Was ist besser Judo oder Jiu-Jitsu?

Das heutige Judo ist nur ein kleiner Teilbereich alter traditioneller Kampfkünste. Je komplexer das System ist, desto mehr Möglichkeiten hat der Prakizierende.

Judo basiert auf Würfen, Hebeltechniken, Festhalten und Würgegriffen. Alle diese Techniken setzen voraus, dass man dem Angreifer gefährlich nahe kommt, sozusagen schon nahezu an ihm klebt. Man muss ihn greifen, aus dem Gleichgewicht bringen, werfen und dann eine finale Hebeltechnik / Würgetechnik einsetzen. Oder man belässt es beim Wurf.

Doch bevor man all dies machen kann, muss man zunächst die Ferndistanz (vor den „Körperwaffen“ sicher), die mittlere Distanz (Distanz für Fußtechniken und Fauststöße) überwinden. Erst dann kann man kämpfen.

Jiu-Jitsu (nicht Ju-Jutsu) ist eine alte waffenlose Kampfkunst, die die Samurai praktizierten, um sich auch ohne Schwert verteidigen zu können. Hier werden ausschließlich Abwehrtechniken gegen verschiedenste Angriffe geübt.

Judo heute ist ein Sport. Wettkampfsportarten sind im Ernstfall nur bedingt einsetzbar, da viele effektive Techniken aus Gründen der sportlichen Fairness oder aufgrund ihrer Gefährlichkeit heute nicht mehr im Repetoire der Kampfkunst enthalten sind.

Doch eines sollte nie vergessen werden: Nicht die ausgeübte Kampfkunst ist besser – also z.B. Judo oder Jiu-Jitsu … Es geht immer um die Frage, welcher Vertreter einer Kampfkunst seine Kampfart besser beherrscht. Es wird immer der besser Kämpfer gewinnen niemals eine Kampfsportart / Kampfkunst, welche angeblich die beste ist. Wenn es eine solche „effektivste“ Kampfsportart gäbe, dann hätten wir heute auf der Welt nur noch eine Kampfsportart, weil sich diese beste durchgesetzt hat.

Jeder Kampfkunst hat Vor- und Nachteile, so wie auch jeder Mensch unterschiedliche Voraussetzungen mitbringt. Insofern gibt es keine „bessere“ oder „schlechtere“ Kampfkunst sondern nur für das einzelne Individuum geeignetere oder weniger geeignetere Kampfkünste.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass bei gleichen technischen Voraussetzungen im Judo meistens der Kämpfer mit der größeren Körpermasse gewinnt … Dies ist beispielsweise im Jiu-Jitsu nicht zwangsläufig der Fall.

Aber letztlich kann mein Rat nur lauten: Probiere beides aus! Bleibe dann bei dem, was Dir mehr Spaß macht, was Dir persönlich mehr bringt.

geschrieben von: ralphp am: 5.01.2009
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Kommentare

Meiner Meinung nach sind Jiu-Jitsu und Judo nicht vergleichbar, da das eine eine Kampfkunst, das andere eine Kampfsportart ist. Aus diesem Grund sollten erst einmal die Begriffe Kampfkunst und Kampfsport klart definiert werden und zwar als unfair und fair. Danach ist dementsprechend auch der Technikstamm ausgelegt, welcher den Kampfverlauf sehr deutlich beeinflussen kann.

Ich glaube schon, dass man jede beliebige Art des Kampfes miteinander vergleichen kann. Was man jedoch nicht eindeutig definieren kann ist: Was ist besser und was ist schlechter. Jede Art des Kampfes hat ihre Vor- und Nachteile.
Was man nun als „Kampfkunst“ oder „Kampfsport“ bezeichnet ist eine gesonderte Diskussion wert. Ich bezeichne daher sowohl Judo als Jiu-Jitsu vorerst als „Kampfart“.
Ich persönlich würde auch die Begriffe „fair“ und „unfair“ beim Vergleich von Kampfarten nicht verwenden. Besser wäre wohl „effektiv“ oder „nicht / weniger effektiv“.
Warum wurden denn Kampfsysteme entwickelt? Es ging doch immer nur darum, besser zu sein als der Kontrahent. So wurden auf jede Art des Angriffs verschiedene Abwehrtechniken ersonnen, die wiederum ihrerseits neue Gegentechniken auf den Plan riefen.
Bei den meisten Kampfarten im Sportbereich wurden viele effektive Techniken aufgrund ihrer Gefährlichkeit entfernt. Es wurden Regeln ersonnen, die bestimmte Techniken verbieten. Der Kämpfer lernt häufig nur noch wie man Punkte erzielt, nicht aber wie man wirklich effektiv kämpft. Wer sich nicht an die festgelegten Regeln hält wird als „unfairer“ Kämpfer abgestempelt. Dies mag im reinen Sportbereich Bestand haben. Wenn es aber um den Bereich der Selbstverteidigung geht halte ich eine Unterscheidung in „fair“ oder „unfair“ für fehl am Platze. Wer angreift – und dies betrachte ich als „unfairen“ Akt – muss auch mit angemessenen Reaktionen rechnen. Wer im Bereich der Selbstverteidigung „fair“ kämpft, läuft Gefahr, dass seine Gegenwehr uneffektiv ist. Dies wiederum eröffnet dem Angreifer weitere Möglichkeiten. Eine halbherzige Verteidigungstechnik reizt den Angreifer im Zweifel mehr als das sie diesen abschreckt.

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