Warum Zahl kranker Mitarbeiter in Verwaltungen wächst

stress-kaputt-probleme-arbeit (2)Tausende junger Leute haben auch in diesem Jahr mit Neugier und Elan ihre Ausbildung in den Kommunal- und Landesbehörden begonnen. Doch schnell wird sich für sie in der bevorstehenden Ausbildungszeit zeigen, dass Begriffe wie Krankheit, Vertretung und Mehrarbeit ständige Begleiter sein werden.

„Durch massive Personalengpässe, die dem demografischen Wandel und der Einstellungspolitik des Landes NRW als größtem Arbeitgeber für die jungen Beschäftigten geschuldet sind, werden junge Leute im Öffentlichen Dienst schon in ihren ersten Jahren verheizt“, kritisiert der Vorsitzende der Deutschen Beamtenbund-Jugend Nordrhein Westfalen (dbb jugend nrw), Jano Hillnhütter.

Altersabgänge und immer höhere Arbeitsverdichtung führen dazu, dass immer mehr Mitarbeiter der Arbeitslast nicht mehr gewachsen sind. Zahlen aus dem BKK Gesundheitsreport belegen das: Mit 18,2 Krankheitstagen liegt die öffentliche Verwaltung deutlich über dem Durchschnitt von 15 Tagen. Ähnliches zeigen die Daten anderer Krankenkassen sowie ein Bericht des Innenministeriums aus dem Jahr 2012. Dort ist der Krankenstand im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Ausgerechnet im NRW-Gesundheitsministerium gab es die höchste Ausfallquote. Jeder zehnte Polizist ist dauerhaft krank, ein Fünftel der Erzieherinnen steht so unter beruflichem Dauerstrom, dass sie als Hochrisiko-Gruppe für Burnout angesehen werden müssen.

„Der Öffentliche Dienst ist ein Pflegefall“, sagt Hillnhütter. Längst sei man durch zu wenig Personal in einen Teufelskreis geraten, aus dem es kein Entkommen gäbe. Kranke Kollegen führen zu noch höherem Arbeitsdruck bei den Übriggebliebenen. Das fördert neue Krankheitsausfälle. Meist seien es dann junge Kollegen oder Auszubildende, denen die zusätzliche Arbeit aufgeladen werde, kritisiert Hillnhütter.

Denn in vielen Bereichen kann die Arbeit nicht liegen bleiben, bis kranke Kollegen wieder da sind. In der Schule zum Beispiel ist das so oder im Ausländeramt, wo Bewilligungs- oder Ausweisungsanträge bearbeitet werden. „Wir kennen unzählige Fälle, in denen junge Beschäftigte eins zu eins ausfallende Kollegen vertreten müssen, weil aufgrund des Termindrucks Dinge sofort erledigt werden müssen“, führt er fort. Die Folge dessen kritisiert der gewerkschaftliche Jugenddachverband: Junge Leute starten hochmotiviert und mit viel Elan und merken bald, dass sie bis an ihre Grenzen kommen.

In Unikliniken haben mitunter zwei junge Krankenpfleger über 20 Patienten zu betreuen. Dort leuchten die Notfalllampen pausenlos auf. Solche Belastung bleibt gesundheitlich nicht folgenlos.

„Es muss gelingen, die Situation zu verändern und den Kreislauf aus Krankheit und Überbelastung zu unterbrechen“, sagt der Chef der dbb jugend nrw. Heute finde sich nicht nur ein immer höher werdender Krankenstand im Öffentlichen Dienst vor, erschreckend sei, dass der Anteil psychischer Erkrankungen deutlich zugenommen habe. Laut DAK Gesundheitsreport liege man hier ein Drittel über dem Durchschnitt. In einem Forderungspapier an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft unterstreicht der Verband darum den Bedarf an einer durchgängigen Gesundheitsinitiative.

Von der allerdings sehen sich die jungen Gewerkschafter meilenweit entfernt. Bedingt durch Haushaltssperren ist jegliche Gesundheitsförderung ausgenommen. „Im Öffentlichen Dienst reicht es heute nicht aus, krank zu sein, um Unterstützung in Anspruch nehmen zu können“, so Hillnhütter. Man müsse erst schwerbehindert sein, um zum Beispiel einen rückengerechten Stuhl oder Schreibtisch zu bekommen. Denn dieser würde bei Schwerbehinderung aus anderen Töpfen bezahlt.

Quelle: openPR

geschrieben von: marco am: 10.11.2014
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