Wenn’s dem Esel zu Wohl ist … – Prof. Querulix wundert sich

rechtsanwalt-urteile-recht„Wenn’s dem Esel zu Wohl ist, geht er aufs Eis“ lautet ein deutsches Sprichwort. Es kommt einem unwillkürlich in den Sinn, wenn man das Gebaren von Angehörigen der polit-ökonomischen Klasse betrachtet.

Skandale über Skandale. Die braven Bürgerinnen und Bürger, die nichts weiter wollen als ihr gutes Auskommen zu haben, ohne Ausbeutung durch Arbeitgeber, die den Hals nicht voll bekommen können, ohne Hartz-IV-Streß und ohne Altersarmut, reiben sich angesichts der unverhohlenen Raffgier so mancher Privilegierter verwundert die Augen. Sie fragen sich, wie viele Millionen diese ohnehin schon Bevorzugten eigentlich brauchen, um endlich zufrieden zu sein? Die überwältigende Mehrheit der Deutschen verdient in ihrem ganzen Leben nicht einmal eine einzige.

Maßlos überzogene Bezüge von Vorständen und Aufsichtsräten in Großunternehmen, ein Kanzlerkandidat, der seine vom Steuerzahler finanzierte Arbeitszeit als Abgeordneter mit Redenhalten gegen hohes Honorar verbringt und das Gehalt der Kanzlerin für zu gering hält, ein Funktionär des Fußballgeschäfts, der Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet hat, ein Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Parlament, der seine Ehefrau zu einem Supergehalt für Sekretariatsarbeiten auf Kosten des Steuerzahlers beschäftigt hat … Die Spitze des Eisbergs wird breiter.

„Maßlosigkeit verwandelt Segen in Fluch“, lautet ein chinesisches Sprichwort. „Der Maßlose gleicht einem Piloten, der ohne Instrumente im Nebel fliegt.“ (Prof. Querulix, Volksmund) Er bringt sich und andere in Gefahr, können wir ergänzen.

Vielleicht ist die Maßlosigkeit eine Wohlstandskrankheit, die Menschen befällt, denen es relativ zu ihren Landsleuten zu gut geht. Davon gibt es nach drei Generationen Frieden eine ganze Menge. Vor allem unter denen, die nicht durch eigene Leistung, sondern durch glückliche Umstände in privilegierte Positionen oder zu materiellem Reichtum gelangt sind.

Das Gute an den skandalösen Vorfällen ist, daß sie Aufmerksamkeit auf die Problematik lenken und Anlaß geben, offen über die Moral in unserem Staat zu sprechen, über die Ursachen ihres Verfalls, über die schlechten Vorbilder der in den Reihen der polit-ökonomischen Klasse, und über die fortschreitende soziale Desintegration unserer Gesellschaft. Auch darüber, weshalb Anständigkeit und gute Arbeit immer weniger zählen, immer öfter nicht einmal genügen, um sein gutes Auskommen und einen von finanzieller Not freien Lebensabend zu sichern, während Tricksen, Gebecoen und Mitmenschen für dumm verkaufen und Betrügen als scheinbar lohnendere Alternative wie ein Buschfeuer um sich greifen.

Prof. Querulix fragt: „Ist das nicht perfide?
Die Temperatur der Erdatmosphäre steigt,
die des sozialen Umfeldes sinkt rapide.“

Vor Maßlosigkeit schützt Bescheidenheit. „Bescheidenheit ist die Mäßigung seiner Ansprüche durch billigere Ansprüche anderer“, definiert Immanuel Kant. Aber wer vermag sich zu bescheiden? „Bescheidenheit ist eine Tugend, die man vor allem an anderen schätzt“, meint Francois de La Rochefoucauld. Mit der Reife wächst (aber) die Bescheidenheit, lautet ein deutsches Sprichwort.

Nicht nur das Großprojekt „Lösung der Banken- und Staatsschuldenkrise“, sondern auch das Schicksal der überschaubaren Projekte „Hamburger Elbphilharmonie“, „Stuttgart 21“ und „Flughafen Berlin-Brandenburg“ zeigen, daß die Politiker überfordert sind. Ganz gleich welche Regierung aus den Wahlen im September hervorgehen wird: Wir Bürgerinnen und Bürger sollten mit unserer Hoffnung auf Besserung der Verhältnisse maßhalten.

Quelle: openPR

geschrieben von: sascha am: 19.07.2013
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Kategorien: Freizeit, Buntes
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