Warum haben Judoka eigentlich diese weißen Mäntel an?

judo fightIch mein, man könnte ja theoretisch auch deutlich bequemere Sachen anziehen, aber nein, sie haben alle diese komischen weißen Mäntel an. Warum eigentlich?

Also diese „komischen weißen Mäntel“ nennt man Judogi – oder zu gut Deutsch: Judoanzug. In den meisten japanischen Kampfsportarten wird übrigens eine ähnliche Kleidung getragen. Der aus Hose und Jacke bestehende Judoanzug ist der traditionellen japanischen Kleidung nicht unähnlich.

Judo Kimono – Judoanzug

Der Stoff eines Judoanzugs ist im Vergleich zum klassischen Kimono um einiges stärker. Im Judo wird der Gegner oft an Jacke oder Hose gepackt, dann wird versucht, den Gegner mit Zug oder Druck aus dem Gleichgewicht zu bringen und zu werfen. Natürlich, wirken da nicht unerhebliche Kräfte auf den Anzug ein, der vieles aushalten muss.

Sicherlich mag es andere, dem europäischen Auge gefälligere, Kleidungsstücke geben, aber Tatsache ist, dass sich der klassische Judoanzug in rund hundert Jahren als die für Judo am besten geeignete Kleidung bewährt hat. Er ist bequem, bietet eine hervorragende Bewegungsfreiheit bei gleichzeitig maximal möglicher Widerstandsfähigkeit.

Die Geschichte des Kimono

Das Wort Kimono kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „Ding zum Anziehen“. Anfangs wurden alle Kleidungsstücke in Japan als Kimono bezeichnet. Erst zwischen 794 und 1192 entstand der Kimono in seiner heutigen Form. Der traditionelle japanische Kimono ist dem Bademantel am ähnlichsten. Der Kimono hat meist einen Kragen und sehr weite Ärmel. Die linke Seite des Kimono wird über die rechte geschlagen, d.h. links wird außen und rechts innen getragen. Zusammengehalten wird der Kimono durch einen breiten Gürtel, Obi genannt.

Auch heute noch tragen viele Frauen in Japan – besonders zu festlichen Anlässen – farbenprächtige Kimonos. Männer tragen die vergleichsweise schlichten Kimonos gern zu hause oder aber auch bei den vielen Sommerfesten im Freien, einfach deshalb, weil sie recht bequem und luftig sind.

Das richtige Anlegen eines traditionellen Kimonos ist mit allerlei Tücken verbunden. So gibt es sogar den Beruf des Ankleiders. Vornehmlich Frauen helfen beim komplizierten Anlegen des japanischen Kimono. Ein Kimono für Frauen besteht aus mindestens zwölf Einzelteilen; der für Männer nur aus fünf. Der breite, kunstvoll verzierte auf dem Rücken gebundene Obi erfordert stets Hilfe.

Eine einfache Form des traditionellen japanischen Kimono ist der in den japanischen Kampfsportarten verbreite „Dogi“ (Übungsanzug), der von einem der jeweiligen Graduierung entsprechenden Gürtel zusammen gehalten wird.

geschrieben von: sascha am: 20.02.2013
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Kategorien: Judo Kampfsport
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