sportart, die Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Flexibilität in gleichem Maße fördern wie Kampfsportarten, die Hände und Füße in einem ausgewogenen Verhältnis einsetzen. Damit bieten diese Kampfsporten die besten Voraussetzungen, um einen hohen Grad an körperlicher Fitness zu erreichen. Es sind diese vier Faktoren die zudem den Fitness- und damit nicht zuletzt auch den Allgemeinzustand einer Person überhaupt beschreiben.

Was zeichnet Kampfsport vor anderen Sportarten aus?

Ein wichtiger Vorteil von Kampfsportarten ist, dass diese weit mehr als in den meisten anderen Sportarten ein perfektes Zusammenspiel der einzelnen Muskelgruppen erfordern. Die intermuskuläre Koordination, die Verbesserung der Motorik, das Entwickeln eines völlig neuen Körpergefühls sind nur einige der Vorteile, die sich aus dem Kampfsporttraining ergeben.

Wenn man die Möglichkeit des praktischen Einsatzes der im Kampfsport erlernten Techniken im Fall der Selbstverteidigung betrachtet, liegt auf der Hand, dass keine andere Sportart auch nur ansatzweise Ähnliches zu bieten hat.

Mehr als in den meisten Sportarten geht es im Kampfsport um die richtige Einstellung. Der Kämpfer soll lernen, mit den Widrigkeiten fertig zu werden, durchzuhalten, nicht aufzugeben, Lösungen zu finden und vor allem blitzschnell und entschlossen, dabei aber keinesfalls unüberlegt und überstürzt, zu handeln. Im Fall eines Angriffs muss der Kämpfer innerhalb von Sekundenbruchteilen die richtige Antwort parat haben und unverzüglich reagieren.

Teamgeist ist im Kampfsport meist weniger gefragt. Das Individuum steht im Vordergrund, wobei meist zwar in der Gruppe trainiert und so auch Respekt und Achtung vor dem Gegner gelernt werden (ein Punkt der in vielen Sportarten leider oft vernachlässigt wird), jedoch jeder für sich trainiert um seine Technik zu verbessern. Zugleich aber lernt jeder auch den Gegner zu schätzen, weil ein guter Gegner die eigenen Unzulänglichkeiten aufzeigt und so die Möglichkeit zur eigenen Verbesserung schafft. Je besser der Gegner, desto größer die Chance selbst besser zu werden.

Gerade weil dies so ist, lernt der Kampfsportler aber auch, dass er sich gegebenenfalls zurücknehmen muss, dass er nur mit einem guten Partner stark werden kann, weil man nicht gegeneinander sondern nur miteinander trainieren kann, wobei das miteinander Trainieren letztlich bedeutet, den Partner immer wieder zu fordern, ihn aber nicht zu überfordern.

Jeder Kampfsportler hatte früher oder später mit den gleichen Problemen zu kämpfen und war dankbar, wenn ihm ein älterer Schüler einen hilfreichen Tipp gegeben hat, um das Problem zu meistern.

Da es im Kampfsport immer eine Rangordnung gibt und jeder diese Rangordnung respektiert, lernt der Kampfsportler auch sich ein und unterzuordnen und vor allem Regeln einzuhalten.

All dies sind wichtige Anforderungen, die gefragt sind, wenn es um Teamfähigkeit geht, die aber ebenso wichtig für die Entwicklung eines guten Charakters sind.

Ebenso wird die Entwicklung von Selbstvertrauen, Selbstbeherrschung und Disziplin im Kampfsport in besonderem Maße unterstützt.

Es gibt wohl kaum eine andere Sportart, die all diese Qualitäten in auch nur annähernd gleichem Maße zu fördern vermag wie es der Kampfsport tut.

Warum kämpft Kampfsport oft mit einem schlechten Image?

Das schlechte Image ist wohl in erster Linie einem schlechten „Marketing“ geschuldet. Im Kampfsport sind Werbeeinnahmen – anders als in vielen anderen Sportarten – eher die extreme Ausnahme, denn die Regel. Was sich schlecht verkauft, kann nun einmal schlecht am Image arbeiten.

Dazu kommt, dass Film und Fernsehen den Kampfsport oft nur sehr einseitig in der Öffentlichkeit präsentieren. Es geht um Kämpfen, Schlagen, Treten, Blut und Gewalt … Das ist das Bild, das viele im Kopf haben, wenn sie „Kampfsport“ hören. Sprechen wir beispielsweise vom Kampfsport „Fußball“, wo Verletzungen rein statistisch gesehen weit häufiger sind als beim Kampfsport, so hat jeder Spiel und Fairness im Sinn, wenngleich gerade letztere oft fehlt, denn nach meinem Verständnis gehören dazu aber auch Respekt und Achtung vor dem Gegner und den Entscheidungen der Schiedsrichter. Hieran mangelt es vielen Spielern jedoch. Eine aufbrausende Reaktion ist mit Sicherheit nicht das, was als vorbildhaft bezeichnet werden darf.

Wenngleich viele vom Fußball nicht wirklich viel Ahnung haben, so haben sie sich zumindest eine ungefähre Vorstellung von den Regeln und wissen mit dem Begriff mehr zu verbinden als Fouls.

Dies ist beim Kampfsport anders. Eben weil kaum jemand in der Öffentlichkeit wirklich etwas über Kampfsport weiß, halten sich viele Fehlmeinungen und falsche Vorstellungen hartnäckig in den Köpfen. Diese Bilder werden durch im Fernsehen übertragene blutige Kampfsport-Events noch verstärkt.

Dazu kommen Filme die suggerieren, dass scheinbar übernatürliche Fähigkeiten in äußerst kurzer Zeit und ohne große Mühen erlernt werden könnten.

Warum nimmt traditionelles Kampfsport-Training in anderen Ländern einen wichtigen Platz ein und ist sogar Pflichtfach an Schulen?

Es gibt Länder, die den Wert des Kampfsports erkannt haben. Richtiges Kampfsporttraining fördert die körperliche Entwicklung wie keine andere Sportart. Grundwerte des menschlichen Miteinanders wie Achtung und Respekt sind in keiner anderen Sportart so präsent wie in den traditionellen Kampfkünsten. Wenn Achtung und Respekt im Umgang miteinander fehlen, ist jedoch ein friedvolles Zusammenleben im Grunde undenkbar.

Doch auch Charakterstärken wie Entschlossenheit, Mut, Selbstdisziplin, Ehrlichkeit usw. werden durch die Kampfkünste in besonderem Maße gefördert.

In Japan China und anderen asiatischen Ländern sind diese Vorzüge der Kampfkünste erkannt worden. So steht neben dem normalen Sportunterricht, wie wir ihn hierzulande kennen, Kampfkunst als weiteres Unterrichtsfach auf dem Stundenplan.

geschrieben von: sascha am: 16.10.2013
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