Wer grüßt an in asiatischen Kampfsporarten bei Ranggleichheit

taekwondoWer grüßt an in asiatischen Kampfsportarten, bei Ranggleichheit? Der Jahrgangsältere, oder der Jahrgangsjüngere der den gleichen Rang aber etwas länger hat?

Das Grüßen ist eine Frage der Höflichkeit. Ich grüße jeden, den ich sehe und kenne. Warum sollte ich erwarten, dass ich zuerst gegrüßt werde? Bin ich etwa etwas Besseres als mein Gegenüber oder ist er einfach weniger wert, weshalb er mich zuerst zu grüßen hat? – Das sind so einige Gedanken, die mir beim Lesen der Fragestellung durch den Kopf geschossen sind.

Mehr noch als hierzulande wird in den asiatischen Kulturen auf Rang, Alter, Erfahrung usw. Wert gelegt. Der Rangniedere hat den Ranghöheren zu grüßen, ja mehr noch: Er muss besondere Aufmerksamkeit darauf verwenden, dieser seiner Pflicht auch wirklich nachzukommen.

Dieses Verhalten hat sich auf die aus China und Japan nach Europa gekommenden Kampfkünste übertragen und so wird auch hier nach fernöstlichem Vorbild Respekt eingefordert und Respekt gezollt.

Es gibt immer einen, der im Rang höher steht, der länger dabei ist, der älter ist, der mehr Erfahrung hat, der besser ist. Dies akzeptierend grüßt derjenige, der entsprechend niedriger graduiert, kürzer dabei oder jünger ist bzw. über weniger Erfahrung verfügt, den anderen zuerst.

Einen Gruß einzufordern zeugt in meinen Augen von mangelndem Respekt dem anderen gegenüber. Insofern wird niemand (auch nicht der Großmeister) sein Gesicht verlieren, nur weil er zuerst gegrüßt hat.

Umgekehrt, zeugt es auch nicht gerade vom verinnerlichten Geist der Kampfkunst, der eine Haltung der Demut, der Achtung und des Respekts lehrt, wenn da zwei vermeintlich Ranggleiche einander stumm gegenüber stehen und jeder darauf wartet, dass der andere zuerst grüßt.

Es gibt auch einige besondere Situationen, die in den asiatischen Kampfkünsten die Welt zu verkehren scheinen, wenn nämlich beispielsweise der heute Ranghöhere der Schüler eines heute Rangniederen war. Der Lehrer bleibt immer der Lehrer, ein Leben lang. Der Sempai (= älterer Schüler, der länger dabei ist) bleibt immer der Sempai – ganz unabhängig von der aktuellen Graduierung. Deshalb ist es keinesfalls ungewöhnlich, dass hochgraduierte Lehrer von einigen nicht mit „Sensei“ sondern mit „Sempai“ angesprochen werden oder der ehemalige Schüler trotz des heute höheren eigenen Ranges seinen früheren Lehrer mit „Sensei“ anredet.

geschrieben von: marco am: 2.02.2014
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