Wettkämpfe – eine Bereicherung für den Kampfsport?

pokale002Über kaum eine andere Frage wird wohl so sehr gestritten wie um die Frage, ob Wettkämpfe den Kampfkünsten zuträglich sind oder gänzlich abzulehnen seien. Tatsache ist, dass alle Kampfkünste – und das ohne Ausnahme – nicht nur zur Körperertüchtigung geschaffen wurden, sondern dass es immer um den Kampf, die reale Anwendung der gelehrten Techniken ging.

Warum werden potentiell tödliche Techniken unterrichtet, wenn diese nicht eingesetzt werden sollen? Wäre es tatsächlich immer nur wie von manchen behauptet um die Körperertüchtigung gegangen, wären solche Techniken niemals in ein System integriert sondern durch andere Techniken ersetzt worden.

Schon immer waren die Kampfkünste auf Herausforderung ausgelegt.
Schließlich ging es ja auch darum die Kampftechniken des eigenen Stils gegen andere Systeme zu erproben und soweit erforderlich zu verändern.
Im Ergebnis haben sich die effektivsten Techniken durchgesetzt und sind erhalten und überliefert worden.

Die Behauptung, dass es in den Kampfkünsten nie wirklich um’s Kämpfen ging ist nicht zu halten und wiederlegt sich sogar selbst.

In friedlichen Zeiten hingegen mussten natürlich andere Gründe für das Ausüben einer potentiell tödlichen Kunst gefunden werden, die zu erlernen noch dazu viel Zeit und Mühe erforderte. Der Kampf gegen das eigene Ego, die eigene Bequemlichkeit, die Stärkung von Körper und Geist traten in den Vordergrund.

Es gab weiterhin Kämpfe zwischen den Schulen. Nur die beste Schule konnte überleben. Schon seit jeher wurden Wettkämpfe benutzt, um die Überlegenheit einer Schule bzw. eines Systems zu beweisen. Sie dienten also quasi auch der Werbung für die eigene Schule.

In jüngerer Vergangenheit gewannen die Massenmedien – insbesondere das Fernsehen – immer mehr an Bedeutung. Um sich die Kampfkünste für eine breite Masse attraktiv zu machen mussten unbedingt Wettkämpfe her.
Sportwettkämpfe – gleich welcher Art – begeistern die Massen und ziehen tausende von Zuschauern an. Dies gilt auch uneingeschränkt für die Kampfkünste. Trotzdem darf nicht vergessen werden, dass nur ca. 5% der Aktiven überhaupt selbst an Wettkämpfen teilnehmen.

Die Wettkämpfe ziehen interessierte Zuschauer an, machen die Kampfkunst bekannt und wecken damit bei bisher Außenstehenden das Interesse ebenfalls mit einem Kampfsport anzufangen. Insbesondere im 20. Jahrhundert haben unter dem Einfluss der Bruce-Lee-Filme tausende den Weg zu den Kampfkünsten gefunden. Der olympischen Anerkennung von Judo und Taekwondo verdanken diese Sportarten nicht nur mehr kostenlose Werbung sondern natürlich auch mehr Anhänger.

Doch sind moderne Wettkämpfe wirklich gut? Ja und Nein.

Ja, weil nichts dem Kampfsport so viele neue Anhänger bringt wie die Werbung durch attraktive Wettkämpfe.

Nein, weil den Kampfkünsten nichts so sehr schadet wie eben diese Wettkämpfe. Jede Medaille hat nun einmal zwei Seiten. Eine gute und eine schlechte. Das ist leider mit allen Dingen im Leben so.

Bei Wettkämpfen geht es heute darum, nach bestimmten Regeln zu kämpfen. Dies nimmt zum Teil obskure Gestalt an. Nicht alle Regeln sind logisch, sondern auf Ausnahmebestimmungen zurückzuführen, die einige Gruppen gefordert haben. Manche Meister sind gar nur Meister ihrer eigenen Regeln. Klar, Regeln müssen sein, doch müssen die Regeln klar und logisch sein. Doch mehr noch als das, darf der Sinn der Regeln nicht verloren gehen oder zugunsten einer größeren Attraktivität verloren gehen.

Große Bereiche des Judo sind durch die Versportlichung verloren gegangen. Die Techniken wurden, weil sie im Wettkampf verboten waren einfach nicht mehr unterrichtet. Das Taekwondo hat durch die Versportlichung ebenfalls viel von seiner früheren Attraktivität und Effektivität eingebüßt. Weil Tritte zum Kopf höher bewertet werden als Tritte zum Körper oder Handtechniken, konzentrieren sich viele Trainer in ihrem Unterricht auf Techniken, die Punkte bringen, statt aus der Vielfalt der Techniken zu schöpfen. Im Kata- oder Formenbereich im Karate werden Akrobatik, Schönheit und Attraktivität der Techniken über die Effektivität gestellt. Gute Turner hätten teilweise ebensogroße Chancen auf einen Sieg wie gestandene Karateka.

Eine derartige Entwicklung ist nicht nur bedauerlich sondern beraubt die jeweilige Kampfkünste um wichtige und essentielle Bestandteile.
Viele Lehrer scheinen nur an den durch Wettkämpfe erzielbaren kurzfristigen Erfolgen interessiert zu sein. Sie beschränken das Training auf die für Prüfungen und Wettkämpfe notwendigen Bestandteile. Die Folge: Manche Karatekämpfe ähneln beispielsweise mittlerweile eher einem Boxkampf mit Händen und Füßen denn einem echten Karate-Turnier. Der Verlust des Reichtums an Techniken ist neben der mangelnden echten Effektivität in Hinblick auf Technikausführung und Kraft der Technik die größten Probleme, die aus der Versportlichung resultieren. Spezialisten, die nur Kämpfen oder Formen laufen können sind die bedauerliche Folge dieser Entwicklung.

Eines der Hauptprobleme sind aus meiner Sicht dabei häufig weniger die Lehrer, die ihre Schüler lediglich entsprechend der Wettkampfregularien vorbereiten und dabei natürlich darauf achten, dies die größtmöglichen Gewinn-Chancen haben als vielmehr die Kampfrichter, die teils unerfahren, teils zu wenig geschult falsche Prioritäten setzen und den Verlust des Reichtums an Techniken fördern und unterstützen indem sie in ihren Wertungen Techniken den Vorzug geben, die objektiv betrachtet eine Wertung nicht verdient hätten.

Wenn es schon Wettkämpfe gibt, dann sollte unbedingt darauf geachtet werden, das die Kampfkunst selbst nicht zu sehr darunter leidet und nur die notwendigsten Zugeständnisse in Bezug auf die Sicherheit der Wettkämpfer gemacht werden. In Bezug auf die Ausführung der erlaubten Techniken selbst darf es aber keinerlei Zugeständnisse geben. Eine schlechte Technik ist und bleibt schlecht. Eine ineffektive Technik darf keine Wertung erhalten. Gute Techniken und bei objektiver Betrachtung im Ernstfall erfolgreiche Techniken müssen ohne sinnfremde Höherbewertung von akrobatischen Elementen in der Wertigkeit gleich sein. Ob der Gegner schließlich durch einen Fußtritt zum Kopf oder einen gezielten Fauststoß besiegt wird spielt doch im Ergebnis keine Rolle.

Es gibt Kampfkünste, die Wettkämpfe konsequent ablehnen. Dies mag gute Gründe haben, denn sie bewahren sich so Unabhängigkeit und Vielfalt. Andererseits berauben sie sich aber zugleich eines der erfoglreichsten Mittel der Mitgliederwerbung.

geschrieben von: sascha am: 31.07.2013
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